Fellbach

Bis 2024 sollen rund 1500 Wohnungen entstehen

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OB Zull am Projekt „Wohnen für alle“. © ZVW/Danny Galm

Fellbach/Waiblingen.
Krankenhaus-Areal, Berg-Bürg Bittenfeld, Schorndorfer Straße: Wohnungsbau steht in Waiblingen wie in der ganzen Region hoch im Kurs. Im Waiblinger Süden entstanden schon in den vergangenen Jahren mit den Blütenäckern und dem Rötepark neue Wohnquartiere, in Beinstein das Gebiet Remstalquellen. Jetzt bläst die Nachbarstadt Fellbach zur Wohnbau-Offensive. Die Rede ist keineswegs nur vom Tower, der den Waiblinger Süden überragt und mit mehr als 190 Wohnungen auf 107 Metern Höhe mehr neue Einheiten beherbergt als manches Areal, das in die Fläche geht. Zwölf neue Wohngebiete entwickelt die Kappelbergstadt in eigener Regie und gemeinsam mit privaten Bauträgern. Bis 2024 sollen rund 1500 Wohnungen entstehen. Dass es zu dieser Fellbacher Wohnbau-Offensive kommt, hat auch viel mit Oberbürgermeisterin Gabriele Zull zu tun.

Die Wohnungsnot als Top-Wahlkampfthema

Gar nicht lange her, 2011, standen die Zeichen gar nicht so auf Wachstum – eher im Gegenteil: Der Fellbacher Gemeinderat fasste damals sogar den Grundsatzbeschluss, dass die Stadt nicht größer werden, nur ihre Einwohnerzahl halten soll. Um das zu erreichen, musste allerdings auch schon gebaut werden. Das liegt daran, dass pro Kopf immer mehr Wohnraum beansprucht wird.

Dann kam der OB-Wahlkampf 2016: Gabriele Zull, damals noch Erste Bürgermeisterin in Göppingen, erspürte in Gesprächen mit Bürgern und Unternehmen den dringenden Bedarf: Wohnraum ist „wahnsinnig teuer“, im Prinzip herrschten in Fellbach „Stuttgarter Verhältnisse“. Der Mangel berge „sozialen Sprengstoff“ und verstärke den Fachkräftemangel in der Wirtschaft, denn wo bitteschön sollen neue Erzieherinnen wohnen? Also knöpfte Zull sich den Wohnungsbau als Wahlkampfthema vor – mit Erfolg. Mit 61 Prozent wurde sie zur Nachfolgerin von Christoph Palm und machte den Kampf gegen die Wohnungsnot zur Chefsache.

So günstig kann Wohnen in der Region Stuttgart sein

In der Folge wurde das „Stadtgebiet nach Bauflächen durchkämmt“, wie die Baubürgermeisterin Beatrice Soltys sagte. Dabei galten zwei Grundsätze: Innenentwicklung geht vor Außenentwicklung, und die Weiterentwicklung sollte „stadtverträglich“ gestaltet sein. Ein Jahr später war die Fellbacher Wohnbau-Offensive beschlossene Sache.

Flankiert wird sie von zwei organisatorischen Neuerungen: Eine Wohnbau- und Dienstleistungsgesellschaft (WDF) wurde gegründet und den Stadtwerken angegliedert. Auch Waiblingen hat übrigens die städtische Wohnbau organisatorisch auf neue Beine gestellt. Das Fellbacher Pendant verwaltet mehr als 700 Wohneinheiten. Zweitens wurde in Fellbach eine Wohnbaukoordinatorin eingestellt.

Eine Schlüsselrolle in der Offensive hat ein Komplex in der Siemensstraße, der unter dem Motto „Wohnen für alle“ steht und 55 Miet- sowie 18 Eigentumswohnungen vorsieht. Im Juli wurde das Richtfest gefeiert. 9,75 Euro kalt kostet die Miete regulär, in den geförderten Wohnungen 6,50 Euro. Der Clou: Pro Kind zahlen die Mieter 50 Cent weniger.

Natürlich gibt es Konflikte, bei der Nachverdichtung im Stadtgebiet mehr als am Stadtrand. Die Stadt setzte auf frühe Bürgerbeteiligung und Information, um den Anwohnern Sorgen zu nehmen. Im Hintergrund steht eine breite politische Mehrheit im Gemeinderat, die von der Notwendigkeit des Wohnungsbaus überzeugt ist, die sich nicht nur von den Satten und Arrivierten leiten lässt. Junge Familien, die hier keinen Wohnraum finden, ziehen weg, und das sind leider keine Einzelfälle“, sagt OB Zull.

Zu den Sahnestücken der Wohnbau-Offensive gehören die Vorgänger des (relativ) neuen Familien- und Freizeitbades „F 3“: Auf dem Hallenbad-Areal werden 60 Wohnungen gebaut. Am bisherigen Eingang entsteht als städtebaulicher Akzent ein Mini-Hochhaus mit fünf Geschossen. Größtes Gebiet wird das Freibad-Areal mit rund 270 Wohneinheiten.


Fellbach/Waiblingen.
Krankenhaus-Areal, Berg-Bürg Bittenfeld, Schorndorfer Straße: Wohnungsbau steht in Waiblingen wie in der ganzen Region hoch im Kurs. Im Waiblinger Süden entstanden schon in den vergangenen Jahren mit den Blütenäckern und dem Rötepark neue Wohnquartiere, in Beinstein das Gebiet Remstalquellen. Jetzt bläst die Nachbarstadt Fellbach zur Wohnbau-Offensive. Die Rede ist keineswegs nur vom Tower, der den Waiblinger Süden überragt und

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