Fellbach

Fellbach rechnet pro Woche mit bis zu 20 Flüchtlingen: Container reichen nicht

Containerunterkunft Tournonstraße Fellbach
An der Tournonstraße in Fellbach wird gerade eine Container-Unterkunft gebaut. © Stadt Fellbach

Die Stadt Fellbach geht davon aus, dass sie bis Ende des Jahres möglicherweise noch mehrere Hundert Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen muss. Die Verwaltung rechne damit, „dass bis Ende des Jahres bis zu 20 Personen pro Woche zusätzlich untergebracht werden müssen“, so eine Pressemitteilung von Dienstag. Derzeit sind in der Kappelbergstadt rund 600 Ukrainer erfasst, die in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises, in städtischen Unterkünften oder Privatunterkünften wohnen.

„Die aktuelle Flüchtlingskrise hat größere Dimensionen angenommen als die der Jahre 2015/2016“, so die Stadtverwaltung Fellbach. Gerade in den Sommermonaten seien die Flüchtlingszahlen noch einmal deutlich angestiegen. Die Verteilung der Geflüchteten erfolgt nach dem Königsteiner Schlüssel, der die Einwohnerzahl und die Steuereinnahmen der Bundesländer berücksichtigt. Die Schutzsuchenden werden auf die Landkreise und von dort weiter auf die Kommunen verteilt. „Auch für Fellbach bedeutet dies, dass ständig weitere Geflüchtete untergebracht werden müssen“, so das Rathaus.

„Unsere wichtigste Zielsetzung ist es, durch die Aktivierung weiterer Unterkünfte die Umnutzung einer Sporthalle als Notunterkunft zu vermeiden“, so Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull. „Daher sind wir auch dankbar für weitere private Angebote.“

Im Mai hatte der Gemeinderat den Weg freigemacht für eine neue Container-Wohnanlage mit rund 100 Plätzen an der Tournonstraße. „Durch rechtzeitiges Handeln konnten wir hierfür kostengünstig gebrauchte Wohncontainer erwerben“, so Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Derzeit werden die Fundamente erstellt. Aufgebaut werden kann die Anlage laut der Pressemitteilung Mitte Oktober. Die Inbetriebnahme ist für den Jahreswechsel vorgesehen.

Stadt spricht mit Eigentümern

In der bisherigen städtischen Obdachlosenunterkunft im Erbach könnten in vier Wohnungen rund 50 Personen untergebracht werden. Auch die Gästezimmer im Großen Haus in Schmiden können für die Flüchtlingsunterbringung genutzt werden.

Im Gespräch ist die Stadtverwaltung derzeit mit Eigentümern von Gewerbeimmobilien und Wohnimmobilien, die sich gegebenenfalls auch für die Einrichtung von Gemeinschaftsunterkünften durch den Rems-Murr-Kreis eignen.

Im Frühjahr konnten in Fellbach dank der großen Hilfsbereitschaft der Bevölkerung zahlreiche Wohnungen und andere Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete aus dem Kriegsgebiet zur Verfügung gestellt werden, berichtet die Verwaltung. Aber auch die Stadt und die städtische Wohnungs- und Dienstleistungsgesellschaft Fellbach (WDF) haben Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen. So hat die WDF das Hotel „Grüner Baum“ in Schmiden längerfristig für die Flüchtlingsunterbringung angemietet, die Mobile Jugendarbeit der Stadt hat ihren Standort in der Parlerstraße aufgegeben, um das Gebäude als Wohnraum zur Verfügung zu stellen. In der Fellbacher Straße wurde ein Gebäude instandgesetzt.

„Besonders geeignet sind Wohnimmobilien mit mehreren Wohnungen oder Gewerbeimmobilien, die eine Zimmerstruktur haben“, ergänzt Daniel Plaz, Geschäftsführer der WDF. Sie kümmert sich in Kooperation mit der Stadt um den Betrieb der Unterkünfte und die Betreuung der Flüchtlinge. Wer der Stadt eine geeignete Liegenschaft anbieten möchte, kann dies über die städtische Homepage www.fellbach.de/ukraine tun.

„Wir hatten im Frühjahr einen gewissen ‚Puffer’ geschaffen, da niemand abschätzen konnte, wie sich die Flüchtlingszahlen weiterentwickeln, und auch die Voraussetzungen für neuen Wohnraum geschaffen“, so Gabriele Zull. Nun braucht die Stadt weitere Unterkünfte.

Die Oberbürgermeisterin: „Die Herausforderungen durch die Fluchtbewegung aus der Ukraine haben wir bislang gut bewältigt, auch durch ein engagiertes und verlässliches Miteinander von Stadt, der Wohnungs- und Dienstleistungsgesellschaft, der Stadtwerke, der feel GmbH, des DRK Fellbach und der Freiwilligen Feuerwehr Fellbach sowie durch Unterstützung aus der Bürgerschaft und vieler Ehrenamtlicher. Diesen Weg wollen wir weitergehen.“

Die Stadt Fellbach geht davon aus, dass sie bis Ende des Jahres möglicherweise noch mehrere Hundert Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen muss. Die Verwaltung rechne damit, „dass bis Ende des Jahres bis zu 20 Personen pro Woche zusätzlich untergebracht werden müssen“, so eine Pressemitteilung von Dienstag. Derzeit sind in der Kappelbergstadt rund 600 Ukrainer erfasst, die in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises, in städtischen Unterkünften oder Privatunterkünften wohnen.

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