Berglen

Kreisstraße zum Sommerferien-Beginn voll gesperrt

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Zwischen Rettersburg (im Foto-Hintergrund) und Öschelbronn entsteht derzeit der neue Radweg. © ZVW/Benjamin Büttner

Berglen. Der Ausbau der Kreisstraße zwischen Berglen-Rettersburg und Berglen-Öschelbronn hat vor einem Monat begonnen und kommt gut voran. Noch kann der gesamte Verkehr durchfahren, wird allerdings auf der 1,4 Kilometer langen Strecke zweimal an halbseitigen Sperrungen von einer Ampel gebremst. Der Landkreis plant spätestens zum Beginn der Sommerferien die Vollsperrung.

Wer den öffentlichen Nahverkehr nutzt, wird bei dieser Vollsperrung allerdings klar im Vorteil sein: Die Linienbusse dürfen bis alles fertig ist, voraussichtlich Ende 2019, durchfahren. „Für sie wird der künftige Rad- und Wirtschaftsweg neben der Straße als Ausweichstrecke vorbereitet“, sagt Karsten Klein, Leiter Planen und Bauen im Straßenbauamt des Landratsamts.

An der Baustelle greifen viele Maßnahmen ineinander. Zunächst sollte die Kreisstraße mit der Nummer 1915 erneuert werden, sie ist in ihrer Substanz schwer geschädigt. Bei der Gelegenheit beschloss der Kreistag auf Vorschlag der Planer, dass sie um einen Meter verbreitert werden soll auf durchgehend mindestens sechs Meter, in Kurven etwas mehr, damit Lkw leichter durchkommen. Dies schafft auch einen besseren Überblick auf der kurvigen Überlandstraße.

Lücke im Radwegnetz des Kreises wird mit dem Neubau geschlossen

Zweitens läuft am Hang unterhalb der Kreisstraße gerade eine Flurneuordnung. Grundstücke werden neu zugeschnitten und hätten als Zufahrt nur einen geschotterten Wirtschaftsweg erhalten. „Wir dachten uns, dass wir damit doch gleich die Lücke im Kreisradwegnetz zwischen Rettersburg und Stöckenhof schließen könnten“, sagt Karsten Klein. Somit wird der Weg asphaltiert und zum Multifunktionsweg für Radler, Fußgänger und Stücklesanrainer ausgewiesen. Wenn er fertig ist, ist er drei Meter breit.

Schon jetzt sieht man, dass die künftigen Radler einiges an Schenkelmuskulatur aufbringen müssen, wenn sie den Weg bewältigen wollen. „Ja, das wird sportlich“, sagt Karsten Klein, „doch wir versuchen, so weit wie möglich, das Gefälle herauszunehmen. Am Höhenunterschied zwischen Rettersburg und Öschelbronn können aber auch wir nichts ändern.“ Immerhin kann man ab 2020 ganz in Ruhe neben der Straße schnaufen und schwitzen und gilt den motorisierten Verkehrsteilnehmern nicht mehr als Hindernis, das sie in teils gefährlichen Manövern überholen wollen.

Die ramponierte alte Straße wird herausgerissen

Sobald der Parallelweg für die Bus-Umleitung geschaffen ist, können die Arbeiter der Baufirma Klöpfer damit beginnen, die alte Kreisstraße herauszureißen. Sie werden dann stabile Seitenstränge anfügen und die breitere Straße von Grund auf neu aufbauen. Das tut dringend Not, die Bankette waren in einem sehr schlechten Zustand, es gab keine Randeinfassungen, der Belag war verdrückt, gerissen, aufgebrochen. „Auch die bestehende Entwässerung muss vollständig neu konzipiert werden“, heißt es in der Kreistagsvorlage, der die Baumaßnahme aufgrund der Kosten in Höhe von 2,2 Millionen Euro zu beschließen hatte.


Eidechsen, GPS im Bagger und Breitbandausbau

Auf etwa der Hälfte der 1,4 Kilometer langen Ausbaustrecke befindet sich ein Hang, auf dem Eidechsen leben. Dies stellte das Landratsamt bei der Artenschutzuntersuchung fest und lässt den Bau weiter ökologisch begleiten.

„Bis die Jungtiere im Herbst geschlüpft sind, wird dort nicht gebaut“, erklärt Planungsleiter Karsten Klein. Dann sammelt ein Biologe die Tiere ein und siedelt sie in ein Ersatzhabitat in der Nähe um. Im Frühjahr und nach Ende der Baustelle können die Eidechsen zurückwandern oder am neuen Ort bleiben.

Interessant ist auch, dass moderne Bagger mittlerweile über ein GPS-System zentimetergenau arbeiten, sowohl, was die Tiefe des Aushubs, als auch, was die Breite der Trassen angeht. „Der Baggerfahrer liest die Koordinaten unserer Planung übers GPS ein“, erklärt Karsten Klein für den Laien verständlich. Funktioniert also ähnlich wie ein Navigationsgerät fürs Auto und ist ein toller Fortschritt für die Bauarbeiter.

Navis werden spätestens ab den Sommerferien allen Fahrern signalisieren, dass der Abschnitt der Kreisstraße 1915 voll gesperrt ist. Während des Ausbaus soll der Verkehr in beiden Richtungen auf einer ausgeschilderten Umleitung über Stöckenhof und Höfen geführt werden. Nur der Bus darf durch.

Noch ‘ne Fliege mit einer Klappe: Die Gemeinde bezahlt den Ausbau des Breitbandnetzes in der Kreisstraße.