Fellbach

Vom Krankentransport zur Notfallrettung

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Trainingstag für die Mitarbeiter von privaten Krankentransport-Anbietern. © Habermann / ZVW
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Nur eine Übung: Die Rettungssanitäter versorgen einen Verunglückten. Die Mitarbeiter der Krankentransportdienste werden immer häufiger in der Notfallrettung eingesetzt.

Fellbach. Auch Helfern muss bisweilen geholfen werden. Und sei es nur, um die Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem Laufenden zu halten, Neues dazuzulernen und möglichst effektiv die Verpflichtung zu erfüllen, die das baden-württembergische Rettungsdienstgesetz auferlegt, seine Mitarbeiter jedes Jahr dreißig Stunden fortzubilden.

Einen ihrer vierteljährlichen Trainee-Days veranstaltete das Ludwigsburger Unternehmen „Inside-Team“ vergangenen Samstag in Fellbach. Neben dem gastgebenden Sani-Team Winkler waren Mitarbeiter von KTS Krankentransport Stuttgart und Ambulanzengel mit dabei, um Neues zum Thema „Patientengerechte Rettung“ zu erfahren und Altbekanntes aufzufrischen.

Regelmäßige Überlastung in Stuttgart

Denn, erklärte René Horn vom Sani-Team Winkler, das baden-württembergische Rettungsdienstgesetz sehe es durchaus vor, dass bei Bedarf auch Krankentransporte und deren Mitarbeiter in der Notfallrettung eingesetzt werden. Dies, ergänzte ihn Riccardo Lardino von „Inside-Team“, komme vor allem in Stuttgart mittlerweile schon regelmäßig vor, wenn die Notfallrettung überlastet sei und keine Kapazitäten mehr freihabe.

Angesichts der gegenwärtigen Lage im Gesundheits- und Rettungswesen sei keine Besserung in Sicht, im Gegenteil müsse man davon ausgehen, dass sich die Situation weiter verschärfe. Somit, waren sich Lardino und Horn einig, könnten die Mitarbeiter von Krankentransportunternehmen gar nicht genug über „patientengerechte Rettung“ bei Unfällen wissen.

Der Samstagvormittag war dann eher der Theorie vorbehalten, angefangen beim Unterschied zwischen Sofortrettung, schneller und schonender Rettung, über die Frage, wer wo welche Verantwortung trägt und wie man miteinander redet und nicht aneinander vorbeiredet, bis hin zur Eigensicherung, zum korrekten Abstellen von Einsatzfahrzeugen und zu den Grundsätzen, nach denen bei der Versorgung von Verletzten vorzugehen ist.

Das Wichtigste ist die Absprache

Nachmittags hieß es dann Hand anlegen. Einen kompetenten Partner fanden die Veranstalter für ihr Anliegen in der Freiwilligen Feuerwehr Fellbach. Andreas Haller, Axel Heckeler und Frank Berberich waren mit dem Vorausrüstwagen der Wehr angerückt, um zu demonstrieren, wie man sich mit Schere und Spreitzer Zugang zu einer verunfallten, in einem Pkw eingeschlossenen Person verschafft. Das Wichtigste im Einsatz, lernten dabei die potenziellen Retter, sei miteinander zu reden und sich untereinander abzusprechen.

Durchweg begeistert vom Verlauf der Fortbildung zeigten sich die neun Mitarbeiter von KTS - Krankentransport Stuttgart: Es sei ein gleichermaßen interessanter und wichtiger Lehrgang, von dem man wichtige neue Kenntnisse für den Berufsalltag mitnehme, unabhängig davon, ob es sich um Krankentransporte, Rückholungen oder Notfallrettung handle. Gut sei auch, dass hier Jung und Alt miteinander lernten und übten, so könnten die einen ihre Erfahrung einbringen, die anderen die neuesten Fachkenntnisse und aktuelles Wissen.

Rettungshelferin Dimitra Angelidou von „Ambulanzengel“ merkte an, dass es auch wichtig sei, über das eigene Unternehmen hinaus die Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen. „Im Einsatz vor Ort kommen ja auch die Mitarbeiter verschiedener Dienste zusammen. Da arbeitet man miteinander und sich gegenseitig zu, denn schließlich, im Mittelpunkt unseres Handelns steht stets der Mensch, der sich in einer Notsituation befindet und unsere Hilfe benötigt.“

Die Idee für die interne Rettungsdienst-Fortbildungsreihe der privaten Anbieter Ambulanzengel, KTS Stuttgart, Sani-Team Winkler und dem Inside-Team entwickelte im Frühjahr 2017 der Geschäftsleiter der Ambulanzengel, Manuel Fonseca. Das Format startete im September 2017 mit den Themen Terror-Versorgung und Versorgung von Notfallpatienten aus notfallmedizinischer und organisatorischer Sicht.