Fellbach

Zu viele Hundehaufen: Fellbach erhöht Hundesteuer - und führt eine Kampfhundesteuer ein

Hund Symbol Labrador
Symbolbild eines Labradors. © Nikki Luijpers / Pixabay

Hundehalter müssen in Fellbach im kommenden Jahr zwölf Euro mehr für ihre Tiere zahlen. Dafür hat sich der Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am Dienstagabend einstimmig ausgesprochen, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Das entspreche einer Anhebung der Hundesteuer um zehn Prozent. „Das ist ein Euro mehr im Monat“, so Fellbachs Erster Bürgermeister Johannes Berner. Aus Sicht der Verwaltung und des Gemeinderats sei das eine angemessene Erhöhung. Zusätzlich wird 2021 eine Kampfhundsteuer eingeführt.

Seit zwei Jahren wurde die Hundesteuer laut Stadtverwaltung nicht mehr angehoben. Ein Grund für die jetzige Erhöhung sei auch die steigende Verschmutzung öffentlicher Grünanlagen, der Gehwege und Spielplätze, so Claudia Kneißl von der Kämmerei. Einhergeht damit auch ein Mehraufwand für die Beseitigung der Verunreinigung. Regelmäßig beklagen sich auch Bürger über diese Verunreinigungen bei der Stadt. Um der Verschmutzung entgegenzuwirken, wurden inzwischen im gesamten Stadtgebiet 90 Automaten mit Hundekot-Tüten aufgestellt.

132 Euro pro Jahr

Konkret bedeutet die Steuererhöhung, dass Besitzer künftig 132 Euro anstatt 120 Euro für den ersten Hund zahlen müssen. Für jeden weiteren werden 264 Euro erhoben. Das entspricht den gleichen Steuersätzen, wie sie die Städte Schorndorf oder Winnenden verlangen. Aktuell sind in Fellbach (Stand 30.10.2020) insgesamt 1.468 Hunde gemeldet.

Neu in der Satzung zur Hundesteuer ist die Erhebung einer Kampfhundesteuer. „Die brauchen wir, aufgrund der lenkenden Wirkung, die von solch einer Steuer ausgeht“, bekräftigte Berner. Das heißt: durch die Steuer soll die Anzahl der Kampfhunde im Gemeindegebiet weiter konstant niedrig gehalten und somit Gefahren sowie Belästigungen für die Allgemeinheit verringert werden, wie es in der Satzung heißt.

Fünf Kampfhunde in Fellbach

Damit zieht Fellbach laut der Mitteilung aus dem Rathaus mit anderen großen Kreisstädten des Rems-Murr-Kreises gleich. Aktuell gibt es in Fellbach fünf Kampfhunde. Deren Besitzer müssen in Zukunft 840 Euro jährlich für den ersten Hund zahlen. Bei jedem weiteren Kampfhund werden Steuern in Höhe von 1.680 Euro verlangt. Auch bei dieser Steuer ist Fellbach nun auf dem gleichen Niveau wie Winnenden.

Steuerbefreit hingegen werden Halter von Therapiehunden. Dazu gehören beispielsweise Blindenhunde, Diabetiker- und Epilepsiewarnhunde. Betroffen davon sind in Fellbach 16 Tiere.

Für die Stadt bedeutet die Steuererhöhung Mehreinnahmen von insgesamt 22 560 Euro. Im kommenden Jahr wird Fellbach somit voraussichtlich 201 960 Euro über die Hundesteuer einnehmen.