Kernen

Doch kein 3G für Gottesdienste: Das sagen Pfarrer aus Kernen und Korb dazu

Symbolfotocoronakirche
Weiterhin gilt für Gottesdienste die Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern, die eingehalten werden muss (Symbolbild). © Gaby Schneider

„Es hat sich alles um 180 Grad gedreht“, freut sich Pfarrvikar Gerhard Idler von der katholischen Gesamtkirchengemeinde. Damit spricht er den Wegfall der 3G-Regel an, die in Baden-Württemberg von kommendem Montag an für alle Gottesdienste hätte gelten sollen. Demnach hätten nur getestete, genesene oder geimpfte Menschen einen Gottesdienst besuchen dürfen.

Am Dienstag verabschiedete die Landesregierung eine neue Corona-Verordnung, nach welcher die 3G-Vorgabe entfällt, und nicht nur die – auch die Dokumentation der Teilnehmer eines Gottesdiensts ist nicht mehr notwendig. „Wir sind sehr erleichtert“, sagt Pfarrvikar Gerhard Idler, der seinen Dienstsitz im katholischen Pfarramt in Korb hat.

„Ich sehe es kritisch, wenn etwas die Religionsfreiheit tangiert“

„Niemand soll diskriminiert werden“, betont Idler im Gespräch mit der Lokalredaktion Waiblingen. Wer weder geimpft noch genesen ist, hätte sich vor einem Gottesdienstbesuch um einen aktuellen negativen Schnelltest bemühen müssen. Soweit er weiß, sollen die beiden katholischen Bischöfe Gebhard Fürst von Rottenburg und Erzbischof Stephan Burger von Freiburg noch einmal interveniert und das Gespräch mit der Landesregierung gesucht haben. „Ich sehe es kritisch, wenn etwas die Religionsfreiheit tangiert“, sagte Idler am Anfang der Woche noch, bevor die neue Verordnung des Landes bekannt war.

Maskenpflicht und Abstandsregeln bleiben vorerst bestehen

Was im Gottesdienst bleibt, sind die Hygienevorschriften, betont Idler. Weiterhin bleibt die Abstandsregel Vorschrift, wie auch die Maskenpflicht. Weiterhin reicht man sich zum Friedensgruß nicht die Hand. Außerdem bleibt die Erwachsenenbildung, die im Gemeindehaus stattfindet, eingeschränkt. Denn hier gilt weiterhin die 3G-Regel. Der Unterricht für Kommunionskinder oder Firmlinge findet in der Kirche statt mit großem Abstand und ohne dass man sich die Hand gebe, so Idler.

Stärkere Einschränkungen in der evangelischen Gemeinde

Deutlich stärkere Einschränkungen haben die evangelischen Gemeinden erlebt. Die Landeskirche ging noch einen Schritt weiter als die Vorgabe in der Corona-Verordnung und schrieb für Gottesdienste seit November eine Dauer von nur 30 Minuten vor. Dass es nun so starke Lockerungen gibt, darüber sei der evangelische Pfarrer Michael Maisenbacher der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Kernen „baff und erstaunt“, wie er sagt.

Auch der Gesang war grundsätzlich im evangelischen Gottesdienst untersagt. Nach der neuen Vorgabe des Landes und der Evangelischen Landeskirche darf nun wieder gesungen werden, ein Gottesdienst darf nun wieder 60 Minuten dauern. Bei der kurzen Zeit von einer halben Stunde musste doch auf vieles verzichtet werden, so Pfarrer Maisenbacher.

Zwar falle die Datenerfassung der Gottesdienstbesucher weg, die evangelische Gemeinde Kernen möchte Besuchern aber weiterhin anbieten, dass sie sich über die Corona-Warn-App einloggen können. Bisher erfolgte dies über die Luca-App, diese wird aber künftig von der Landesregierung nicht weiter unterstützt.

Maisenbacher: Besuch eines Gottesdiensts ein Grundrecht

„Ich bin dankbar, dass die Vorgabe 3G nicht kommt“, sagt Pfarrer Michael Maisenbacher. Zwar seien die meisten Gottesdienstbesucher ohnehin geimpft, dennoch hätte es zu Diskussionen geführt. Zumal es in anderen Bereichen ebenso Öffnungen gibt. Der Besuch eines Gottesdiensts sei ein Grundrecht, betont Maisenbacher. Als im Januar die Sternsinger die evangelische Kirche besuchten und die Plätze der Mauritiuskirche in Rommelshausen voll besetzt waren, habe sich Pfarrer Michael Maisenbacher gewundert und gefreut, dass sich die Leute nicht verrückt machen lassen würden.

Sein evangelischer Korber Kollege Pfarrer Dieter Koch zeigt sich erleichtert darüber, dass der Gottesdienst nun einheitlich geregelt ist. Die Einschränkungen bei den evangelischen Gläubigen im Vergleich zu den katholischen habe doch auch für Unmut gesorgt. Er freut sich, dass Bürger das gesellschaftliche Leben sowie das Leben in der Kirchengemeinde wieder beginnen können. Dennoch fehle, dass man angstfrei in der Kirche sei. Gleichzeitig verspüre er eine wieder beginnende Freude, dass Leute wieder Lust haben, sich zu treffen. Dies habe sicherlich mit der „deutlich leichteren Omikron-Variante“ zu tun.

„Es hat sich alles um 180 Grad gedreht“, freut sich Pfarrvikar Gerhard Idler von der katholischen Gesamtkirchengemeinde. Damit spricht er den Wegfall der 3G-Regel an, die in Baden-Württemberg von kommendem Montag an für alle Gottesdienste hätte gelten sollen. Demnach hätten nur getestete, genesene oder geimpfte Menschen einen Gottesdienst besuchen dürfen.

Am Dienstag verabschiedete die Landesregierung eine neue Corona-Verordnung, nach welcher die 3G-Vorgabe entfällt, und nicht nur die

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