Fellbach

Landgericht verurteilt 26-Jährigen zu Haftstrafe für schweren sexuellen Kindesmissbrauch

Landgericht
Das Landgericht Stuttgart. © Alexandra Palmizi

Das Stuttgarter Landgericht hat den 26-Jährigen, der einen 13-jährigen Jungen aus Fellbach schwer sexuell missbraucht hat, zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Wie die Richterin der vierten Strafkammer (Jugendkammer), Monika Lamberti, in der Urteilsbegründung ausführte, hat der homosexuelle Mann aus Stuttgart die sexuelle Unerfahrenheit und die Probleme des Kindes im Mathematikunterricht ausgenutzt.

Das frühe Geständnis des Angeklagten hat dem heute 14 Jahre alten Jungen eine Zeugenvernehmung erspart. Er musste nicht noch einmal schildern, was der Angeklagte im Juni 2019 mit ihm gemacht hat. Dass sich der damals 13-Jährige als 14-Jähriger ausgegeben hat, um auf der Homosexuellen-Plattform „Du bist nicht allein“ ein Profil erstellen zu können, spielte bei der Urteilsfindung eine untergeordnete Rolle. Denn bei dem Opfer handelte es sich um ein auch oder gerade in seiner sexuellen Entwicklung zu schützendes Kind.

Der Angeklagte gab sich auf jener Plattform als 19-Jähriger aus und kommunizierte mit dem Kind unter einem Decknamen. Es gelang ihm beim Chatten über eventuelle Mathe-Nachhilfe und anderes, für den 6. oder 7. Juni ein Treffen an der Schule auszumachen, wo er den 13-Jährigen zu einem weiteren Treffen überredete. Der Mann holte das Kind mit dem Auto ab, nahm es mit in seine Wohnung und spielte mit ihm Playstation, bevor er sexuelle Handlungen an ihm vornahm. Am 14. oder 15. Juni holte er das Kind wieder an der Schule ab und nahm es mit nach Hause, wo sich die Missbrauchstaten in der Schwere steigerten.

Dass er im Juli 2018 vom Amtsgericht Weinheim wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu 14 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wurde und an dem Opfer aus Fellbach-Oeffingen noch schwerere Straftaten begangen hat, wertete die Strafkammer als „hohe Rückfallgeschwindigkeit“ des Stuttgarters.

Oberstaatsanwältin hatte auf drei Jahre und sechs Monate Haft plädiert

Mit dem Urteil blieb das Gericht vier Monate unter dem Strafantrag von Oberstaatsanwältin Marina Schmitt, die auf drei Jahre und sechs Monate Haft plädiert hatte. Die 23-jährige Schwester des Jungen, welche zusammen mit dem Vater im Zeugenstand über die Folgen der Taten berichtet hat, war bei der Urteilsverkündung dabei. Sie hörte, wie auch die Strafkammer aus einem „aufgeweckten, fröhlichen Kind“ ein sehr zurückgezogenes werden sah, das sich hinterher selbst verletzt hat, in seinen Schulleistungen abgefallen ist und heute noch an Konzentrationsschwäche sowie Panikattacken leidet.

„Das Kind sah jünger aus als 13“, kam Richterin Lamberti noch einmal auf die Beweisbilder zu sprechen. Abgesehen von der Behandlungsbedürftigkeit des Kindes hält sie den Verurteilten, der zugab, seine Begierde nach Jungen nicht im Griff zu haben, für noch lange nicht therapiert. Einmal alle 14 Tage zu einem Psychologen zu gehen, um eine Bewährungsauflage zu erfüllen, hat den ungarischen Staatsbürger, der zeitweise bei seiner Tante in Weinheim und bei seinem Vater in Winnenden und Weinstadt gelebt hat, nicht davon abgehalten, Kinder zu ködern und zu missbrauchen. Vor dem Landgericht sagte er zwar, er habe mit seinen Verbrechen Unrecht getan, aber nach einer wirklichen Unrechtseinsicht und einem entwickelten Unrechtsbewusstsein, so dass keine weiteren Sexualstraftaten an Kindern mehr zu befürchten wären, klang das nicht.

Das Stuttgarter Landgericht hat den 26-Jährigen, der einen 13-jährigen Jungen aus Fellbach schwer sexuell missbraucht hat, zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Wie die Richterin der vierten Strafkammer (Jugendkammer), Monika Lamberti, in der Urteilsbegründung ausführte, hat der homosexuelle Mann aus Stuttgart die sexuelle Unerfahrenheit und die Probleme des Kindes im Mathematikunterricht ausgenutzt.

Das frühe Geständnis des Angeklagten hat dem heute 14 Jahre alten

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