Kernen

Ausflug im Corona-Schuljahr: Haldenschüler in Kernen lernen Wald und Tiere kennen

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Falknerin Beate Mayer-Friesch stellt den Zweitklässlern den Wüstenbussard „Freyer“ vor. © Ralph Steinemann Pressefoto

Für viele Kinder ist die Schule das Fenster zur Welt. Ein Lernort, der Ausflüge in die Natur, Besuche von Kunst- und Kulturveranstaltungen ermöglicht. Das alles war seit Beginn der Corona-Pandemie nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Umso größer ist das Interesse der Zweitklässler der Haldenschule als sie unter freiem Himmel die Natur und die Tiere kennenlernen dürfen.

Welche Tiere leben im Wald, weshalb braucht dre Mensch den Wald

Seit mehr als 25 Jahren veranstaltet Helmut Heissenberger, Jäger und CDU-Gemeinderat, Waldpädagogik für Kindergarten- und Schulkinder. An drei Stationen auf der Aussichtsplattform Harthau beschäftigen sich die Schüler unter anderem mit der Frage, welche Tiere im Wald leben, weshalb der Mensch den Wald braucht und wie sich das Leben in der Wildnis abspielt.

Als Falknerin Beate Mayer-Friesch den Turmfalken „Anton“ der Schulklasse präsentiert, fragt Mathilda (7), ob es nicht Tierquälerei sei. Schließlich ist das Tier angebunden und kann nicht davonfliegen. Die Falknerin stimmt der Schülerin zu, dass es den Eindruck erwecke, als ob Anton leide. Damit die Mädchen und Jungen verstehen können, dass es nicht der Fall ist, vergleicht Mayer-Friesch es mit Hunden, die an der Leine geführt werden. „Oder wenn ihr mit euren Eltern im Zoo seid, dann dürft ihr auch nicht immer frei laufen“, sagt sie.

Ist der Turmfalke vom Aussterben bedroht?

„Ist Anton vom Aussterben bedroht?“, möchte ein Schüler wissen. Das ist er nicht, erklärt Mayer-Friesch. Bei der Waldpädagogik wird die Falknerin von ihrem Sohn Elias Friesch unterstützt. Der 21-Jährige besitzt seit seinem 16. Lebensjahr den Falkner-Schein. Unter seiner Leitung dürfen die Mädchen und Jungen eine Schleiereule auf die Hand nehmen und sie streicheln. Von den weichen Federn des Tiers ist auch Luis angetan. „Es fühlt sich an wie Watte“, sagt der Zweitklässler.

Auf viel Interesse stößt der Wüstenbussard „Freyer“. „Der sieht aus wie ein Adler“, ruft einer der Schüler. Die Augen sind auf den Greifvogel gerichtet, währen die Falknerin die Besonderheiten des Tieres erklärt.

Den Kindern die Angst nehmen

„Man muss den Kindern die Angst nehmen, das ist das Wichtigste – das ist auch unser Ziel hier“, betont Jäger Helmut Heissenberger. Dass in der Natur Tiere fressen und gefressen werden, auch das gehöre zur Waldpädagogik. Im Vordergrund steht dabei, dass die Kinder lernen, wie sich das Leben in der Wildnis abspielt und inwieweit der Mensch eingreift. Zum Beispiel bei der Jagd.

Helmut Heissenberger und sein Team, das an der Waldpädagogik beteiligt ist, sind Jäger. Damit die Kinder mit lebendigen als auch ausgestopften Tieren in Berührung kommen, sind neben der Falknerin, Hundeführer Gerhard Hörsch und die Jäger Bernhard Kächele und Karl Grzimek mit von der Partie.

Der Hundehalter und Jäger Gerhard Hörsch präsentiert den drei Schulklassen, welche Bedeutung ein Jagdhund für einen Jäger und für die Tiere hat. Zur Schau stehen seine beiden Hunde, „Afra“ und „Bruno“. Hörsch bildet die Hunde aus, damit sie verwundete Tiere finden.

An der dritten Station hat das Jäger-Team verschiedene Tierpräparate vorbereitet: Dachs, Rehkitz oder Steinmarder sind zu sehen. Dort stehen Bernhard Kächele und Karl Grzimek Frage und Antwort. „Sind die Tiere echt?“, möchte ein Schüler wissen. „Echte, ausgestopfte Tiere“, erklärt Bernhard Kächele.

Darüber hinaus lernen die Kinder, wie sich das Hermelin im Sommer und Winter tarnt, wie Eichhörnchen ihren Vorrat anlegen, welche Bedeutung ein abgestorbener Baum für die Waldbewohner hat und wie das Gebiss eines Raubwildes sowie ein Rehgehörn aussieht.

Große Aufregung in der Klasse

Dass der Ausflug geklappt und das Wetter ihnen keinen Strich durch die Rechnung gemacht hat, erfreut auch Karin Nagl, Lehrerin der Klasse 2 a. Die Aufregung in der Klasse sei groß gewesen, berichtet die Lehrerin. Denn: Ausflüge oder Exkursionen waren in den vergangenen Monaten aufgrund der Pandemie keineswegs möglich gewesen.

Für viele Kinder ist die Schule das Fenster zur Welt. Ein Lernort, der Ausflüge in die Natur, Besuche von Kunst- und Kulturveranstaltungen ermöglicht. Das alles war seit Beginn der Corona-Pandemie nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Umso größer ist das Interesse der Zweitklässler der Haldenschule als sie unter freiem Himmel die Natur und die Tiere kennenlernen dürfen.

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