Kernen

Bürgermeister in Kernen und SPD-Kreisvorsitzender: Das passt, findet Paulowitsch

Benedikt Paulowitsch
Benedikt Paulowitsch, Kernener Bürgermeister und SPD-Kreisvorsitzender. (Archivfoto) © Gaby Schneider

„Diese Zusage von mir, dass ich parteiunabhängiger Bürgermeister in meiner Amtsführung bin, das gilt weiterhin“, sagt der Kernener Bürgermeister Benedikt Paulowitsch auf Anfrage unserer Redaktion. Der 34-Jährige wurde am vergangenen Freitag mehrheitlich zum SPD-Kreisvorsitzenden gewählt und folgt somit auf Jürgen Hestler, der nach fast 29 Jahren im Amt aufhört.

Bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2019 in Kernen war Benedikt Paulowitsch – damals Regierungsrat im baden-württembergischen Innenministerium – als parteiunabhängiger Kandidat angetreten. Dass er SPD-Mitglied ist, war auch damals kein Geheimnis. Dennoch betonte er, ohne jegliche Unterstützung einer Partei zu kandidieren.

Paulowitsch findet: Unabhängigkeit habe er unter Beweis gestellt

Daran habe sich auch in den vergangenen zweieinhalb Jahren nichts geändert, so der Kernener Bürgermeister. „Wie bislang“ gebe er sich weiterhin „größte Mühe“, der Bürgermeister von allen Kernenern zu sein und dabei „integrierend zu wirken“. Das habe er, so findet Benedikt Paulowitsch, auch „unter Beweis gestellt“.

Auch sei es gute Tradition in Baden-Württemberg - und das gelte in Kernen genauso -, dass Bürgermeister oft ein Parteibuch haben, ihr Amt aber unabhängig ausführen, nicht auf einzelne Fraktionen angewiesen sind, wenn es um die Unterstützung bei Wahlen geht, findet der 34-Jährige.

Paulowitsch: Kein Widerspruch

Deshalb ist aus seiner Sicht das Amt des SPD-Kreisvorsitzenden mit der Funktion des unabhängigen Bürgermeisters vereinbar. „Genauso wie bei meinen zahlreichen Amtskollegen im Kreis mit CDU-Parteibuch, die auch teilweise im Kreisvorstand vertreten sind“, sagt er. „Wir tun alle gut daran, die Amtsausübung überparteilich zu machen, das widerspricht sich aber keinesfalls mit einem Engagement auf anderer Ebene.“

Kreisvorsitz nicht mit anderen beruflichen Ambitionen verbunden

Auch schließt Benedikt Paulowitsch aus, dass der Kreisvorsitz mit anderen beruflichen Ambitionen verbunden sei. Primär gehe es ihm darum, „Einfluss innerhalb der SPD dazuzugewinnen“, sagt er. Die Partei sei groß und wichtig genug, „um da auch die kommunale Perspektive stärker zum Ausdruck zu bringen.“

Sowohl in Baden-Württemberg als auch bundesweit gebe es diesbezüglich noch einiges zu tun, um Kommunen zu stärken, findet er. Wichtig ist für den Bürgermeister auch, „dass auch kommunale Praktiker Einfluss in den Parteien haben, denn die Parteien sind zentrale – wenn nicht die wichtigsten - Akteure in der repräsentativen Demokratie. Deswegen möchte ich mich da auch einbringen“, sagt er.

Neues, junges Kreisvorstandsteam

Ein „großes Anliegen“ ist für den 34-Jährigen, mit dem neuen Kreisvorstandsteam die Parteiarbeit modern und attraktiv zu gestalten. „Wir sind ein sehr junges Team“, sagt Benedikt Paulowitsch. Man wolle sich „operativ und gegebenenfalls thematisch“ die Verantwortung teilen.

Warum man sich bei der SPD gut auf den Kernener Bürgermeister verständigen konnte, könne damit zusammen hängen, dass er bereits „ein politisches Amt“ innehat, so die Vermutung des Kernener Rathaus-Chefs. „Bei mir ist es explizit nicht mit Ambitionen verknüpft. Und dadurch habe ich vielleicht eine bessere Möglichkeit, integrierend und ausgleichend zu wirken.“

Der neue SPD-Kreisvorsitzende plädiert dafür, dass sich in der Demokratie auch viel mehr Leute einbringen sollten, die Erfahrungen mitbringen. „Auf der einen Seite wird immer moniert, dass sich zu wenige Menschen engagieren und auf der anderen Seite, wenn sich dann Leute mit Erfahrung und mit einer gewissen Expertise einbringen, dann sucht man plötzlich Gründe, die dagegensprechen. Also das passt nicht ganz zusammen.“

„Mein Dasein als Bürgermeister hat mit der SPD wenig zu tun“

Kurzum: „Ich bin unabhängig angetreten und bin nach wie vor unabhängig. Mein Dasein als Bürgermeister hat mit der SPD wenig zu tun. Ich habe gesagt, dass ich das Amt unabhängig ausführe und das stimmt auch – und das tue ich auch.“

„Diese Zusage von mir, dass ich parteiunabhängiger Bürgermeister in meiner Amtsführung bin, das gilt weiterhin“, sagt der Kernener Bürgermeister Benedikt Paulowitsch auf Anfrage unserer Redaktion. Der 34-Jährige wurde am vergangenen Freitag mehrheitlich zum SPD-Kreisvorsitzenden gewählt und folgt somit auf Jürgen Hestler, der nach fast 29 Jahren im Amt aufhört.

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Bei der Bürgermeisterwahl im Jahr 2019 in Kernen war Benedikt Paulowitsch – damals Regierungsrat im

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