Kernen

"Alles wird teurer": Schützenhaus in Kernen spürt Pandemie und Ukraine-Krieg

Schützenhaus Stetten
Schützenhaus-Pächter Chris Reichle und Küchenchef Paul Fust präsentieren die neue Speisekarte: Ab sofort gibt es neben Klassikern wie Maultaschen auch Dessertvariationen. © Alexandra Palmizi

Seit Chris Reichle die Gaststätte im Schützenhaus in Stetten im Oktober 2020 übernommen hat, muss der Gastronom eine Hürde nach der nächsten überwinden. Lockdowns und strenge Corona-Regeln erschweren einen Blitzstart des Schützenhauses, stattdessen sind zurzeit eher Ausdauer und Geduld gefragt.

Mit den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs warten nun weitere Herausforderungen auf den 43-jährigen Eventgastronom – oder wie Chris Reichle es nennt: „die nächste Hürde“. Denn aktuell stellen leere Regale im Großmarkt den Einkauf für das Restaurant auf den Kopf. „Es gab keinen Tropfen Öl mehr, weder Pflanzenöl noch Bratöl“, sagt Reichle. Auch Tomatenmark sei vergriffen gewesen. Das sei eine gänzlich neue Situation für die Gastronomie, so der Schützenhaus-Pächter. „Ich bin bislang nie auf den Gedanken gekommen, dass es etwas nicht zu kaufen gibt. Sonst war immer alles verfügbar.“

Über die Gründe, warum manche Lebensmittel vergriffen sind, könne man nur spekulieren. Oftmals sei von logistischen Problemen sowie Lieferengpässen die Rede, erinnert sich Chris Reichle (43). Und wenn ein Produkt wieder verfügbar ist, dürfe nur eine bestimmte Mengenanzahl gekauft werden. „Die Bedarfsdeckung durch Mengenbegrenzungen ist ein riesiges Problem“, sagt der Gastronom. Denn gerade in der Küche des Schützenhauses seien Mehl und Öl essenzielle Bestandteile für die Gerichte auf der Speisekarte.

Pächter Chris Reichle: „Unter dem Strich steht die Wirtschaftlichkeit“

Hinzu kommen steigenden Energiepreise. „Alles wird extrem teurer“, sagt Reichle. Die Kostenexplosion mache es schwierig, gute Qualität zu einem guten Preis anzubieten. Zwangsläufig werde es zu einer Erhöhung der Preise auf der Speisekarte kommen. „Unter dem Strich steht die Wirtschaftlichkeit“, sagt er.

Das ist auch der Grund, warum das Schützenhaus im Februar zwei Wochen geschlossen hatte – um Kosten einzusparen, so der Pächter. Im Sommer und während der Schönwetter-Episoden im März erlebe der Biergarten des Schützenhauses einen „positiven Zulauf“. Doch in den Wintermonaten und bei schlechtem Wetter sei das Restaurant nicht vollständig ausgelastet. „Da ist noch Luft nach oben“, sagt Reichle. Anders sieht es an Sonntagen aus. Für diesen Tag müssen Gäste reservieren, um noch einen Tisch zu bekommen. Aktuell hat das Restaurant von donnerstags bis sonntags sowie an Feiertagen geöffnet.

Bis vor zwei Jahren sei das Schützenhaus eher als Ausflugs- und Sonntagslokal für Wanderer und Familien bekannt gewesen, sagt der 43-Jährige. Das soll sich nun ändern. „Wir haben investiert, um im Schützenhaus eine vollwertige Gastronomie zu haben, mit einem gemütlichen, bodenständigen Konzept“, so Reichle, der das Stettener Schützenhaus bereits aus seiner Kindheit kennt.

Der Eventgastronom will aber neben der Gaststätte auch auf das „Gesamtportfolio“ für Veranstaltungen, Firmenfeiern und Catering setzen. „Für Ostern und für Konfirmationen im Mai haben wir schon Anfragen“, sagt er. Auch können im benachbarten Nebenzimmer und im Saal des Schützenhauses Hochzeiten, Polterabende und runde Geburtstage gefeiert werden. Seine Hoffnungen setzen Chris Reichle und sein neunköpfiges Team auf den Sommer und darauf, „dass die Leute wieder feiern und den Sommer genießen“. Nicht zu vergessen sind die Absagen von Weihnachtsfeiern im vergangenen Jahr. „Diese Einnahmen fehlen uns“, sagt Chris Reichle.

Das Schützenhaus sucht nach Verstärkung im Servicebereich

Seit der Eröffnung nach dem Lockdown im Juni 2021 achtet das Schützenhaus-Team auf die Wünsche der Gäste. „Wir wollen ein Gefühl dafür bekommen, was die Gäste möchten“, sagt Reichle. Die zwischenzeitliche Schließung im Februar nutzte das Team, um eine neue Speisekarte sowie einen neu gestalten Internetauftritt zu entwickeln. Nun gebe es eine wöchentlich wechselnde Karte, drei Dessertvarianten und Flaschenweine vom Weingut Wolfgang Haidle. „Der Wunsch danach wurde uns immer wieder von den Gästen gespiegelt“, sagt er.

Rund 60 Prozent der Gäste im Schützenhaus kommen aus Kernen, berichtet der Gastronom. Viele Menschen würden aber auch aus Esslingen, Fellbach und dem Remstal kommen. Gerade der Kontakt zu den Gästen lässt den Gastronomen eine Hürde nach der nächsten nehmen. „Wir haben ein tolles Team und machen das mit Herzblut“, sagt Chris Reichle. „Aber besonders der Zuspruch der Menschen gibt uns momentan die Motivation, weiterzumachen.“ Aktuell sucht die Gaststätte im Schützenhaus nach Verstärkung im Service: Weitere Infos und Kontaktdaten gibt es unter www.schuetzenhausstetten.de.

Seit Chris Reichle die Gaststätte im Schützenhaus in Stetten im Oktober 2020 übernommen hat, muss der Gastronom eine Hürde nach der nächsten überwinden. Lockdowns und strenge Corona-Regeln erschweren einen Blitzstart des Schützenhauses, stattdessen sind zurzeit eher Ausdauer und Geduld gefragt.

Mit den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs warten nun weitere Herausforderungen auf den 43-jährigen Eventgastronom – oder wie Chris Reichle es nennt: „die nächste Hürde“. Denn aktuell stellen

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