Kernen

Der Relexbus kommt in Fahrt

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Kernen. Die 140 Kernener, die sich am 6. Dezember auf Einladung des Rathauses mit dem Relex-Bus zum Esslinger Weihnachtsmarkt fahren ließen, genossen die Tour. Drei Busse waren voll besetzt. Diese Marketingaktion der Gemeinde Kernen für den X 20 als Alternative zur S-Bahn war erfolgreich. Die den Neubürgermappen beigelegten Vierer-Tickets für den Expressbus liefen indes weniger gut: 40 Gutscheine von über 600 wurden 2017 eingelöst.

Der Expressbus ab Bahnhof Waiblingen ist für Stettener eine gute Option. Er bedient weniger Haltestellen und ist schneller unterwegs als der 211er. Gestern kurz nach 13 Uhr stiegen am Busstop Diakonie in Stetten etwas mehr Fahrgäste aus dem X20 als kurz zuvor aus dem Regelbus. Über verlässliche Fahrgastzahlen zwischen Waiblingen und Esslingen verfügt die Region Stuttgart nach rund einem Jahr Relexbus aber noch nicht. Monica Walker, Presssprecherin des Verbandes Region Stuttgart erklärte gestern, verlässliche Daten zur Auslastung aus Zählungen und Fahrgastbefragungen des VVS würden erst 2018 vorgelegt. „Nach bisherigen, vorläufigen Zähldaten konnte 2017 bereits eine stabile Nachfrage erzielt werden. Bis Mitte 2017 hatten wir etwa zehn 10 Personen pro Fahrt. Die Linie Waiblingen-Esslingen ist damit die Relexbus-Linie mit der größten Nachfrage.“ Diesen erfreulichen Zwischenstand hatten wir im Spätsommer bereits durchgegeben. Wenn nun die Ergebnisse der Fahrgasterhebungen des VVS im nächsten Jahr eine nähere Analyse erlauben, könnte auch schon wieder ein neuer Pluspunkt die Attraktivität des X20 und damit die Auslastung befeuert haben: Zwischen Stetten und Rommelshausen sowie Stetten und der Haltestelle Katzenkopf auf dem Weg nach Esslingen gilt neuerdings der billige Kurzstreckentarif.

Das „Weihnachtsgeschenk“: Von Rom und Stetten für 1.40 Euro

PFB-Mann Ebbe Kögel hatte dieses „Weihnachtsgeschenk“ für alle Freunde des ÖPNV jetzt im Gemeinderat überbracht. Ein findiger Fahrgast habe sich die komplizierte Kurzstreckenregelung des Verkerkehrsverbundes Stuttgart mal genauer angeschaut. Nach einigem Hin und Her habe der VVS die Ermäßigung zwischen den zwei Ortsteilen, also Karlstraße in Rom und Diakonie in Stetten, jetzt in seinen Tarifrechner aufgenommen, teilt der Verein K 21 Kernen im Mitteilungsblatt mit. Ab 1. Januar kostet die vergünstigte Fahrt 1,40 Euro. Kögel setzt sich als Sprecher von K 21 dafür ein, dass sich für Kernener nachts die Anbindung des X20 an die S-Bahn am Waiblinger Bahnhof verbessert. Die S2, die um 23.30 Uhr am Hauptbahnhof startet, kommt in Waiblingen um 23.49 Uhr an, der X20 startet aber um 23.51 Uhr. „Sie haben nur drei Minuten Übergang. Da müssen sie schon flott laufen.“ Kögel regt an, dass der X20 noch zwei, drei Minuten wartet und der Busfahrer per Funk über Verspätungen der S-Bahn informiert wird. Auch im Bahnwaggon müsste angezeigt werden, ob der Schnellbus in Waiblingen noch da ist.

Ohne lästige Parkprobleme mitten in Esslingen

Weil der Relexbus ein Expressbus ist, der nicht an jeder Haltestelle stoppt, bietet das ÖPNV-Verkehrsmittel Remstälern wie Neckartälern eine schnelle Alternative zur S-Bahn. Fahrgäste schätzen es, dass er die schnellere Alternative für Orte ist, die keine S-Bahn haben. Hinzu kommt, dass der Bus mit seinen 42 Sitzplätzen auch im Vergleich zur S-Bahn von Waiblingen nach Esslingen mehr Fahrkomfort bietet, weil die Passagiere die ganze Zeit sitzen bleiben, lesen, durchschnaufen können. Wer mit der S-Bahn fährt, ist mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h schneller als der Expressbus, der, die Stettener Ortsdurchfahrt mit eingerechnet, auf 35 Kilometer pro Stunde kommt. Dafür müssen S-Bahn-Fahrgäste aber in Bad Cannstatt umsteigen und Wartezeiten in Kauf nehmen.

Die Gemeinde Kernen investiert in zwei Marketingmaßnahmen für den blauen X 20: Einmal die Überlandfahrt zum Esslinger Weihnachtsmarkt am Nikolaustag. Dieses Jahr war das Interesse so enorm, dass bei Schlienz drei Expressbusse bestellt werden mussten. In knapp 25 Minuten standen die rund 140 Fahrgäste in der Esslinger Altstadt – ohne lästige Parkplatzsuche.

Eine zweite PR-Aktion findet bis dato weniger Resonanz. Die Kommune legt der Neubürgermappe seit Anfang des Jahres ein Vierer-Ticket als Gutschein bei. Im Rathaus beziehungsweise in der Verwaltungsstelle Stetten können die Kernener den Bon eintauschen. Tatsächlich sind laut Pressesprecherin Eleonore Ihring in den vergangenen zwölf Monaten aber nur 20 Vierertickets je Ortsteil eingelöst worden: „Es ist leider nicht so angenommen worden wie erwartet“. Bis November hatte die Gemeinde 569 Neubürgermappen ausgegeben bei im Durchschnitt 50 bis 60 Expemplaren pro Monat.