Berglen

Restaurants und Biergärten kämpfen: Die schwierige Suche nach Personal

Gastropersonal
Stefanie Vobornik (ganz rechts) mit ihrem Personal im Göckele. © ALEXANDRA PALMIZI

Koch / m, w, d. Vollzeit ab sofort. Servicekraft / m, w, d. Voll-/Teilzeit ab sofort. Servicehelfer / m, w, d. Auf 450-Euro-Basis ab sofort. Diese und weitere Stellenangebote sind auf der Internetseite der Gaststätte Göckele bei Rettersburg eingestellt. Es fehlt an Personal. „Gute Gastro-Mitarbeiter zu finden war schon immer schwierig“, weiß die Geschäftsleiterin Stefanie Vobornik. Durch die Corona-Pandemie, die Schließung der Gastronomien im Lockdown, haben sich vor allem Aushilfen umorientiert. „Ich habe von einigen gehört, die zu Supermärkten gewechselt sind“, erzählt sie.

Bis zur Pandemie war die Gastronomiebranche sicher

Im Göckele sei es nun so, dass der Selbstbedienungsbereich im Biergarten nicht öffnen kann. „Dafür haben wir einfach nicht genügend Personal“, bedauert Stefanie Vobornik. Man habe schon Anzeigen geschaltet, die Stellen öffentlich ausgeschrieben. „Aber es meldet sich einfach niemand“, seufzt sie. Ein Biergarten brauche im Sommer relativ viele Aushilfen, für das Göckele habe man immer ausreichend Personal gefunden. In diesem Jahr sehe es allerdings schlecht aus. „Unseren Personalstamm von 22 Mitarbeitern inklusive der Aushilfen konnten wir über die Pandemie halten. Jetzt, wo es wieder losgeht, die Leute wieder essen und trinken gehen, bräuchten wir aber eigentlich mehr“, erklärt die Geschäftsleiterin. Das Göckele betreibe man momentan mit reduzierter Platzanzahl, nicht nur aus Abstands- und Hygienegründen. Die Gastrobranche sei bis zur Pandemie eine Bank gewesen. „Gegessen und getrunken wird ja schließlich immer“, so Vobornik. Die Öffnungszeiten habe man nun auf die Situation angepasst, seit kurzem zwar auch wieder donnerstags geöffnet, aber am Montag, Dienstag und Mittwoch geschlossen.

Über die schwierige Lockdown-Zeit habe man versucht, das Personal so gut es ging einzubinden. „Wir sind ein sehr inniges, fast schon familiäres Team. Uns war es wichtig, den Kontakt zu halten“, erzählt Stefanie Vobornik.

Am Wochenende wollen viele nicht arbeiten

Eine gute Beziehung zu seinem Personal, für Armin Haller, Geschäftsführer im Schützenhaus in Ödernhardt, einer der entscheidenden Faktoren. „Durch die Pandemie ist das in unserer Branche noch wichtiger geworden. Ich vermute, dass sich unser Bereich in Zukunft auch mit dem Thema Work-Life-Balance beschäftigen muss“, erzählt er am Telefon. Wenn er Gespräche mit potenziell neuen Mitarbeitern führe, dann stelle er seit geraumer Zeit fest, dass diese zwar unter der Woche bereit sind, zu arbeiten, nicht aber an Wochenenden. „Da jemanden zu finden, das ist ganz, ganz schwierig. Das ist fast schon ein Dilemma“, sagt Haller. Er könne sich vorstellen, dass sich in der Branche nachhaltig etwas ändern werde. „Möglicherweise werden manche Gastrobetriebe, zum Beispiel am Sonntag, schließen.“

Im Schützenhaus habe man den Sonntag mittlerweile umgestaltet, warme Küche gebe es nur noch bis zum Nachmittag. „So hat unser Personal wenigstens noch etwas vom Abend, kann sich eventuell noch mit Freunden treffen“, erklärt Haller, der auch auf Verständnis seiner Gäste hofft. „Es ist einfach so, dass wir momentan Plätze frei lassen. Wenn das Schützenhaus komplett voll ist, können wir das mit unserem Personal nicht bewerkstelligen.“

Es sei schon oft vorgekommen, dass Gäste einen freien Tisch sähen und dann sauer seien, wenn sie weggeschickt würden. „Da muss ein Umdenken stattfinden, auch bei den Gästen“, sagt Haller, den auch noch etwas anderes beschäftigt. „Gäste, die sich nicht in unsere Liste zur Kontaktnachverfolgung eintragen wollen, sollen bitte zu Hause bleiben.“ Es komme immer wieder vor, dass sich jemand weigere und anfange zu diskutieren. „Diese Leute machen einem den ganzen Tag kaputt“, seufzt Armin Haller. Seit er wieder Gäste im Schützenhaus empfangen kann, sei ihm aufgefallen, dass sich das Verhalten geändert habe. „Vor der Pandemie haben wir einen Tisch an einem Freitagabend zwei- bis dreimal belegt. Jetzt nur noch einmal.“ Das liege wohl daran, dass es aktuell kaum kulturelle Angebote gebe. Kaum Konzerte, Theatervorstellungen oder Feste. „Da wird dann eher noch mal ein Nachtisch oder ein Getränk bestellt, die Gäste bleiben länger sitzen.“

Koch / m, w, d. Vollzeit ab sofort. Servicekraft / m, w, d. Voll-/Teilzeit ab sofort. Servicehelfer / m, w, d. Auf 450-Euro-Basis ab sofort. Diese und weitere Stellenangebote sind auf der Internetseite der Gaststätte Göckele bei Rettersburg eingestellt. Es fehlt an Personal. „Gute Gastro-Mitarbeiter zu finden war schon immer schwierig“, weiß die Geschäftsleiterin Stefanie Vobornik. Durch die Corona-Pandemie, die Schließung der Gastronomien im Lockdown, haben sich vor allem Aushilfen

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