Berglen

ZVW-Redakteurin testet Bollywood-Dance

Bollywood Dance
Bollywood-Dance mit Amouna: Seit September unterrichtet sie an der Akademie Minkov. Redakteurin Diana Nägele (Bild) hat es ausprobiert. © Büttner / ZVW

Berglen/Winnenden. Im Jahr 2004 hat Katja Rau ihre Liebe für den orientalischen Tanz entdeckt. Mittlerweile entführt sie Interessierte in ihren Unterrichtsstunden in die Welt von Tausendundeiner Nacht. Tanzen wie Shah Rukh Khan im Bollywood-Stil ist eine ihrer Spezialitäten. Wie das funktioniert, hat Redakteurin Diana Nägele einmal ausprobiert. Ihr Fazit: Aller Anfang ist schwer, aber machbar.

Video: Katja Rau unterrichtet Orientalischen Tanz.

Amouna klatscht in ihre Hände. „Amouna?“, frage ich bei Katja Rau nach. „Ja, richtig“, sagt sie. Amouna sei ihr Künstlername. „Jede Tänzerin hat einen“, erklärt die 37-Jährige. Denn wer schaut schon gerne einer Helga Schmitt beim orientalischen Tanz zu, erklärt sie und zwinkert vergnügt. Der Name mache die Illusion zu den Bühnenoutfits perfekt. Katja Rau hat ihren Namen von ihrer ersten orientalischen Tanzlehrerin erhalten. Er signalisiere Treuherzigkeit und Loyalität, erklärt sie. „Das passt sehr gut zu mir.“

Wir sind in der Tanzakademie Minkov in Winnenden. Hier unterrichtet Amouna orientalischen Tanz und Bollywood-Dance. Aus Neugierde habe ich hin und wieder in die bunt glitzernden indischen Kinostreifen mit Shah Rukh Khan reingeschaltet, ehrlich gesagt bin ich aber nie lange hängengeblieben. Amouna ging das anders. Sie sei fasziniert gewesen von der übertriebenen Freude, die die Schauspieler ausstrahlen.

Hüftkreis stellt sich als schwierig heraus

Zunächst ist im Kurs Aufwärmen angesagt: Im Kreis machen die Teilnehmerinnen verschiedene Schritte. Dann kommen zum ersten Mal die Arme zum Einsatz: die Finger mit Daumen und Mittelfinger dabei orientalisch geformt, kurzes Dehnen – fertig. Jetzt geht es los. Amouna teilt die neun Tänzerinnen in zwei Gruppen ein. Zunächst müssen wir alle in vier Schritten aufeinander zugehen, drehen, vier nach vorne – und dann kommt die erste Schwierigkeit: Ein aufgestellter Hüftkreis, erklärt Amouna. Übersetzt bedeutet das, mit dem rechten Fuß zu tippen und gleichzeitig mit einem Hüftschwung zu drehen. Ich fühle mich, als hätte ich einen Stock verschluckt. Dann kommt das Hüftkreisen, genannt Afrokreisen. Der Stock in meinem Körper scheint sich zum Ast verwandelt zu haben. Amouna sieht mir meine Verkrampftheit an. Kein Problem, signalisiert sie. Sie erklärt geduldig die Richtungen, gibt Tipps zur Position der Füße. Ich habe ja schließlich diesen Crashkurs gewollt, gibt sie mir mit einem aufmunternden Augenzwinkern zu verstehen.

Oft erklären sich die Schritte durch den Liedtext

Die Musik, indischer Pop, zu der getanzt wird, geht ins Ohr. Sie ist schnell, fast zu schnell für mich. Amouna stoppt die Musik und geht noch einmal die kniffeligen Stellen durch. Arme und Beine machen Unterschiedliches – das muss man gewohnt sein. Ein klarer Fall von einem Anfängersyndrom, was sich aber bald legen wird, versichert sie. Generell brauche man aber für Bollywood-Dance (anders als beim orientalischen Tanz) keine Vorkenntnisse. Oft erklären sich die Schritte durch den Liedtext. Nachdem Amouna 2007 mit der Tanzrichtung begonnen hat, versteht sie heute einige Brocken Hindi.

Manche nehmen schon seit vielen Jahren Unterricht bei ihr. Ramona Höhl hat etwas gesucht, das gesund für den Beckenboden ist „und Spaß macht“. Das hat sie im orientalischen Tanz gefunden. An Bollywood-Dance fasziniere sie das Lebensfrohe, das die Tänzer ausstrahlen. Serafine Conradt „tanzt schon ihr ganzes Leben lang“. Das sieht man ihr an, sie geht in der orientalischen Musik auf – ähnlich wie Trainerin Amouna. „Das Gute an den Bollywood-Tänzen ist“, erklärt Amouna, dass sie logisch sind.

Fazit: Es war eine tolle Erfahrung

Die Leidenschaft fürs Tanzen hat Katja Rau mit 13 Jahren beim Ballett entdeckt. Später kam der Turniertanz hinzu, wobei sie auf hohem Niveau bei Wettkämpfen teilgenommen hat. Da sie aber durch ihre Ausbildung und den Beruf als Illustratorin oft umziehen musste, hat sie etwas gesucht, was sie auch ohne Partner tanzen kann. Heute ist sie bei Veranstaltungen zu sehen. Am 6. Mai tritt sie etwa in Nürnberg bei dem Festival „Totale Orientale“ auf. Nach 60 Minuten Bollywood-Dance lautet mein Fazit: Es war eine tolle Erfahrung. Eine Vorliebe für die Musik und die Bewegungen muss man mitbringen – aber ich bleibe beim Ballett. Da hat mich die Leidenschaft schon vor 27 Jahren gepackt.

Tanzen mit Amouna

Amouna unterrichtet an der Winnender Tanzakademie Minkov Orientalischen Tanz für Anfänger montags von 17.30 bis 19 Uhr. Der Kurs für die Mittelstufe findet montags von 19 bis 20.30 Uhr statt. Für Fortgeschrittene gibt es freitags von 18.30 bis 20 Uhr einen Kurs.

Bollywood-Style-Dance gibt es freitags von 17.30 bis 18.30 Uhr (www.amouna.de).