Berglen

Hundebesitzer verunsichert: Giftköder in Hößlinswart?

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Evelin Stumpp mit Hündin Rosa (links) und Aragon auf den Wiesen in Hößlinswart. © Ralph Steinemann Pressefoto

Hundebesitzer in Berglen sind verunsichert. Die Gemeinde warnt vor Giftködern. Für Rosa, die Hündin von Evelin Stumpp, kam diese Meldung zu spät. Eine Nacht hat der dreijährige Vierbeiner in der Tierklinik verbracht. Immerhin: Die Hündin lebt. Hat sie einen Giftköder gefressen? Die Polizei hat ihre Zweifel.

„Wir sind gegen 16.30 Uhr spazieren gegangen“, erinnert sich Evelin Stumpp an den verhängnisvollen 28. April zurück. Sie wohnt in Hößlinswart, geht mit ihren beiden Hunden meist hinter dem Baugebiet „Unterer Hohenrain“ aufs Feld. Ihre Rosa sei ein Podenco-Mix, den sie über die Tierschutzorganisation Sonnenpfad bekommen habe. „Rosa ist ein Straßenhund. Daher hat sie einen relativ großen Radius“, erklärt Stumpp. Hinter dem Baugebiet verschwindet Rosa im hohen Gras. „Als sie wieder rausgekommen ist, habe ich gleich gesehen, dass sie etwas gefressen hat. Was es war, konnte ich allerdings nicht erkennen, weil sie es schon geschluckt hatte“, erinnert sich die Hundehalterin.

Zitteranfälle, Fieber, Erbrechen und Magenkrämpfe

Etwas mehr als eine Stunde später bricht bei Evelin Stumpp Panik aus. Grund ist der Gesundheitszustand ihrer Hündin. Rosa zittert, erbricht, hat Magenkrämpfe, bekommt Fieber, aus ihrem Maul tritt viel Speichel aus. „Das war ziemlich heftig. Wir sind direkt in die Tierklinik nach Ludwigsburg gefahren“, berichtet Evelin Stumpp. Dort sei es bis Mitternacht gegangen. Die Hündin hat Medikamente zur Ausschwemmung bekommen und eine Spritze. „Als der Darm entleert war, ging es ihr wieder besser“, erzählt sie von der aufwühlende Nacht in der Tierklinik. Was es letztendlich war, das die akuten Probleme bei Hündin Rosa ausgelöst hat, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. „Von den Symptomen her haben die Ärzte gesagt, dass es Rattengift sein könnte“, berichtet Stumpp von den Vermutungen der Ärzte. Außerdem habe sie von anderen Hundehaltern gehört, denen in den Berglen Ähnliches widerfahren ist. Daher gehe sie stark davon aus, dass tatsächlich Giftköder ausgelegt wurden. „Wenn das so ist, dann kann ich an diese Menschen bloß appellieren, mit uns Hundehaltern ins Gespräch zu kommen und so etwas unseren Hunden nicht anzutun“, sagt Stumpp. Außerdem hoffe sie, dass auch Hundehalter einsichtig sind und die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner aufsammeln. „Ich weiß, dass das einige nicht machen. So entsteht allerdings Hundehass“, meint Stumpp.

Was empfiehlt die Polizei bei einem verdächigen Fund?

Ob es tatsächlich ein Giftköder war, sei schwierig zu beantworten, meint ein Polizeisprecher am Telefon. „Für Hundehalter ist die Sache eindeutig. Aber das ist es in solchen Fällen meistens nicht. Wann spricht man überhaupt von einem Giftköder?“, fragt er.

Möglicherweise habe tatsächlich jemand Rattengift ausgestreut, um gegen die Nagetiere vorzugehen. „Vielleicht steckt da gar keine böse Absicht dahinter. Giftköder sind subjektiv“, sagt der Polizeimann, der erzählt, dass er selbst Hundehalter ist. „Ich weiß, wie schnell solche Mitteilungen auf Facebook geteilt werden. Oft kommt dann jedoch dabei heraus, dass es keine Giftköder sind“, berichtet er. Verdorbener Müll oder Aas werde häufig mit Giftködern verwechselt oder gleichgesetzt. „Aber die Person, die den Müll dort entsorgt hat, hat das nicht mit dem Ziel getan, einen Giftköder zu platzieren“, schildert er.

Momentan sei es so, dass man ziemlich viele Anrufe aus Berglen erhalte. „Man merkt, dass die Hundehalter verunsichert sind“, berichtet der Polizeisprecher.

Etwas Konkretes habe man von Seiten der Polizei aber noch nicht entdecken können. „Das ist ganz schwierig. Wenn es tatsächlich Giftköder sind und sie gefressen werden, haben wir nichts mehr zum Nachweisen. Der Fall ist lediglich dann klar, wenn man Fleischstückchen mit Nägeln oder Rasierklingen präpariert vorfindet.“ Was empfiehlt der Polizist in solchen Fällen? „Am besten liegen lassen. Nicht aufsammeln und nicht zur Polizei bringen. Gut ist es in jedem Fall, wenn man ein Foto macht und dann die Polizei ruft. Eine Streife schaut es sich dann an“, weiß der Polizist.

Und Evelin Stumpp? „Wir wohnen extra auf dem Land wegen unseren Hunden. Momentan gehe ich mit ihnen aber woanders“, sagt sie. Was bleibt, ist vorerst eine Rechnung von der Tierklinik über mehr als 800 Euro und ein ungutes Gefühl.

Hundebesitzer in Berglen sind verunsichert. Die Gemeinde warnt vor Giftködern. Für Rosa, die Hündin von Evelin Stumpp, kam diese Meldung zu spät. Eine Nacht hat der dreijährige Vierbeiner in der Tierklinik verbracht. Immerhin: Die Hündin lebt. Hat sie einen Giftköder gefressen? Die Polizei hat ihre Zweifel.

„Wir sind gegen 16.30 Uhr spazieren gegangen“, erinnert sich Evelin Stumpp an den verhängnisvollen 28. April zurück. Sie wohnt in Hößlinswart, geht mit ihren beiden Hunden meist

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