Fellbach

Der Gewa-Tower nimmt Gestalt an

1/12
gewa_0
Unternehmer Mark Warbanoff genießt den Rundblick. Fellbach liegt ihm zu Füßen. Neben dem Kappelberg lugt die Grabkappelle Rotenberg hervor. © Jamuna Siehler
2/12
8d5e0c17-b194-4009-9501-6bdc8a557fb1.jpg_1
Der Gewa-Tower von oben. Unser Fotograf hat die Kamera auf Kranfahrt geschickt. © Habermann / ZVW
3/12
e336f3f7-378c-44a1-bbdd-3a04aaa15627.jpg_2
Der Rohbau des Hotels soll im April fertig sein. © Habermann / ZVW
4/12
29cfc5e0-f906-459c-a27d-cc1bf40b2f09.jpg_3
Hinterrücks der XXL, links hinten der Remspark. Hinten Rommelshausen und das Remstal. © Habermann / ZVW
5/12
e9c2595e-a775-4ab7-a12a-dcc13e81c876.jpg_4
Es geht steil nach oben. © Habermann / ZVW
6/12
HT8C6179a_5
Der Gewa-Tower in Fellbach nimmt Gestalt an. © ZVW
7/12
HT8C6195a_6
Der Gewa-Tower in Fellbach nimmt Gestalt an. © ZVW
8/12
HT8C6212a_7
Der Gewa-Tower in Fellbach nimmt Gestalt an. © ZVW
9/12
HT8C6227a_8
Der Gewa-Tower in Fellbach nimmt Gestalt an. © ZVW
10/12
HT8C6246a_9
Der Gewa-Tower in Fellbach nimmt Gestalt an. © ZVW
11/12
HT8C6276a_10
© Jamuna Siehler
12/12
HT8C6281a_11
© Jamuna Siehler

Fellbach/Waiblingen. Im August soll der Innenausbau des Gewa-Towers in Fellbach fertig sein. 107 Meter wird das Gebäude dann erreicht haben und zu den höchsten Wohntürmen Deutschlands zählen. Derzeit zählt es 23 Stockwerke, und alle zehn Tage kommt ein weiteres hinzu. Bis zur 22. Etage sind alle Wohnungen bereits verkauft.


Der Winter meint es gut mit dem ambitionierten Turmbau-Projekt am Fellbacher Stadtrand. „Es gab bisher nur ein paar Schneetage, in denen die Arbeit schwierig war“, sagt Gewa-Geschäftsführer Mark G. Warbanoff und zieht verbal den Hut vor den Handwerkern in schwindelerregender Höhe, die ungeachtet von Wind, Regen und Kälte „einfach schaffen“. Über zwei Außenaufzüge gelangen Mensch und Material an den luftigen Arbeitsplatz, den immer länger werdenden Marsch durchs Treppenhaus tut sich kaum noch einer an, denn „mit der Zeit kriegt man heftig den Drehwurm“. Und später droht Muskelkater. Schwerer hat’s der Führer des großen Krans, der am Beginn seines Arbeitstags von Podest zu Podest und Leiter für Leiter sein Führerhäuschen erklimmt – und erst zum Feierabend wieder runterkommt. Dafür hat er auf 105 Metern Höhe den besten Blick.

Von den 65 geplanten Eigentumswohnungen sind 44 verkauft. Der Verkauf hält Schritt mit dem Bau. Die Praxis zeigt, dass die Interessenten die Wohnungen im Rohbau sehen wollen – und sich dann entscheiden. Entsprechend ist Mark G. Warbanoff überzeugt, auch mit den oberen Etagen keine Luftschlösser zu bauen, sondern Luxuswohnungen für die besonders zahlungskräftige Kundschaft. Prominente zählen bislang noch nicht zu den Käufern, doch das werde sich ändern, je weiter es nach oben geht. Ein 160-Quadratmeter-Appartement knapp unter der Hausspitze liegt preislich bei etwa 1,5 Millionen Euro. Wer die 450-Quadratmeter-Wohnlandschaft in den beiden obersten Etagen präferiert, sollte dafür rund fünf Millionen übrig haben. In den nächsten Wochen wird die Gewa gezielt potenzielle Käufer ansprechen, vor allem aus Wirtschaft und Sport – „der VfB ist ja wieder erfolgreich“.

Dem Verkehr weit entrückt: „Die Höhe ist die Lage“

Dank der nach oben wandernden Kletterverschalung wächst der Turm alle zehn Tage um ein Stockwerk. Parallel läuft unten der Innenausbau, und bis zum 14. Stock gibt’s jetzt Glasfassaden und Balkone. Zu Füßen des Turms entsteht als Halbrund-Bau ein Hotel mit 123 Zimmern. Dessen Rohbau wird im April fertig, im Herbst will die Gewa dann an Pächter Nordic übergeben. Auf der anderen Seite des Turms errichtet die Firma Weißenburger Mietwohnungen. Insgesamt werden auf dem Areal etwa 600 Menschen wohnen. Aus Sicht von Mark G. Warbanoff eine stimmige Mischung: „Die Region ist stark, deshalb werden auf dem Wohnungsmarkt alle Segmente gebraucht.“ Gegen die Wohnungsknappheit leiste der Tower zwar keinen großen Beitrag, das Weißenburger-Projekt aber durchaus. Der Standort sei für den Tower nicht das Entscheidende: „Die Höhe ist die Lage. Oben bekommt man vom Verkehr unten nichts mit.“

Es hat wohl etwas von Wohnen im Himmel, über den irdischen Problemen unten. Auf der Fahrt nach oben „kippt die Perspektive“, sagt Warbanoff, der Blick geht ins Weite. Die Grabkappelle am Rotenberg ist schon jetzt gut zu erkennen, auch der Fernsehturm und der Gaskessel. Deutlich lässt sich die Kessellage der Innenstadt ausmachen. Nördlich scheint das Wüstenrot-Hochhaus in Ludwigsburg plötzlich recht nah. Und in Richtung Osten reicht die Sicht je nach Witterung weit ins Remstal hinein, an klaren Tagen soll sogar der Schorndorfer Fernmeldeturm zu sehen sein.

Und Waiblingen?

Der Bezug zur Nachbarstadt Waiblingen drängt sich auf. Waiblingen plant ja einen Ökoturm auf der Korber Höhe. Die Gewa wird sich dafür „Stand jetzt“ nicht engagieren. Zuerst, weil die Kapazitäten derzeit gebunden sind. Außerdem hält Mark Warbanoff das Konzept am Standort Korber Höhe mit Begrünung für schwer umsetzbar. Die neue Energieeinspar-Verordnung mache das Projekt noch teurer.

Keine Bedenken hat Warbanoff wegen des Hotelbaus beim Volksbank-Areal. „Konkurrenz belebt das Geschäft.“ Er ist überzeugt: Im florierenden Wirtschaftsraum werden beide Hotels gut laufen. Auch kleinere Hotels und Pensionen werden weiter genug Gäste haben. Aber vielleicht müssen die Rems-Murr-Firmen ihre Gäste seltener nach Stuttgart schicken.