Kaisersbach

Beifuß: Das vielseitige Kraut mit antiviraler Wirkung

Kräuterterrassen
Der Beifuß kann mehr, als nur bei der Verdauung helfen. Foto: Wikimedia © Wikimedia commons

Die Kräuterterrassen Kaisersbach stellen in loser Folge Kräuter vor. Heute: ein Kraut, dem eine antivirale Wirkung nachgesagt wird. Antiviral bedeutet gegen ein Virus gerichtet, also zum Beispiel fiebersenkend.

Den Beifuß (Artemisia vulgaris) kennt man als Gewürz für fette Speisen, wie zum Beispiel Gänsebraten. Hierzu werden gerebelte frische Blätter verwendet, die die Speise leichter verdaulich machen. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an und unterstützen so die Verdauung.

Die Pflanze kann jedoch sehr vielseitig eingesetzt werden. Beifuß gehört zu den Johanniskräutern, denen eine magische Wirkung zugeschrieben wird. Im Altertum wurden geräucherte Pflanzenteile zur Herstellung von Liebeszaubern verwendet, was eine euphorische stimulierende Wirkung auslöste. Ein alter Spruch sagte, wer Beifuß im Haus hat, dem kann der Teufel nichts anhaben. Der Beifuß ist eine krautige Pflanze, die 50 bis 150 cm hoch wird. Die in der Pflanze gebildeten Stoffe sollen sogar zur Behandlung gegen die Malaria eingesetzt werden, wie in Fachliteratur zu lesen ist. Beifußtee vom Kraut wirkt bei Magenstörungen mit üblem Mundgeruch, Galle- und Leberleiden, Hämorrhoiden, Nervenkrankheiten und bei Menstruationskrämpfen. Dies bewirken die keim- und pilzhemmenden Inhaltsstoffe, die die Sekretion der großen Drüsen sanft anregen. Magen, Darm und Galle profitieren davon.

Teezubereitung: 1 Teelöffel Kraut wird mit ¼ l kochendem Wasser überbrüht, Ziehzeit höchstens fünf Minuten. Bis zu drei Tassen täglich trinken, kein Süßmittel verwenden.

Rezept für Beifuß-Crêpes: Man bereitet aus 100 g Mehl, vier Eiern, etwa ¼ l Milch und 50 g flüssiger Butter einen glatten Teig, den man 30 Minuten ruhen lässt. Dann mischt man 100 g gehackte, junge Beifußtriebe unter den Teig. In einer Pfanne dünne Crêpes ausbacken. Schmeckt gut zu fettem Gänsebraten und hilft beim Verdauen.

Der Beifuß gehört zur Familie der Korbblütler. Personen, die darauf allergisch reagieren, sollten Tee und Extrakte dieser Pflanze meiden.

In den Kräuterterrassen Kaisersbach in der Gartenstraße 9 kann man neben vielen anderen interessanten und duftenden Kräutern den Beifuß sehen (im Teebeet), riechen und anfassen – aber nicht mitnehmen! Ein Besuch im Kräutergarten ist immer lohnend und sehr informativ. Der Zugang ist kostenfrei. Das ganze Team freut sich jedoch über eine kleine Spende.

Die geltenden behördlichen Vorschriften müssen zwingend eingehalten werden. Momentan sind wieder Führungen durch eine ausgebildete Kräuter-Pädagogin möglich (kostenpflichtig). Weitere Informationen erhält man auch bei der Vorsitzenden der Kaisersbacher Kräuterterrassen, Mona Winter, unter der Telefonnummer 0 71 84/419 oder per E-Mail unter mona-winter@gmx.de.