Fellbach

Richtfest für den Gewa-Turm

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GeWa Tower feiert Richtfest © Benjamin Büttner
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Erst im September 2016 wurde das Richtfest gefeiert. © Benjamin Büttner
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GeWa Tower feiert Richtfest © Benjamin Büttner
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GeWa Tower feiert Richtfest © Benjamin Büttner

Fellbach. Der Gewa-Tower in Fellbach hat seine volle Höhe von 107 Metern erreicht. Beim Richtfest am Freitag nannte Oberbürgermeister Christoph Palm das Hochhaus ein Beispiel für einen Zukunftsglauben, den die Gesellschaft öfter brauche. Apropos Zukunft: Voraussichtlich im Sommer können die Bewohner einziehen.

Video: Michael Warbanoff führt uns durch die Baustelle des Gewa Towers in Fellbach.

Noch hat der Gewa-Tower keine komfortablen Innenaufzüge. Nach oben geht’s die 34 Stockwerke nur zu Fuß oder besser mit dem Außenaufzug, der auf seiner etwa fünfminütigen Fahrt Blicke in die Weite und in die Tiefe gewährt. Aus nachvollziehbaren Gründen fand das Richtfest also nicht oben in luftiger Höhe, sondern am Fuß des Turms auf der Fläche des künftigen Parks statt in Nachbarschaft zu den fast schon bezugsfertigen Mietwohnungen auf dem Areal am Fellbacher Stadteingang. Bei der Gelegenheit erzählte Gewa-Seniorchef Michael G. Warbanoff die Geschichte, wie es zu der Idee des Turmbaus kam: Bei der Einweihung des Winnender Markthauses vor zehn Jahren hatte ihn OB Christoph Palm angesprochen. Bei einem gemeinsamen Mittagessen in der Schwabenlandhalle legte das Stadtoberhaupt dem Unternehmer die Pläne der Brachfläche vor. Nicht nach großflächigem Einzelhandel, sondern nach Wohnungen stehe der Wunsch. Viele Entwürfe wurden gemacht, und das vorgesehene Hochhaus wuchs und wuchs. Aus dem Gemeinderat kam zusätzlicher Auftrieb: „Wir zeigen’s den Stuttgartern!“.

Den großen Wurf gewagt

Ein schmales Hochhaus steht jetzt dort, wo vor zehn Jahren auf dem ersten Stock einer Bauruine schon Bäume sprossen und eine Tennishalle der Baufälligkeit bedrohlich nahe rückte. Aus Sicht von OB Christoph Palm wird das Projekt beispielgebend sein für die architektonische, städteplanerische und soziologische Fachwelt, wenn es ums Bauen in Metropolregionen geht. „Es wurde Masse in das Quartier gebracht, ohne dass es die Anmutung einer italienischen Altstadt bekommt, in der man sich von Fenster zu Fenster unterhalten kann.“ Stattdessen: ein großzügiger, öffentlicher Park im Zentrum. Wäre auf üblicher Höhe gebaut worden, hätte es dafür die Fläche von zehn Fußballfeldern gebraucht. Entsprechend lobte der Rathauschef die Unternehmer Michael und Mark Warbanoff, sich nicht mit „kleinen Plänen“ aufgehalten, sondern den großen Wurf gewagt zu haben. „Wer nicht an den Fortschritt glaubt und denkt, alles sei schon ausgereizt, der tut sich und der Nachwelt nichts Gutes.“ Nicht zuletzt hinsichtlich Statik, Baumaterialien und Ökologie sei der Gewa-Tower etwas Besonderes. Die Warbanoffs seien auf Neuschwäbisch „Risk-Taker“, das Risiko Wagende.

Kein Schnee im August

Architekt Jörg Wolf erinnerte an den Widerstand durch die Initiative „Fellbach ist nicht Manhattan“. Fast 6000 Bürger sprachen sich unterschriftlich gegen das Projekt aus, manche der Argumente gingen laut Wolf „unter die Gürtellinie“ oder seien übertrieben. Der Architekt versicherte: „Trotz der Verschattung wird hier im August kein Schnee liegen.“ Der Tower und die umliegenden Gebäude brächten vielmehr von sich aus Qualität in das Viertel. Der schmale, sich nach oben verbreiternde und auskragende Turm kommt nach dem Eindruck von Michael Warbanoff mittlerweile gut an in der Bevölkerung.

Dem Fellbacher OB schenkte der Unternehmer als Dank für die Unterstützung der Stadt die Fahne, die Mai-Scherzler in der schwindelerregenden Höhe des Auslegers des 125 Meter hohen Krans angebracht hatten, und die der Kranführer holen musste. Offensichtlich waren es stolze Oeffinger, die den Fellbachern die Fahne des Stadtteils ans neue Wahrzeichen hängen. Von einer Anzeige sahen die Warbanoffs ab.