Kernen

Abriss an der Ortsdurchfahrt Stetten für mehr Wohnraum in Kernen

Abriss
Dieses Haus an der Stettener Ortsdurchfahrt und ein weiteres Haus dahinter sollen ersetzt werden. © Benjamin Büttner

An der Stettener Ortsdurchfahrt auf Höhe Kreuzung Weinstraße wird es wohl in naher Zukunft eine Baustelle geben: Um zwei Doppelhäuser bauen zu können, sollen die Gebäude Lange Straße 68 und Pommernstraße 73 abgerissen werden. Die beiden Häuser stehen hintereinander. Da für diesen Teil von Stetten kein rechtsgültiger Bebauungsplan besteht, hat der Technische Ausschuss über die Bauvoranfrage beraten.

Dass es für ältere Ortskerne oder Innenstädte keinen gültigen Bebauungsplan gibt, ist an und für sich nicht unüblich: Deshalb gibt es im Baugesetzbuch (BauGB) einen speziellen Paragrafen, der regelt, was erlaubt ist und was nicht. In solchen Fällen darf laut dem Baugesetzbuch nur neu gebaut werden, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Klare Regeln für das Bauen im alten Ortskern

Demnach sind Bauvorhaben dann zulässig, wenn sich das geplante neue Gebäude „nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist“.

Außerdem dürfe das Ortsbild nicht beeinträchtigt werden, die Baumaßnahmen müssen „städtebaulich vertretbar“ sein. Die geplante Bebauung muss demnach auch „mit den öffentlichen Belangen“ vereinbar sein – dabei geht es auch um „nachbarliche Interessen“, die gewürdigt werden sollen (Paragraf 34, BauGB).

Die neuen Häuser sind höher als der Bestand

Alle diese Punkte seien in diesem Fall so weit erfüllt, findet Bauamtsleiter und Beisitzer Peter Mauch: „Dieses Gebäude fügt sich gut ein.“ Zwar sind die zwei geplanten Doppelhäuser mit einer Giebelhöhe von 9,7 Meter ein Stück höher als der Bestand, jedoch gebe es in der unmittelbaren Nachbarschaft Gebäude in der gleichen Größenordnung, die Höhe gleiche sich an. Auch die geplanten Gauben seien satzungskonform. Das neue Gebäude auf Seite der Ortsdurchfahrt soll außerdem etwas zurückgesetzt zur Langen Straße gebaut werden: Dort sollen fünf Parkplätze entstehen.

Beim Gebäude an der Pommernstraße, das quer an der Straße stehen soll, sollen seitlich noch einmal drei Parkplätze gebaut werden. Für Wohnungen dieser Größe sind nach gültigem Schlüssel zwei Parkplätze vorgesehen – mit acht Stellplätzen für insgesamt vier Wohnungen ist diese Vorgabe erfüllt. Die Gemeinde habe bereits mehrere Vorgespräche mit den Antragstellern geführt. „Dabei war sehr positiv, dass alle Anmerkungen der Gemeinde aufgenommen wurden“, berichtet der Bauamtsleiter.

Neuer Wohnraum auf wenig Fläche

Viel freier Platz oder Lücke zu den Nachbargrundstücken bleibt freilich nicht. „Wir sind ein historischer Ortskern, da sitzen die Häuser eng aufeinander“, sagt Peter Mauch.

Die neuen Doppelhäuser schaffen aus Sicht der Gemeinde sinnvoll neuen Wohnraum im Ortskern: „Das Bauvorhaben ergänzt die derzeit untergenutzte Fläche in Stetten sinnvoll zur Nachverdichtung und Schaffung von neuem Wohnraum.“ Aus städtebaulicher Sicht habe die Verwaltung daher nichts an dem Bauvorhaben auszusetzen. Der Technische Ausschuss hat der Bauvoranfrage ebenfalls einstimmig zugestimmt.

Damit ist der Abriss der bestehenden Gebäude Lange Straße 68 und Pommernstraße 73 allerdings noch nicht abschließend beschlossen: Die Bauherren müssen nun bei der Baurechtsbehörde beim Landratsamt Rems-Murr einen Bauantrag stellen. Erst wenn die Baugenehmigung erteilt ist, kann an der Ortsdurchfahrt abgerissen und neu gebaut werden.

An der Stettener Ortsdurchfahrt auf Höhe Kreuzung Weinstraße wird es wohl in naher Zukunft eine Baustelle geben: Um zwei Doppelhäuser bauen zu können, sollen die Gebäude Lange Straße 68 und Pommernstraße 73 abgerissen werden. Die beiden Häuser stehen hintereinander. Da für diesen Teil von Stetten kein rechtsgültiger Bebauungsplan besteht, hat der Technische Ausschuss über die Bauvoranfrage beraten.

Dass es für ältere Ortskerne oder Innenstädte keinen gültigen Bebauungsplan gibt, ist

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