Berglen

Jugendretter aus Winnenden proben in Berglen für den Ernstfall

Jugendrotkreuz
Mitglieder des Jugendrotkreuzes bei einer Übung. © Jugendfeuerwehr Berglen / DRK-Kreisverband Rems-Murr

Das Jugendrotkreuz (JRK) aus Winnenden war jüngst Teil einer ambitionierten 24-Stunden-Übung und unterstütze dabei die Jugendfeuerwehr Berglen. Morgens um 8 Uhr schaute das JRK Winnenden in Berglen vorbei – und ließ es ruhig angehen: gemeinsames Frühstück mit der Feuerwehr. Dann ging es von null auf hundert, denn von den Nachwuchsrettern wusste niemand, was sie genau erwartet. Und die Feuerwehr hatte ordentlich aufgefahren. Das berichtet Christian Siekmann vom DRK Rems-Murr.

Eingeklemmte Personen in einem Fahrzeug

Gegen 10.30 Uhr stand eine „technische Hilfeleistung“ auf dem Programm. Was nüchtern klingt, erwies sich als Herausforderung für alle. In diesem Beispiel mussten nach einem Unfall eingeklemmte Personen aus Fahrzeugen geschnitten werden – und das nicht nur theoretisch, sondern praktisch. Vor der Kulisse des Sandwerks in Berglen-Hößlinswart habe der Nachwuchs enorm viel geleistet.

Die Feuerwehr befreite die fünf Personen. Nun musste das JRK eingreifen. Die Kinder und Jugendlichen mussten schnell entscheiden, wer zuerst Hilfe benötigt: Zwei Schwerverletzte. Um sie kümmerten sich die sechs JRKler primär. Aber natürlich wurde auch den anderen Personen geholfen. Mit zwei Einsatzfahrzeugen waren sie vor Ort. Ein Helfer schlüpfte in die Rolle des Gruppenführers. Die Mimen stellte das JRK. Sie wurden geschminkt und spielten realistisch.

Auch mit dem Tod werden die jungen Retter konfrontiert

Gegen 13 Uhr dann erneut ein Alarm: Wohnungs- und Gebäudebrand mit sieben Verletzten in Öschelbronn. Der Nachwuchs von Feuerwehr und DRK stellte sich der Herausforderung unter realistischen Bedingungen. Es qualmte, manche Opfer lagen unter Trümmern. Drei Personen waren schwer verletzt. Eine Person, in diesem Fall eine Puppe, musste gar reanimiert werden.

JRK-Gruppenleiter Niko Mpourgaslis unterstützte den Nachwuchs an dieser Stelle beim Einsatz von Defibrillator und bei einer Intubation. Alle Register wurden gezogen. Purer Stress für die sechs jungen Leute vom DRK Winnenden. Dann der Schock: Eine Person hat es nicht geschafft. Mit einem weißen Tuch deckten Retter die Puppe ab. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, dass auch solche Szenarien geübt werden“, sagte Niko Mpourgaslis. Denn als Einsatzkraft, beispielsweise später als Helfer vor Ort, werden Ehrenamtliche auch mit dem Tod konfrontiert. „Wir haben den Regelrettungsdienst nachgeahmt. Die Kinder wussten nicht, was auf sie zukommt. Das war etwas völlig Neues. Alle standen unter Stress und Spannung“, ordnete er das Szenario ein. „Wir haben beobachtet, falls was passieren sollte. Aber es lief reibungslos.“ Die Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren „waren voll dabei“. Fahren durften sie noch nicht, aber funken und Patienten versorgen, erläutert Niko Mpourgaslis. „Für die Kinder und Jugendlichen war diese Übung ein totales Highlight.“

Ausgiebig hatten Feuerwehr und DRK im Vorfeld geübt und den Nachwuchs vorbereitet. „Bei so einer realistischen Großübung nehmen die Kinder und Jugendlichen die Hilfeleistungen noch ernster. Das ist ein richtiger Impuls für sie, später Verantwortung zu übernehmen.“

Wo der Nachwuchs mitunter noch teilweise überfordert war, halfen erfahrene Einsatzkräfte nach direkter Aufforderung. Alles wurde im Nachgang besprochen und ausgewertet. Der Lerneffekt ist groß, wenn es raucht und qualmt, die Mimen schreien und heulen, so Niko Mpourgaslis.

„Mehr als nur Pflaster kleben“

Für die Jugendfeuerwehr sei es spannend gewesen, die Seite vom Rettungsdienst zu sehen – andersrum natürlich auch. „JRK ist mehr als nur Pflaster kleben“, sagt Niko Mpourgaslis selbstbewusst. „Wir haben es so gemacht, als ob wir der Rettungsdienst gewesen wären, mit EKG, Vakuummatratze – volles Programm.“ So fiel das Fazit des Retter-Nachwuchses eindeutig aus: „Die Kinder fanden es super. Es war sehr aufregend und so etwas hatten sie noch nie erlebt: Die Autos waren echt, die Mimen haben alles gegeben, Rauchbomben wurden geschmissen!“ Niko Mpourgaslis ist stolz auf sein JRK-Team um Alisa, Kevin, Christian, Jana, Philippa und Maximilia.

Treffen immer mittwochs, wenn keine Ferien sind

Die 25 Aktiven, die sich beim JRK Winnenden treffen, treffen sich immer mittwochs von 18.15 bis 19.45 Uhr (außer in den Schulferien). Gruppenleiter Niko Mpourgaslis will „die Liebe zum Roten Kreuz vermitteln“ und einen Anreiz liefern, beim Roten Kreuz mitzumachen und Menschen zu helfen. Er selbst arbeitet im Rettungsdienst und ist seit 2016 JRK-Gruppenleiter. Weitere Infos gibt es im Internet auf www.drk-winnenden.de und bei nikolaos.mpourgaslis@drk-winnenden.de.

Das Jugendrotkreuz (JRK) aus Winnenden war jüngst Teil einer ambitionierten 24-Stunden-Übung und unterstütze dabei die Jugendfeuerwehr Berglen. Morgens um 8 Uhr schaute das JRK Winnenden in Berglen vorbei – und ließ es ruhig angehen: gemeinsames Frühstück mit der Feuerwehr. Dann ging es von null auf hundert, denn von den Nachwuchsrettern wusste niemand, was sie genau erwartet. Und die Feuerwehr hatte ordentlich aufgefahren. Das berichtet Christian Siekmann vom DRK

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