Berglen

Wohnhausbrand: Ein Toter und 50.000 Euro Schaden

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Dachstuhlbrand
Nach dem Brand am Donnerstagmittag war die Feuerwehr Berglen mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Den 65-jährigen Bewohner konnten sie nur tot aus dem Gebäude in der Rosenstraße bergen. © Palmizi / ZVW
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Dachstuhlbrand
Das Dachgeschoss des Eckhauses in der Rosenstraße ist komplett ausgebrannt. © Palmizi / ZVW

Berglen-Öschelbronn. Das Dachgeschoss ist komplett ausgebrannt, den Schaden schätzt die Polizei auf mindestens 50 000 Euro – den 65-jährigen Bewohner konnte die Berglener Feuerwehr nur tot aus dem Eckhaus in der Öschelbronner Rosenstraße bergen. Warum das Feuer am frühen Donnerstagmorgen ausgebrochen ist, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest. Die Ermittlungen dauern an.

Ein Feuerwehrmann sitzt sichtlich erschöpft im Schatten auf dem Gehweg. „Das Feuer ist seit etwa 7.30 Uhr aus“, erklärt Ronald Schmidt von der Berglener Feuerwehr, der den Einsatz in der Rosenstraße geleitet hat. Anschließend haben sie mit einer Wärmebildkamera nach Glutnestern gesucht und das Innere des Gebäudes großflächig mit Löschschaum abgedeckt – „reine Sicherheitsmaßnahme“, erklärt er.

Die Kripo Waiblingen ermittelt nach der Ursache

Der Brand wirft allerlei Fragen auf. Inzwischen ermittelt die Kripo Waiblingen nach der Ursache. Die Ermittler der Kriminaltechnik können aber das Gebäude nur teilweise betreten, teilt die Polizei mit. Offen ist auch, ob ein Brandsachverständiger hinzugezogen wird, was erst im Laufe der Spurensicherung in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart geklärt wird.

Offen ist auch, warum der 65-jährige Bewohner des Hauses verstorben ist. Ihn fanden die Feuerwehrleute leblos im Schlafzimmer. Ein Notarzt stellte den Tod fest. Bei dem Mann wurden Verletzungen festgestellt, bei welchen die Polizei davon ausgeht, dass er sich diese „mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst zugefügt hat“, wie ein Polizeisprecher mitteilt. „Ob diese todesursächlich waren, ist Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen“, sagt er.

Rosenstraße teils durch eine Baustelle gesperrt

Gegen 5 Uhr wurde die Berglener Feuerwehr alarmiert. „Als wir eintrafen, war der Dachstuhl bereits im Vollbrand“, sagt Ronald Schmidt. Zunächst war die Feuerwehr damit beschäftigt, das Feuer zu löschen und das Nachbargebäude vor den Flammen zu schützen. Die Winnender Wehr unterstützte die Berglener mit der Drehleiter.

Das Nachbarhaus konnte die Feuerwehr vor den Flammen retten. Der Schaden ist trotz der engen Bebauung im alten Öschelbronner Ortskern nur gering. Die Wände sind nicht aus Beton, wie es heute üblich ist, sondern teils aus Flechtwerk, was die Feuerwehrleute vor eine Herausforderung stellte.

Straßenbaumaßnahmen rund um das Alte Rathaus waren kein Hindernis

Kein Hindernis waren dagegen, laut Schmidt, die Straßenbaumaßnahmen rund um das Alte Rathaus in Öschelbronn, das sich direkt gegenüber befindet. Die Straße ist aufgerissen, Teile sind gesperrt, da im Zuge der Flurbereinigung dort ein neuer Dorfplatz entstehen soll. „Unsere Leute sind ortskundig“, so Schmidt, „die kannten die Baustelle.“

Überhaupt haben die Absprachen unter den Einsatzkräften und innerhalb der Berglener Wehr sehr gut funktioniert. „Wir haben tolle Führungskräfte“, lobte Schmidt seine Kameraden, von denen viele spontan einen Tag Urlaub für den Feuerwehreinsatz in der Rosenstraße eingereicht haben.

„Die Feuerwehr hat sehr schnell reagiert“

Bürgermeister Maximilian Friedrich war am frühen Morgen ebenfalls vor Ort und macht sich selbst ein Bild. „Die Feuerwehr hat sehr schnell reagiert“, lobt er. „Was hier heute geleistet wurde, verdient höchste Anerkennung und Respekt“, sagt Friedrich. Beeindruckend sei auch, wie die Feuerwehr es geschafft hat bei der Bauweise, das Nachbargebäude zu schützen.

Unterstützung erhielt die Feuerwehr vom Bauhof, der rasch eine Schuttrutsche einrichtete, damit Brandschutt nach draußen befördert werden konnte, wie auch vom Wasserwerk, das die Wasserversorgung sicherte. Die Firma Syna klemmte am Vormittag die Stromleitungen um, die in Öschelbronn noch oberirdisch zwischen den Häusern verlaufen.

Im Einsatz

  • Bei dem Brand in der Rosenstraße in Öschelbronn war die Berglener Gesamtwehr im Einsatz. Unterstützt wurden die Feuerwehrleute durch die Winnender Wehr, die mit zwölf Mann angerückt ist. Sie war mit der Drehleiter, einem Löschfahrzeug sowie dem Kommandantenwagen vor Ort.
  • Außerdem waren Notarzt, Rettungsdienst sowie Ehrenamtliche aus der DRK-Bereitschaft Winnenden mit insgesamt acht Mann im Einsatz.