Kernen

Container-Wohnanlage für Flüchtlinge wird in Stetten errichtet

Flüchtlingscontainer
Am Dienstag sind in Stetten die ersten Container einer Anlage eingetroffen, die Kernen bald als Flüchtlingsunterkunft nutzen möchte. © Alexandra Palmizi

In Stetten entstehen neue Wohnungen für geflüchtete Menschen – zumindest vorübergehend. Denn die Container, die seit Dienstagmittag in der Frauenländerstraße auf einem Grundstück des Stettener Metallbau-Unternehmers Rainer Müller aufgestellt werden, dürfen hier vorerst nur bis Ende 2021 stehen. In der zweistöckigen Anlage, die aus insgesamt 48 Containern zusammengesetzt wird, sollen circa 26 Personen leben.

Bis Ende 2019 haben Bauarbeiter in den Containern gewohnt

Immer zwei Container auf einmal liefern rund zehn Lastwagen am Dienstag in der Frauenländerstraße ab. Dort werden sie von Manfred Schmitz und seinen Männern entgegengenommen. Schmitz ist Geschäftsführer der Montage-Firma „E&S Container“, die im Auftrag des österreichischen Wohncontainer-Herstellers Contimex Übergangswohnungen in ganz Deutschland errichtet. Die Stettener Container sind circa sieben Jahre alt und werden aus der Nähe von Ulm geliefert. Bis Ende 2019 haben Bauarbeiter darin gelebt. Die Kernener haben die Module für rund 285 000 Euro gekauft – inklusive Transport und Aufbau sowie Mobiliar. Außerdem bietet ihnen die Containerfirma eine Rückkaufoption.

Die Aufstellung der blauen Kästen dauert den ganzen Dienstagnachmittag. Sie werden einzeln mit einem Autokran vom Lastwagen gehievt und passgenau auf die vorbereiteten Fundamente gehoben. „Wir werden damit noch den ganzen Mittwoch über beschäftigt sein“, sagt Monteur Manfred Schmitz – „wenn alles glatt läuft“.

Bis dann die ersten Menschen die neuen Container im Industriegebiet beziehen, wird es nach Angaben aus dem Rathaus noch Monate dauern – erst müssen unter anderem Leitungen verlegt und Außenanlagen hergerichtet werden. Vor September oder Oktober dürften die Container daher nicht bezugsfertig sein. Wenn es dann so weit ist, werden laut Ordnungsamt eher Einzelpersonen als Familien hier wohnen – schon aus räumlichen Gründen. Es könne sich dabei sowohl um Geflüchtete handeln, die bereits in Kernen leben, als auch um Menschen, die im Rahmen der Anschlussunterbringung neu nach Kernen kommen. Die Belegung stimmt das Ordnungsamt, auch mit Blick auf andere Unterkünfte in Kernen, mit dem Integrationsteam ab. Vorrangig sollen aber wohl Menschen in die Frauenländerstraße verlegt werden, die momentan noch in den Abrissgebäuden in der Beinsteiner Straße in Rommelshausen leben. Dort wiederum will die Gemeinde in Kooperation mit der Kreisbaugesellschaft weiteren sozialen Wohnraum schaffen.

Die Baugenehmigung für die jetzt angelieferten Container gilt vorerst bis Ende 2021 – also für nicht einmal mehr eineinhalb Jahre. Als der Kauf im März vom Kernener Gemeinderat beschlossen wurde, kurz bevor die ersten Corona-Regelungen in Kraft traten, galt es als wahrscheinlich, dass die Gemeinde eine Bebauungsplanänderung auf den Weg bringen würde, um die Anlage gegebenenfalls über das Jahr 2021 hinaus nutzen zu können. Auf Anfrage unserer Zeitung trifft die Gemeinde diesbezüglich allerdings keine Aussage.

Fest steht: Die Errichtung der Wohnanlage kostet die Gemeinde mit allem Drum und Dran rund 425 000 Euro. Hinzu kommen jährliche Pachtzahlungen, über die derzeit noch verhandelt wird, die aber knapp im fünfstelligen Bereich liegen dürften, sowie monatliche Kosten für Wasser, Gas und Strom. „Wiederum erhält die Gemeinde für die Anschlussunterbringung eine monatliche Nutzungsentschädigung von 210 Euro/Person seitens Jobcenter bzw. Landratsamt“, wie die Verwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt.

In Stetten entstehen neue Wohnungen für geflüchtete Menschen – zumindest vorübergehend. Denn die Container, die seit Dienstagmittag in der Frauenländerstraße auf einem Grundstück des Stettener Metallbau-Unternehmers Rainer Müller aufgestellt werden, dürfen hier vorerst nur bis Ende 2021 stehen. In der zweistöckigen Anlage, die aus insgesamt 48 Containern zusammengesetzt wird, sollen circa 26 Personen leben.

Bis Ende 2019 haben Bauarbeiter in den Containern gewohnt

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