Kernen

Corona-Lockerungen in Kernen: Diese Angebote gibt es wieder für Senioren

Mobile Pflege
In Kernen helfen rund 40 Ehrenamtliche älteren Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags. © francescoridolfi.com

Die Isolation und die Einsamkeit, welcher man ältere Menschen zu Beginn der Pandemie ausgesetzt habe, „das sollte man nicht noch einmal machen“, sagt Seniorenlotsin Monika Schützinger von der Gemeinde Kernen. Seit 2011 laufen bei der gelernten Krankenschwester sämtliche Fäden zusammen, was die Hilfe, aber auch Angebote für ältere Menschen in Stetten und Rommelshausen betrifft.

Viele Anfragen von alleinstehenden Bürgern seien während der Pandemie eingegangen, deren Kinder dazuhin weit weg wohnen. Jetzt aber kann die Seniorenlotsin nach vorne blicken: Die Angebote, welche sie zusammen mit dem Seniorenrat und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt hat, sind mit einzelnen vorsichtigen Öffnungsschritten wieder angelaufen oder starten in absehbarer Zeit.

Die Zeit, als keine Hausbesuche möglich waren, saßen sie sowie die rund 40 ehrenamtlichen Helfer verstärkt am Telefon. Es sei viel seelsorgerische Arbeit geleistet worden, erinnert sich Schützinger. Mit den Partnern von an Demenz erkrankten Menschen hielten Monika Schützinger und ihr Team per E-Mail Kontakt, nachdem das monatliche Treffen aufgrund des hohen Infektionsrisikos ausfallen musste. Auch das Treffen der Demenzbetreuungsgruppe, das wöchentlich im Haus Edelberg stattgefunden hatte, sei nicht mehr möglich gewesen, nachdem das Seniorenzentrum für Besucher gesperrt wurde. Übergangsweise konnte sich die Gruppe in einem Raum im Mehrgenerationenhaus in der Erwin-Bahnmüller-Straße in Rommelshausen treffen. Inzwischen ist die Demenzbetreuungsgruppe wieder in ihr Domizil im Haus Edelberg zurückgekehrt. Die Teilnehmer, die noch zu Hause leben, werden hierfür jeweils abgeholt. An dem Nachmittag gibt es Gesellschaftsspiele, es wird gesungen und Kaffee getrunken.

Nachdem immer mehr Ehrenamtliche gegen das Coronavirus geimpft waren, wurde vieles wieder möglich mit entsprechendem Hygienekonzept. Ein Meilenstein sei dabei auch die Aktion des Seniorenrats gewesen, bei der zehn Ehrenamtliche für ältere Menschen einen Impftermin übers Internet gebucht haben, gemäß dem Motto „Senioren helfen Senioren“, sagt Monika Schützinger. Denn diejenigen, die in der Gemeinde anpacken, sind meist Rentner, Menschen im Alter von 60 Jahren oder älter.

Angebote werden wieder mit Leben gefüllt

Im Angebot findet sich wieder der Besuchsdienst, der Kümmererdienst, der etwa beim Erledigen der Post hilft, die Aktion Rat und Tat oder die Wohnberatung, bei welcher Betroffene durch Ehrenamtliche über bauliche Möglichkeiten informiert werden, um Barrieren in den eigenen vier Wänden zu minimieren oder gar zu beseitigen. Als hierzu keine Besuche gemacht werden konnten, veröffentlichten Monika Schützinger und ihr Team entsprechende Checklisten im Mitteilungsblatt der Gemeinde. Ein weiterer Baustein, der nun wieder angeboten werden kann, ist das Seniorenmobil, bei welchem 14 Ehrenamtliche ältere Menschen kostenlos innerhalb Kernens zum Einkaufen fahren oder zur Krankengymnastik.

Ebenso im Programm findet sich wieder die Computer-Ecke, von der es jeweils eine Ausgabe in den beiden Ortsteilen gibt. In Stetten widmet sich eine feste Gruppe jeweils einem Thema, in Rommelshausen kann man nach Anmeldung teilnehmen, wenn man ein aktuelles Problem mit seinem Computer hat, klärt Schützinger auf.

Auch den Bewegungstreff gibt es wieder, den eine Übungsleiterin betreut. „Das Seniorennetzwerk ist wirklich breit aufgestellt“, sagt Lotsin Monika Schützinger mit etwas Stolz in der Stimme.

Was noch schwierig sei und wobei auch der Seniorenlotsin die Hände gebunden seien, sei die Tatsache, dass ambulante Pflegedienste unter Personalmangel leiden würden. Manche Anfragen seien abgelehnt worden. „Für meine Arbeit ist das auch nicht einfach, wenn ich sagen muss, dass dies gerade nicht möglich ist“, meint sie.

Neue Broschüre „Wegweiser für Senioren“ auf den Weg gebracht

Zusammen mit dem Seniorenrat und weiteren Partnern hat die Gemeinde Kernen eine Neuauflage der Broschüre „Wegweiser für Senioren“ auf den Weg gebracht. Die Broschüre wurde inzwischen an alle Haushalte in Kernen verteilt, in denen Menschen über 60 leben. Bei der Verteilung hat die katholische Jugend geholfen. Im Laufe der Woche wird das Heft auf der Internetseite des Seniorenrats eingestellt unter www.senioren-rat.de. Außerdem liegt es an bekannten Stellen aus wie Rathaus, Apotheken oder Arztpraxen. Warum eine Neuauflage immer wieder wichtig sei, hänge mit den Gegebenheiten zusammen, die sich immer wieder ändern würden. Angefangen bei der Pflegeversicherung, die immer wieder neuen Vorgaben unterliegt, dem Seniorenrat, der sich immer wieder neu formiert, oder schlichtweg Adressen und Terminen für Angebote, die sich ändern.

Bald wieder Moser-Mittag in Stetten

Freunde des beliebten Moser-Mittags in Stetten haben Grund zur Freude. „Ich bin dran, das neu aufzustellen“, sagt Monika Schützinger. Auf einen Aufruf hin haben sich sieben Ehrenamtliche gemeldet, die bereit sind, sich der Sache anzunehmen. Im Moment laufe die Vorbereitung für den Start, es werde ein Programm auf die Beine gestellt. Ziel sei es, den Nachmittag, an welchem früher bis zu 50 Senioren teilgenommen haben, einmal im Monat im evangelischen Gemeindehaus wieder zu realisieren. Auch der Seniorennachmittag in Rommelshausen soll wiederkommen. Aktuell läuft die Planung für einen Nachmittag, der im Herbst im Bürgerhaus stattfinden soll. „Ich denke, es kommt alles wieder“, sagt Monika Schützinger. Wichtig sei, dass man nicht aufgebe, „aber das sollte man im Leben sowieso niemals tun!“

Die Isolation und die Einsamkeit, welcher man ältere Menschen zu Beginn der Pandemie ausgesetzt habe, „das sollte man nicht noch einmal machen“, sagt Seniorenlotsin Monika Schützinger von der Gemeinde Kernen. Seit 2011 laufen bei der gelernten Krankenschwester sämtliche Fäden zusammen, was die Hilfe, aber auch Angebote für ältere Menschen in Stetten und Rommelshausen betrifft.

Viele Anfragen von alleinstehenden Bürgern seien während der Pandemie eingegangen, deren Kinder dazuhin weit

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