Berglen

Langersehnter Anbau der Feuerwehr in Berglen endlich fertig: Duschen direkt nach dem Löscheinsatz

Feuerwehr
Mario Sonak, stellvertretender Abteilungskommandant, und Jochen Gruber, Abteilungskommandant Nord (von links) im neuen Anbau. Die Umkleiden bieten Platz für circa 50 Feuerwehrmänner und sechs Feuerwehrfrauen. © ALEXANDRA PALMIZI

Umziehen neben dem Fahrzeug. Die schwere Schutzkleidung ablegen. Möglicherweise bei Minusgraden. Heizung? Nicht vorhanden. Zu Hause dreckig aus dem Auto steigen, sich erst dort duschen. Für die Feuerwehrmänner der Abteilung Nord war das nach einem Einsatz der Alltag. „Wir hatten praktisch nur die Fahrzeughalle, haben uns dort vor und nach den Einsätzen umgezogen“, erzählt Abteilungskommandant Jochen Gruber.

Nun ist ein langersehnter Anbau, der sich L-förmig um das bestehende Gebäude am Schumannweg schlängelt, fertig. Die Feuerwehrmänner sind bereits eingezogen. „Es ist ein riesiger Zugewinn für uns“, weiß Gruber zu schätzen. Sei man zuvor kontaminiert, teils mit Brandgasen auf der Haut, nach Hause gegangen, habe nun jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau die Möglichkeit zu duschen, zudem einen eigenen Spind. „Jeder kann sich frische Klamotten reinlegen, hat dazu noch ein Fach für private Gegenstände. Das ist eine Erleichterung für jeden Kameraden“, schwärmt der Abteilungskommandant.

Schmutzige Kleidung geht nach Waiblingen

Gruber vermutet, dass das auch bei potenziellem Nachwuchs einen guten Eindruck macht. „Wir haben noch keinen Nachweis dafür, aber vorstellen kann ich es mir schon“, sagt er. In Berglen sei man jedoch personell gut aufgestellt, habe keine Probleme mit Nachrückern.

Während der Pandemie könne man durch den Anbau zusätzlich entzerren. „Wobei das eigentlich gar nicht notwendig ist. Wir üben momentan in kleineren Gruppen“, erzählt Jochen Gruber. Auch Schnelltests seien vor Zusammenkünften die Regel, geimpft sei noch nicht jeder. Gewaschen werde schmutzige und kontaminierte Kleidung weiterhin in Waiblingen.

Umkleiden für mehr als 50 Personen

Mitverantwortlich für die gute Stimmung unter den Feuerwehrleuten ist Ursel Ackermann, ihres Zeichens die Architektin des Anbaus. „Auf 125 Quadratmetern sind Umkleiden für sechs weibliche und circa 50 männliche Kameradinnen und Kameraden, Dusch- und WC-Räume sowie ein Kommandantenbüro untergebracht“, erzählt sie. Der Anbau hat einen separaten Eingang, ist im Inneren allerdings mit den Bestandsräumen verbunden. Verlässt Kommandant Jochen Gruber sein Büro, kann er durch ein schmales Fenster in die Fahrzeughalle blicken. Der Boden im Inneren ist grau, die Wände sind weiß. „Durch den Einbau einer sichtbaren Brettstapeldecke war eine abgehängte Decke nicht erforderlich. Die Böden sind strapazierfähig und pflegeleicht“, erklärt die Architektin.

Die Leitungen sind sichtbar, was dem Ganzen einen Industriecharakter verleiht. Türen und Fenster sind im typischen Feuerwehrrot lackiert. In der Umkleide hängt ein Flachbildschirm. „Kommt es zu einem Einsatz, erscheinen hier wichtige Informationen, zum Beispiel der Einsatzort“, so die Architektin. Die Feuerwehrmänner bringen sich also beim Umziehen auf den Stand der Dinge, um keine Zeit zu verlieren.

Moderne Absauganlage in der Fahrzeughalle installiert

In der Fahrzeughalle ist der Boden saniert worden. Außerdem wurde eine moderne Absauganlage für Abgase installiert. „Wer noch nicht im Wagen ist, muss diese vor dem Einsatz nicht mehr direkt einatmen“, ist Abteilungskommandant Gruber erleichtert.

Auch Bürgermeister Maximilian Friedrich freut sich über die neuen Räumlichkeiten. „Im Ernstfall riskieren Sie Ihre Gesundheit. Deshalb verdienen Sie die beste Ausstattung“, erklärte er bei der Übergabe am Mittwochnachmittag.

Umziehen neben dem Fahrzeug. Die schwere Schutzkleidung ablegen. Möglicherweise bei Minusgraden. Heizung? Nicht vorhanden. Zu Hause dreckig aus dem Auto steigen, sich erst dort duschen. Für die Feuerwehrmänner der Abteilung Nord war das nach einem Einsatz der Alltag. „Wir hatten praktisch nur die Fahrzeughalle, haben uns dort vor und nach den Einsätzen umgezogen“, erzählt Abteilungskommandant Jochen Gruber.

Nun ist ein langersehnter Anbau, der sich L-förmig um das bestehende Gebäude

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