Kernen

Bikepark Rommelshausen muss wegen Corona wieder schließen

Bikepark Rommelshausen
Am Wochenende vor zwei Wochen war viel los im Bikepark (Archivfoto). © ALEXANDRA PALMIZI

Es war ein kurzes Vergnügen: Am 15. März war der Bikepark zum ersten Mal seit Oktober für die Benutzung freigegeben worden, jetzt muss er vorläufig schon wieder schließen. Die neueste Corona-Notverordnung lasse der Gemeinde da keinen Spielraum mehr, erklärt Bürgermeister Benedikt Paulowitsch am Telefon: Sportstätten müssen geschlossen werden. Dabei hatten die Gemeinde und die Sportvereinigung Rommelshausen (Spvgg) gerade erst ehrenamtliche Lotsen für den Park organisiert.

Der neue Bikepark in Rommelshausen hat einen hügeligen Dirt-Parcours für Mountainbiker und BMX-Fahrer, einen asphaltierten Pump-Track, auf dem die Benutzer die Kontrolle über ihr Rad trainieren können, und eine Skate-Bowl, in der Skater und BMX-Fahrer besonders viel Platz für Tricks und schnelle Abfahrten haben. Solche Einrichtungen – vor allem in dieser Größe – gibt es in der weiteren Umgebung nicht allzu viele.

Der Bikepark hat eine große Anziehungskraft auf Radsportler aus der ganzen Region

Genau diese Anziehungskraft auf Radsportler und Skater von überall her hatte die Gemeinde Kernen gefürchtet, als der Park vor rund zwei Wochen dank der kurzzeitigen Lockerungen der Corona-Regeln für Sportstätten im Freien wieder öffnen durfte: Großer Andrang verträgt sich nicht mit Kontaktbeschränkungen und den Abstandsregeln. Trotzdem wollte die Gemeinde den Jugendlichen und Kindern ermöglichen, die Bahnen zu nutzen.

„Wir wussten: Wir werden es nicht ganz kontrollieren können, wie viele den Park nutzen“, sagt Bürgermeister Benedikt Paulowitsch im Nachhinein. Immerhin ist die Fläche offen für alle und nicht an einen Verein und dessen Trainingszeiten gebunden. Unter der Woche sei es erst einmal sehr gut gelaufen. Am ersten Wochenende nach Freigabe der Bahnen bestätigten sich dann aber seine Befürchtungen: Plötzlich seien über hundert Menschen da gewesen. „Die Polizei hat bei mir angerufen und mich darauf aufmerksam gemacht“, erzählt Paulowitsch. Er habe die Beamten gebeten, vorerst nicht einzugreifen und den Park nicht gleich zu räumen.

Gemeinde Kernen und die Sportvereinigung Rommelshausen organisieren Aufsicht

Nach diesem viel zu vollen Wochenende musste die Verwaltung entscheiden, wie es mit dem Park weitergeht. Schon da sei überlegt worden, ob er sofort wieder schließen muss, berichtet der Bürgermeister. Gemeinsam mit der Bike-Sport-Abteilung der Spvgg, die für die Bahnen mit zuständig ist, wurde zunächst einmal aber eine andere Lösung gefunden.

Es gelang auf die Schnelle, eine Gruppe von Ehrenamtlichen zu mobilisieren: Vereinsmitglieder und engagierte Kernener Eltern, die am vergangenen Samstag und Sonntag, mit grell-gelben Warnwesten gerüstet, das fröhliche Treiben im Bikepark beaufsichtigt haben. Dabei sei es weniger darum gegangen, strikt nach Regel-Katalog Verstöße zu ahnden. Sondern vielmehr darum, Präsenz zu zeigen – „das Prinzip Bademeister“, erklärt Benedikt Paulowitsch, der selbst am Sonntag vor Ort war. Wer im Schwimmbad einen Bademeister sieht und merkt, dass der zu einem rüberschaut, erinnert sich hoffentlich gleich an die geltenden Regeln.

Die ehrenamtlichen Lotsen hatten die Lage im Bikepark gut im Griff

Die Aufsicht der ehrenamtlichen Lotsen sei bei Kindern und Eltern gut angekommen, so der Bürgermeister: „Das hat wirklich sehr gut funktioniert.“ Diese Erfahrung hat auch Jonathan Löffler gemacht. Er ist Trainer der Bike-Sport-Abteilung bei der Spvgg und war am Samstag zusammen mit anderen Vertretern der Abteilung als Lotse vor Ort. „Es gab eigentlich keine Probleme“, berichtet er.

So gegen 14 Uhr sei zwar sehr viel losgewesen. Aber selbst da habe meistens ein Kommentar von der Aufsicht genügt, damit zusammenstehende Grüppchen wieder die Abstandsregeln eingehalten hätten. „Die Jungs und Mädels waren sehr diszipliniert“, lobt er. Auch die Polizei und das Ordnungsamt hätten am Samstag vorbeigeschaut – zu beanstanden habe es da nichts gegeben.

Am Sonntag übernahm laut Jonathan Löffler eine circa achtköpfige Gruppe Eltern die Aufsicht über den Bikepark. Auch hier habe es seines Wissens keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben. Dafür, dass die Eltern so spontan dem Aufruf gefolgt und helfend eingesprungen sind, sei der Verein sehr dankbar, so der Trainer.

Der Park soll bald wieder öffnen, sobald die Corona-Verordnung das erlaubt

Sobald die Corona-Verordnung das zulässt, soll der Bikepark wenigstens teilweise wieder öffnen, so Bürgermeister Paulowitsch. Deshalb wird die Absperrung dieses Mal anders konstruiert: Der Zaun soll den Park weitläufiger umgeben und flexible Elemente haben, die sich unkompliziert zu Ein- und Ausgängen umfunktionieren lassen. Ohne dass jedes Mal der ganze Zaun abgebaut werden muss. Es sei zum Beispiel denkbar, den Bikepark dann bei viel Andrang oder generell an den Wochenenden zuzumachen, so Benedikt Paulowitsch.

Es war ein kurzes Vergnügen: Am 15. März war der Bikepark zum ersten Mal seit Oktober für die Benutzung freigegeben worden, jetzt muss er vorläufig schon wieder schließen. Die neueste Corona-Notverordnung lasse der Gemeinde da keinen Spielraum mehr, erklärt Bürgermeister Benedikt Paulowitsch am Telefon: Sportstätten müssen geschlossen werden. Dabei hatten die Gemeinde und die Sportvereinigung Rommelshausen (Spvgg) gerade erst ehrenamtliche Lotsen für den Park organisiert.

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