Berglen

Heike Mayer biegt Sportler sanft gerade: Therapiezentrum in Berglen eröffnet

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Heike Mayer bei einer Behandlung in ihrem frisch bezogenen Therapiezentrum. © Ralph Steinemann Pressefoto

Heike Mayer hat sich ihren Traum erfüllt. Seit etlichen Jahren schon kämpft die 58-Jährige für ein Therapiezentrum, um Rückenprobleme und andere orthopädischen Belange am Erlenhof mit einer selbstentwickelten Methode zu behandeln. „Nach sieben Jahren habe ich es geschafft“, sagt sie glücklich beim Besuch der Zeitung in ihren neuen Räumen an der Heinkelstraße. Seit 1. August behandelt dort unter anderem sie ihre Patienten, gemeinsam mit zehn Mitarbeitern. Grundfläche des Gebäudes: 300 Quadratmeter.

Im Eingangsbereich finden sich die Anmeldung und das Wartezimmer, das gut gefüllt scheint. „Das ist noch wenig“, lacht Heike Mayer. In der Regel finde ein reger Wechsel von zwölf Personen statt, die sich an den Eingängen der Behandlungszimmer quasi die Klinke in die Hand geben. Jene Behandlungen finden auch im unteren Stockwerk statt.

Ab dem kommenden Jahr will Mayer Nachwuchs in den Berglen ausbilden

Im ersten Stock findet sich neben der Praxisverwaltung, wenn man so will, das Herzstück des neuen Gebäudes: Ein Besprechungsraum, in welchem Heike Mayer auch Nachwuchs ausbilden will. Die 58-Jährige hat mit der sogenannten „Chiroenergetik“ eine eigene Therapieform entwickelt, die sie weitergeben möchte. „Im Prinzip geht es dabei darum, den perfekten körperlichen Bewegungsablauf herzustellen, ohne Ziehen, ohne Gewalt anzuwenden. Es ist eine spezielle Variante des Einrenkens. Diese Methode gibt es nur hier“, erklärt Mayer.

Nun will sie ein Lehrbuch schreiben, ab nächstem Jahr im Herbst könnten die ersten Auszubildenden vor Ort sein. „Die Arbeit geht jetzt eigentlich erst so richtig los“, sagt Mayer voller Tatendrang.

Auch Profifußballer wie Sebastian Kehl hat Heike Mayer betreut

Die Heilpraktikerin und gelernte Krankenschwester beschäftigt sich bereits seit über 30 Jahren mit dem Bewegungsapparat des Menschen, arbeitet unter anderem auch mit Leistungssportlern zusammen. So hat die 58-Jährige beispielsweise schon die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart betreut oder Profiboxer Alexander Dimitrenko.

Auch am Olympiastützpunkt in Potsdam hat Mayer Athleten unterstützt, ebenso wie die ehemaligen Fußballprofis Sebastian Kehl und Patrick Owomoyela während ihrer Zeit bei Borussia Dortmund. Aber auch Bobfahrer „Das ist für mich der verrückteste Sport ever. Die setzen sich in ihren Bob, kommen unten mit einem zerrissenen Anzug an, überall blutend, und gehen dann gleich wieder nach oben“, so Mayer. Zu seiner aktiven Zeit betreute sie unter anderem Kevin Kuske. Der Bobsport ist dabei eine der wenigen Sportarten, die sie nicht selbst ausprobiert hat. „Um mit den Bewegungsabläufen vertrauter zu werden, habe ich sehr viel getestet“, erzählt sie.

Während manche Sportler immer wieder kommen, weil sie oft verletzt sind, sind andere rein prophylaktisch vor Ort. Neben den Profisportlern sind es auch Kinder und Jugendliche, mit denen Mayer sich ausgiebig befasst. Unter anderem setzt sie sich für altersgerechte Trainingsinhalte ein, die ihr oft zu kurz kommen.

Patienten kommen auch aus Amerika

Aber auch Schwangere, Babys, oder Senioren im hohen Alter betreut die 58-Jährige. „Im Prinzip ist alles dabei“, sagt sie. Bis aus Amerika kommen die Patienten, in dieser Woche war erst jemand aus Italien vor Ort. „Für solche Fälle haben wir im zweiten Stock unserer Praxis vier Apartments, die von diesen Gästen bezogen werden können“, erzählt sie. Der Großteil der Patienten kommt aber aus der Region. „Aus Stuttgart, Heilbronn, aber auch viele aus Winnenden.“ Mayers Datenbank umfasst mittlerweile circa 18.000 Personen, weitere sollen folgen. Am Standort möchte sie unter anderem noch eine Gangschule mit verschiedensten Untergründen etablieren. Doch das ist Zukunftsmusik.

Momentan hofft sie, dass sie wieder auf die Frequenz kommt, die ihre Praxis vor der Corona-Pandemie hatte. „Damals sind 300 Patienten wöchentlich gekommen, jetzt sind es etwa 150 bis 200 in der Woche. Für uns bedeutet das, dass wir im Jahr 100.000 Euro weniger Gewinn machen“, sagt sie.

Bürgermeister Niederberger und seine Probleme mit der Schulter

Immer wieder hat die 58-Jährige auch mit Vorbehalten und Widerstände zu kämpfen, etwa bei Verbänden oder anderen Ärzten. „Weil ich Heilpraktikerin bin“, sagt sie. Dass sie jedoch auch gelernte Krankenschwester ist, komme ihr dabei oft zu kurz.

In den Berglen jedenfalls hat Mayer einen prominenten Fürsprecher: Bürgermeister Holger Niederberger. „Ich habe immer wieder Probleme mit der Schulter. Mir hat Schulmedizinisches kaum geholfen, dann bin ich zu Heike Mayers alternativer Sportmedizin gekommen“, erzählt er. Ein Lob hat er für seinen Vorgänger Maximilian Friedrich übrig, der Mayer in den Berglen gehalten hat. „Dieses Angebot ergänzt das Gewerbegebiet perfekt. Dort haben wir nun eine ganz andere Facette. Über außergewöhnliche Angebote ist eine Gemeinde immer froh.“

Die ehemaligen Räume von Mayer in Steinach sollen nun auf Vordermann gebracht werden und dann der Unterbringung von Flüchtlingen dienen.

Heike Mayer hat sich ihren Traum erfüllt. Seit etlichen Jahren schon kämpft die 58-Jährige für ein Therapiezentrum, um Rückenprobleme und andere orthopädischen Belange am Erlenhof mit einer selbstentwickelten Methode zu behandeln. „Nach sieben Jahren habe ich es geschafft“, sagt sie glücklich beim Besuch der Zeitung in ihren neuen Räumen an der Heinkelstraße. Seit 1. August behandelt dort unter anderem sie ihre Patienten, gemeinsam mit zehn Mitarbeitern. Grundfläche des Gebäudes: 300

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