Fellbach

Stimmt es, dass der Schwabenlandtower zum Verkauf steht? Drei Gründe für den Stillstand

SLT107 Schwabenlandtower
Blick vom Schwabenlandtower im August 2020. © Gabriel Habermann

Wieder und wieder hat sich das Aufstellen des Baukrans am Schwabenlandtower verzögert. Dies wäre das weithin sichtbare Signal, dass es endlich vorwärtsgeht nach der Gewa-Pleite und dass der Turm fertiggebaut wird. Mehr als vier Jahre lebt Fellbach nun schon mit dem Betonskelett, und viele befürchten, dies könne eine unendliche Geschichte werden. Für weitere Unsicherheit sorgte Mitte Dezember die bislang unbestätigte Meldung, der Turm stehe zum Verkauf. Was ist wirklich dran?

Dass der Schwabenlandtower SLT 107 zum Verkauf stehe, vermeldete der „Immobilienbrief Stuttgart“ unter Berufung auf Insider „aus Kreisen eines großen institutionellen Investors“. Nach der Übernahme der CG-Gruppe durch die Consus Real Estate und dem damit verbundenen Rückzug des prominenten Investors Christoph Gröner scheint das Projekt tatsächlich an Dynamik verloren zu haben, das ist der Eindruck, der sich in Fellbach breitmacht. Gegenüber unserer Redaktion versichern jetzt die neuen Eigentümer: Beim Schwabenlandtower bestünden „keinerlei Unklarheiten“. Das Projekt sei vollständig geplant und durchfinanziert. Geduld bleibt dennoch weiter gefragt, was im Wesentlichen drei Gründe hat.

Erstens: Corona

Wie fast in allen Bereichen, hat die Covid-19-Pandemie auch im Baugewerbe ihre Auswirkungen. Im Fall des SLT 107 bremst sie den Einsatz von Arbeitskräften und die Lieferung von Baustoffen aus. Schon im Frühjahr war es zu mehrwöchigen Verzögerungen gekommen, erst recht jetzt während des neuerlichen Lockdowns. „Unsere Branche macht da keine Ausnahme“, sagt der Consus-Sprecher, „obgleich wir nach besten Kräften bemüht sind, einen zügigen Fortgang der Arbeiten zu gewährleisten“.

Zweitens: Der Winter

Branchenüblich sei die Pause von Dezember bis März, zumal aufgrund der Witterungsbedingungen zahlreiche Arbeiten schlicht technisch und unter Berücksichtigung des Arbeitsschutzes nicht durchgeführt werden könnten. „Wegen der bereits eingetretenen Bauverzögerungen würden wir jedoch nicht nur gern weiterarbeiten“, so der Sprecher, „sondern auch noch schneller den Bau fortsetzen als geplant.“ Derzeit geht die Bauherrschaft davon aus, bei geeigneter Witterung im März mit den Arbeiten weitermachen zu können.

Drittens: Der Besitzerwechsel

Den ruinösen Gewa-Tower hat 2018 Christoph Gröners CG-Gruppe erworben, die ging später in der Consus Real Estate auf. Aktuelle Eigentümerin des Turms ist die Adler Group. Hintergrund dafür ist eine Fusion unter Beteiligung der Consus Real Estate AG, der Ado Properties SA und der Adler Real Estate AG. Im Zuge dieser Fusion erfolgt laut einem Sprecher eine Überprüfung des gesamten, von der Consus Real Estate eingebrachten Portfolios. Anders als Consus, die sämtliche der von ihr realisierten Projekte veräußerte, verfolge die Adler Group eine „Build & Hold“-Strategie. Heißt, sie will die Immobilien behalten.

Dieser Ansatz verlange jedoch, dass bei einer Übernahme untersucht wird, welches Gebäude unter welchen Voraussetzungen behalten und welches veräußert werden soll. „Dieser Prozess findet derzeit statt und ist völlig offen“, teilt der Consus-Sprecher mit. Allerdings habe die Prüfung, egal wie sie ausgeht, schon aus rechtlichen Gründen keinerlei Einflüsse auf die planungsgemäße Fertigstellung des Projektes. Die sei „sicher gewährleistet“. Mit anderen Worten: Es kann tatsächlich sein, dass der Schwabenlandtower verkauft wird. Zu Ende gebaut wird er laut Eigentümer so oder so.

Wieder und wieder hat sich das Aufstellen des Baukrans am Schwabenlandtower verzögert. Dies wäre das weithin sichtbare Signal, dass es endlich vorwärtsgeht nach der Gewa-Pleite und dass der Turm fertiggebaut wird. Mehr als vier Jahre lebt Fellbach nun schon mit dem Betonskelett, und viele befürchten, dies könne eine unendliche Geschichte werden. Für weitere Unsicherheit sorgte Mitte Dezember die bislang unbestätigte Meldung, der Turm stehe zum Verkauf. Was ist wirklich

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