Kernen

CDU will Kugelbahn in Kernen-Stetten an anderen Ort verlegen - Rathaus blockt ab

Kugelbahn
Die Kugelbahn. © Gemeinde Kernen

Die Beliebtheit der Kugelbahn in Stetten ist zu einem Problem geworden. Anwohner sind vom Andrang auf die Attraktion, Parkplatzsuchverkehr am Wochenende und wildem Parken äußerst genervt. Wie bereits berichtet, haben sich in Stetten zwei Gruppen gebildet (Anwohner in der Steigstraße und in der Weinstraße), um auf das bestehende Problem aufmerksam zu machen und mit der Gemeinde nach Lösungen zu suchen.

Nun hat sich auch der CDU-Gemeindeverband Kernen an der Frage nach dem künftigen Verbleib der Herzoglichen Kugelbahn beteiligt. Der Gemeindeverband ist laut seiner Pressemitteilung für den Erhalt, gleichzeitig aber auch für die Verlegung der Herzoglichen Kugelbahn.

Damit sollen Konflikte mit betroffenen Anwohnern, Landwirten und Wengertern entschärft und die Attraktion dennoch erhalten werden, wird Lukas Edelmaier, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Kernen, in der Pressemitteilung zitiert.

Der CDU-Vorstand habe sich beraten und bereits einen möglichen Standort unter die Lupe genommen – das Areal des Schützenhauses in Stetten. Bei einem Vor-Ort-Termin überprüfte der CDU-Gemeindeverband unter anderem die verkehrliche Anbindung und die topografischen Gegebenheiten. Dabei kam der Pressemitteilung zufolge heraus, dass die Zufahrt über den bestehenden Weg zum Schützenhaus möglich sei. Um den Begegnungsverkehr und die gefährliche Einbiegesituation an der vielbefahrenen Kreisstraße Stetten-Esslingen zu vermeiden, so die CDU, sei eine mögliche Abfahrt über eine bereits bestehende Trasse zum Steinbruch möglich.

Auch gebe es im Bereich des Schützenhauses und der Abfahrt deutlich mehr Parkplätze als am Sängerheim. „Zudem bietet das Schützenhaus bereits ein gastronomisches Angebot und müsste nicht wie das Sängerheim erst mit Steuergeldern aufwendig saniert werden“, so die Kernener CDU.

Das Konzept des CDU-Vorstands sieht Folgendes vor:

  • „Um den nun wieder beginnenden starken Parkplatzsuchverkehr und das wilde Parken zu minimieren, fordert der CDU-Gemeindeverband die Gemeindeverwaltung auf, zeitnah an den beiden Ortseingängen mit temporären Schildern oder Bannern zu kommunizieren, dass die Zufahrt mit dem Auto zur Kugelbahn nicht möglich ist, und auf die Parkmöglichkeiten im Ort zu verweisen. Der Fußweg von dort zur Kugelbahn ist auszuschildern.“
  • In einem weiteren Schritt fordert der CDU-Gemeindeverband dazu auf, unter Einbeziehung aller Beteiligten ein Konzept zur möglichst konfliktfreien Nutzung der Kulturlandschaft in Stetten zu erarbeiten, um die gleichzeitige Nutzung von Wirtschafts- und ausgewiesenen Wanderwegen zu entzerren, aber auch zu prüfen, ob eine Sanierung des Sängerheims durch die Gemeinde und anschließende Verpachtung die Belastung wieder erhöht.

„Wir wollen damit die Kugel ins Rollen bringen. Wir wissen aber auch, dass es zur Verwirklichung vieler Gespräche mit Beteiligten bedarf“, so Christian Medinger, stellvertretender Vorsitzender der Kernener CDU. Medinger, der in Stetten einen landwirtschaftlichen Betrieb und Weinbau betreibt, hat laut der Pressemitteilung das Lösungskonzept für die Kugelbahn erarbeitet. Das Konzept sei auf der Website www.cdu-kernen.de dargestellt.

Heiterkeit im Rat

In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats hat Andreas Wersch, Vorsitzender der CDU-Gemeinderatsfraktion, die Verwaltung darum gebeten, „gegebenenfalls alternative Standorte zu prüfen“, um die Kugelbahn nicht zu schließen, sondern zu verlegen. „Zum Beispiel auf die gegenüberliegende Ortsseite“, schlug er vor. Der Vorschlag des CDU-Gemeinderats sorgte für Heiterkeit im Gremium. „Ich weiß, dass es aufwendig und kostenintensiv sein wird“, sagte er, aber es sei aufgrund der angespannten Verkehrssituation notwendig.

Verwaltung: Kugelbahn ist eine "Maßanfertigung"

Bürgermeister Benedikt Paulowitsch antwortete, dass sich die Verwaltung bereits Gedanken gemacht habe. Eine „Projektgruppe Kugelbahn“, die ins Leben gerufen wurde, habe verschiedene Möglichkeiten durchgespielt. Dabei sei die Idee eines Shuttleservices entstanden, der die Besucher unten am Tal einsammeln und zur Kugelbahn fahren könnte. Zu dem Vorschlag von Andreas Wersch, die Attraktion zu verlegen, sagte er: „Ich hatte tatsächlich damals schon angeregt, ob es möglich wäre, die Kugelbahn aufzuteilen“, sagte der Bürgermeister.

Die Idee dahinter: einzelne Anlagen der Kugelbahn gegebenenfalls den Kindern der Gemeinde zu schenken. Doch: „Es lässt sich so nicht verwirklichen“, sagte er. Die einzelnen Stationen der Kugelbahn seien vom Bauhof exakt an das Gelände angepasst worden. Dadurch sei der Abbau beziehungsweise die Verlegung der Anlage in der Form nicht möglich.

Bauamtsleiter Peter Mauch fügte hinzu: „Es sind relativ viele Abschnitte, die an die Topografie angepasst wurden.“ Es könnten nur vier oder fünf Teile verlegt werden. „Aber in der Summe ist es eine Maßanfertigung.“ Und, so Bürgermeister Benedikt Paulowitsch: „Das würde das Problem auch nicht lösen.“

Die Beliebtheit der Kugelbahn in Stetten ist zu einem Problem geworden. Anwohner sind vom Andrang auf die Attraktion, Parkplatzsuchverkehr am Wochenende und wildem Parken äußerst genervt. Wie bereits berichtet, haben sich in Stetten zwei Gruppen gebildet (Anwohner in der Steigstraße und in der Weinstraße), um auf das bestehende Problem aufmerksam zu machen und mit der Gemeinde nach Lösungen zu suchen.

Nun hat sich auch der CDU-Gemeindeverband Kernen an der Frage nach dem künftigen

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