Berglen

Umkleideräume und Duschen fürs Feuerwehrhaus

Feuerwehrhaus Oppelsbohm_0
Bislang müssen sich die Feuerwehrleute, Männer und Frauen gemeinsam, bei einem Einsatz in der Fahrzeughalle umziehen. © Gemeinde Berglen

Berglen. Die Feuerwehrleute in Oppelsbohm sollen sich künftig nicht mehr in der Fahrzeughalle umziehen müssen. Außerdem sollen sie nach Übungen und Einsätzen vor Ort in ihrem Magazin duschen können. Die Gemeinde plant einen Anbau an das Feuerwehrhaus Nord.

Das Gebäude wurde in den 80er Jahren errichtet. Damals waren die Standards noch andere. Separate Umkleiden gehören auf jeden Fall nicht dazu. Heutzutage ist es eine Zumutung und auch nicht mehr zulässig, dass sich die Feuerwehrleute vor einem Einsatz neben den Maschinen und Fahrzeugen ihre Ausrüstung anziehen, neben laufenden Motoren den Abgasen ausgesetzt. Dazu kommt, dass die Halle nicht beheizt ist. Das Umziehen dort ist im Winter also ungemütlich, um nicht zu sagen unzumutbar. In den 80er Jahren gab es auch noch keine Frauen bei der Feuerwehr. Das hat sich aber geändert, auch in Berglen. Es gibt aber bislang auch keine Möglichkeit, sich getrennt umzuziehen. In dem Gebäude gibt es bisher auch keine Duschen, nur einen kleinen Waschraum. Der Anbau sieht deswegen nicht nur für Männer separate Umkleideräume, sondern auch Duschen vor. Ein weiteres Problem ist der Zugang zur Fahrzeughalle bei Einsätzen, bislang erfolgt der über die vorderen Eingangstore. Feuerwehrleute, die später eintreffen, stoßen also auf ihnen entgegenkommende Fahrzeuge, die bereits ausrücken, auch das eine Unfallgefahr, ein Sicherheitsrisiko.

Planentwurf stammt von einem aktiven Feuerwehrmann

Mit dem geplanten Anbau sollen all diese Probleme angepackt, gelöst werden. Der Planentwurf dazu stammt von Ralph Kögel, selbst aktiver Feuerwehrmann und vormals Leiter der technischen Verwaltung der Gemeinde, also von beiden Seiten her gesehen ein Praktiker. Es ist also davon auszugehen, dass der Anbau auch wirklich wie vorgesehen „funktionieren“ wird.

Er wird sich L-förmig, im Norden und im Osten, beziehungsweise am Schumannweg und an der Silcherstraße, um das bestehende Gebäude mit der Fahrzeughalle winden. Geplant ist auch ein Besprechungszimmer, in dem zudem persönliche Unterlagen der Feuerwehrleute sicher verwahrt werden können. Der Zugang soll künftig über einen separaten Eingang in den Anbau erfolgen, von dem aus es einen Zutritt zur Fahrzeughalle geben wird. Der Anbau ist auf beiden Seiten fünf Meter breit und hat auf der Nordseite eine Länge von etwa 13 Metern, auf der Ostseite von rund 20 Metern. Außerdem wird das Bestandsgebäude saniert. Dazu gehört der Einbau einer Abgassauganlage und von vier Sektionaltoren. Der bisherige Waschraum wird in ein Lager umgebaut, die bestehenden Toiletten werden modernisiert, der Öltank erweitert, die Fassade neu angestrichen und die Beleuchtung im Saal auf LED umgestellt.

Jooß und Geck: Angleichung nach so langer Zeit überfällig

Bei der Vorstellung der Planung im Bau- und Umweltausschuss sowie im Gemeinderat wies Bürgermeister Maximilian Friedrich darauf hin, dass schon lange Handlungsbedarf bestehe, es aber noch nicht um den Baubeschluss gehe, weil der auch von der Bewilligung der Förderung abhänge. Die Angleichung an heutige Standards sei nach so langer Zeit mehr als angemessen, die Feuerwehrleute hätten einen Anspruch darauf, so Christa Jooß, SPD: „Die sollen ihre Arbeit ja gerne machen.“ Die Modernisierung sei längst überfällig, stimmte Sascha Geck, BWV, zu: „Hut ab vor denen, die sich so lange bisher unter diesen Bedingungen für die Allgemeinheit eingesetzt haben.“ Außerdem werde nun in etwa ein Gleichstand hergestellt zu den Bedingungen für die Feuerwehrleute der Abteilung Süd. In Steinach war für die nach der Fusion der Wehr nur noch zwei Abteilungen 2008 ein neues Gerätehaus gebaut worden.


Kosten 660 000 Euro, Zuschuss 40 000 Euro

Die vorläufige Kostenschätzung geht von Ausgaben in Höhe von rund 520 000 Euro aus, davon rund 50 000 für die Planung. Die Kosten für die Sanierung werden auf rund 140 000 Euro geschätzt, davon knapp 6000 Euro für die Planung. Macht damit Gesamtkosten in Höhe von rund 660 000 Euro. Es bestehe die Möglichkeit, dass es vom Land einen Zuschuss gibt, ein entsprechender Antrag wurde wegen des Ablaufdatums dafür Mitte Februar bereits gestellt. Für die Förderung infrage kommen alle Flächen im Anbau, die nicht Stellplätze für Fahrzeuge sind. Es gibt 290 Euro je Quadratmeter. Bei der anrechenbaren Grundfläche mit rund 140 Quadratmetern würde das eine Förderung in Höhe von rund 40 000 Euro bedeuten. Ob der Zuschuss noch in diesem Jahr bewilligt und damit das Vorhaben 2019 umgesetzt wird, ist derzeit noch nicht klar.

Baurechtlich etwas problematisch ist, dass der Anbau auf beiden Seiten außerhalb des im Bebauungsplan ausgewiesenen Baufensters liegt. Laut Verwaltung hat jedoch das Landratsamt in Aussicht gestellt, die Überschreitung im Osten, zum Schumannweg hin, zu genehmigen. Sie geht davon aus, dass das auch für den nördlichen Teil, zur Silcherstraße hin, so geschehen wird. Eine Verletzung der Belange von Nachbarn dort sei nämlich „nicht erkennbar“.

Mit der weiteren Planung und Ausschreibung und Bauüberwachung beauftrag die Gemeinde die Berglener Architektin Ursel Ackermann, sie wird das Projekt gemeinsam mit Kögel betreuen.