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Corona bei der Diakonie Stetten: Wieder mehr Infizierte, aber milde Verläufe

Diakonie Stetten
In der Diakonie Stetten gibt es seit Anfang September wieder vermehrt Infektionen. © Benjamin Büttner

Seit Anfang September haben sich bei der Diakonie Stetten wieder an mehreren Standorten Mitarbeiter und Klienten – also Menschen mit Behinderung – mit Corona infiziert. „Unter anderem im Wohnbereich hier in Stetten, aber auch an unseren regionalen Standorten in Lorch und in Ebersbach“, teilt Pressesprecher Steffen Wilhelm mit. Dabei sei die Impfquote innerhalb der Diakonie Stetten bei Mitarbeitern und Klienten im Vergleich zum deutschlandweiten Durchschnitt sehr hoch. Steffen Wilhelm spricht von 80 bis über 90 Prozent oder mehr in einigen Bereichen. Vermutlich ist es diesen Impfungen zu verdanken, dass die Diakonie in dieser vierten Welle nur asymptomatische oder aber sehr milde Verläufe verzeichnet.

Insgesamt sind diesen Monat in der Behindertenhilfe laut Diakonie acht Betreuer mit einem PCR-Test positiv getestet worden. „Davon waren vier vollständig geimpft.“ Auch ein bereits vollständig geimpfter Klient sei positiv getestet worden.

Zwei Häuser in Hohenacker und Endersbach sind für Besucher geschlossen

Auch an der Altenpflege geht die vierte Welle nicht vorbei: Im Alexander-Stift gibt es demnach derzeit zwei Häuser, die wegen Corona-Fällen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt vorsorglich für Besucher geschlossen sind. Besonders schwer getroffen hat es das Gemeindepflegehaus Hohenacker: Hier sind kürzlich elf Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv getestet worden. „Die meisten davon bereits vollständig geimpft“, sagt Steffen Wilhelm. Auch das Otto-Mühlschlegel-Haus in Weinstadt-Endersbach ist momentan betroffen: Hier gibt es drei Corona-Fälle – zwei Bewohner und eine Mitarbeiterin.

„Alle betroffenen Personen wurden entsprechend den Vorgaben vorsorglich isoliert beziehungsweise haben sich als Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne begeben“, informiert der Pressesprecher. Eine gute Nachricht gibt es allerdings: Alle positiv getesteten Personen haben bisher einen asymptomatischen Verlauf oder nur sehr leichte Symptome. Auch zu weiteren Infektionsketten wie zu Beginn der Pandemie sei es bislang nicht wieder gekommen.

Corona hat die Diakonie schwer getroffen 

Besonders zu Beginn der Corona-Pandemie hatte die Diakonie immer wieder schwer mit dem Virus zu kämpfen: In mehreren Wohngruppen steckten sich Bewohner mit Covid-19 an, die Werkstätten waren zeitweise geschlossen, Bewohner konnten ihre Angehörigen nicht oder nur selten sehen. Auch finanziell hatte die Pandemie ernste Auswirkungen: Vor einem Jahr wurde deswegen den Mitarbeitern in den Werkstätten der Lohn gekürzt.

In den vergangenen Monaten hatte sich die Lage in den Wohnstätten und auch den Werkstätten etwas beruhigt: Über die Sommermonate habe die Diakonie erfreulicherweise eine beruhigte Phase im Hinblick auf Corona erlebt, informiert Pressesprecher Steffen Wilhelm. Doch die von allen Beteiligten dringend benötigte Durchschnaufpause währte nicht lange: „Im Zuge der allgemein wieder ansteigenden Fallzahlen gibt es auch bei uns seit Anfang September wieder ein etwas verstärktes Fallgeschehen“, so der Pressesprecher.

Mobile Impfteams für Booster-Impfung

Mittlerweile seien deshalb die mobilen Impfteams schon wieder im Einsatz, um für besonders vulnerable Personen, bei denen die zweite Impfung bereits sechs Monate oder länger zurückliegt, eine Auffrischungsimpfung möglich zu machen.

Auch das regelmäßige Testen hat die Diakonie trotz der hohen Impfquote nicht aufgegeben. „Wir ermuntern die Mitarbeitenden und Klienten, die Testangebote weiter regelmäßig zu nutzen, gerade auch wegen der nicht auszuschließenden Impfdurchbrüche.“ Auch werde bereits die neue Regelung der Corona-Verordnung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen umgesetzt: Diese sieht vor, dass nicht immunisierte Besucher der Pflegebereiche ein negatives Testergebnis vorweisen müssen und nicht geimpfte oder genesene Mitarbeitende im Pflegebereich sich täglich testen lassen müssen.

Mitarbeiter sind gestresst - und fallen aus

Im Moment sei das Infektionsgeschehen einigermaßen überschaubar. „Aber man darf dabei nicht vergessen, dass wir schon eine lange Zeit der Belastungen hinter uns haben, die an unseren Mitarbeitenden nicht spurlos vorbeigegangen ist“, stellt der Pressesprecher klar. Schon vor Beginn der Pandemie sei die Personalsituation angesichts des Fachkräftemangels sehr angespannt gewesen, vor allem im Bereich Altenpflege.

Jetzt stecke allen noch der zusätzliche „Corona-Stress“ in den Knochen. Quarantänesituationen, die Organisation von Tests und Impfterminen und die immer neuen Schutzmaßnahmen, die umgesetzt werden müssen, strengen psychisch und körperlich an. „Das alles hat Mitarbeitende und Führungskräfte stark belastet, und viele sind mittlerweile erschöpft und müde“, sagt Pressesprecher Steffen Wilhelm. Das merke die Diakonie Stetten aktuell auch daran, dass sich viele Mitarbeiter krankgemeldet haben.

Personalnotstand bleibt auch nach der Corona-Krise bestehen

Einige Pflegefachkräfte hätten sich außerdem schon entschieden, nicht mehr in der Pflege arbeiten zu wollen, und haben gekündigt. Das verschärft die Lage innerhalb der Einrichtungen zurzeit zusätzlich. In manchen Bereichen könnten deshalb trotz hoher Nachfrage und Bedarf Plätze nicht belegt und manche Angebote nicht aufrechterhalten werden.

Bei der Diakonie Stetten hoffe man deshalb sehr, dass die vierte Welle bewältigbar bleibt und ohne größere Ausbrüche oder schwere Verläufe an den Einrichtungen vorbeizieht. „Was wir selber dafür tun können, das machen wir auch“, so der Pressesprecher. Aber ohne Unterstützung für die Branche speziell von der Politik halte die angespannte Situation voraussichtlich auch nach Ende der Corona-Krise noch an. „Das hat die Politik hoffentlich ausreichend erkannt, denn letztendlich geht es ja vielen Einrichtungen so wie uns.“

Seit Anfang September haben sich bei der Diakonie Stetten wieder an mehreren Standorten Mitarbeiter und Klienten – also Menschen mit Behinderung – mit Corona infiziert. „Unter anderem im Wohnbereich hier in Stetten, aber auch an unseren regionalen Standorten in Lorch und in Ebersbach“, teilt Pressesprecher Steffen Wilhelm mit. Dabei sei die Impfquote innerhalb der Diakonie Stetten bei Mitarbeitern und Klienten im Vergleich zum deutschlandweiten Durchschnitt sehr hoch. Steffen Wilhelm spricht

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