Kernen

Ein Jahr Ampel am Schulweg nach Weinstadt: Eltern aus Kernen feiern ihren Erfolg

AmpelWeinstadt
An dieser Ampel überqueren seit einem Jahr viele Schulkinder die Landesstraße 1201. Gerade ist der Asphalt ausgebessert worden. © Gaby Schneider

Seit fast genau einem Jahr steht an der Landesstraße zwischen Endersbach und Strümpfelbach eine Ampel. Vor allem für Eltern aus Stetten ist das ein Anlass zum Feiern - sie hatten sich maßgeblich für die Ampel eingesetzt, um den Schulweg ihrer Kinder nach Weinstadt sicherer zu machen. Die Eltern sprechen von „vielen glücklichen und zufriedenen Rückmeldungen“. Welche Bilanz ziehen Ämter und Polizei?

Beim Ordnungsamt der Stadt Weinstadt sind keine Rückmeldungen zur Knopfdruck-Ampel an der L 1201 auf Höhe des Fuß- und Radwegs am Mühlkanal eingegangen - „weder positiv noch negativ“, so Pressesprecherin Claudia Leihenseder. Die Stadtverwaltung gehe davon aus, dass die Ampel gut angenommen wird. Oberbürgermeister Michael Scharmann hebt noch etwas hervor, das erst durch die Ampel möglich geworden sei: „Durch die neue Ampel konnte in diesem Bereich die Radwegführung insgesamt verbessert werden, insofern kann man nach einem Jahr sagen, dass die Ampel nicht nur aus Sicherheitsaspekten eine Verbesserung darstellt.“

Weinstadt wollte es mit Tempo 50 und Schildern regeln

Ursprünglich hatte die Stadtverwaltung die Ampel an dieser Stelle nicht für nötig gehalten. Stattdessen hatte sie dort 2019, nach ersten Aktionen der Elterninitiative, das zulässige Tempo auf 50 Stundenkilometer reduziert und Piktogramme sowie Schilder angebracht, um Autofahrer auf die kreuzenden Kinder und andere schwächere Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen. Den Eltern reichte das nicht. Sie forderten weiter eine Ampel - die sie schließlich bekamen, nachdem das Land sie als „notwendig“ bezeichnet hatte.

Die verkehrsrechtliche Anordnung einer Ampel sei gerechtfertigt wegen des „besonders schützenswerten Personenkreises der Schüler, welche diese Querung als Fußgänger und Radfahrer nutzen“, so das Regierungspräsidium Stuttgart im Jahr 2020. Darauf ordnete Weinstadt den Bau an, das Landratsamt beauftragte ihn. Die Kosten von 112.000 Euro übernahm das Land, da es sich um eine Landesstraße handelt. Die Eltern lobten damals die Behörden, dass sie sie ernst genommen hätten, trotz unterschiedlicher Auffassungen zur Ampel.

"Ampel funktioniert anstandslos"

Ein Jahr später scheinen alle Beteiligten mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden zu sein. Vom Landratsamt heißt es: „Der Rems-Murr-Kreis ist lediglich aus betrieblicher Sicht zuständig. Von daher kann nur gesagt werden, dass die Ampel bisher anstandslos und zuverlässig funktioniert hat und keinerlei Ausfälle zu verzeichnen waren.“

Allerdings musste der Asphalt über der unterirdischen Kabel-Straßenquerung „oberflächig noch mal nachgebessert werden, weil es leichte Setzungen gab. Dies ist bereits in den letzten Tagen erfolgt“, so die Mitteilung von Donnerstag. Deswegen waren an der Ampel zuletzt auch ein Teil der Straße gesperrt und an der Querung Bauzäune aufgestellt (siehe Foto).

Polizei: Schon vorher keine Häufung von Unfällen

Die Polizei teilt zudem mit, dass in den vergangenen fünf Jahren in diesem Bereich kein Verkehrsunfall aufgezeichnet worden sei. „Das heißt, dass die vorherige Querungsstelle auch keine Unfallhäufungsstelle war.“

Dennoch: Das Sicherheitsgefühl der Kinder beziehungsweise ihrer Eltern dürfte mit Ampel besser sein. Auf ihrer Facebook-Seite verwies die Bürgerinitiative „Sicherer Schulweg L 1201“ vor kurzem zudem auf andere Verkehrsteilnehmer, die seit einem Jahr von der neuen Ampel profitieren würden: „Unsere Stettener Schulkinder, Rentner/-innen, Spaziergänger/-innen, Jakobspilger/-innen und andere Menschen aus den umliegenden Gemeinden konnten auf ihrem Weg von oder nach Stetten und Endersbach fortan die Landesstraße sicher überqueren. Es gab viele glückliche und zufriedene Rückmeldungen.“ Wegen der Urlaubszeit war die Initiative nicht für ein Gespräch zu erreichen.

Auf Facebook lobte sie noch einmal, wie konstruktiv es bei der Absicherung des Schulwegs zugegangen sei: „Ohne die tolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten wäre dies sicherlich nicht möglich gewesen. Deshalb blicken wir dankbar auf den gesamten Werdeprozess und das Ergebnis zurück.“

Initiative lädt zur Feier zu einer Radtour ein 

Am Samstag, 17. September, will die Initiative ihren Ampel-Erfolg feiern. „Wir möchten gemeinsam mit allen Interessierten eine Fahrradausfahrt in die Eisdiele nach Endersbach machen“, so die Einladung auf Facebook. „Dort gibt es Gelegenheit für Gespräche - alle Kinder erhalten ein Eis.“ Treffpunkt sei um 11 Uhr der Parkplatz des Getränkemarktes Drechsel an der Seemühle 3 in Weinstadt. „Selbstverständlich wird die Ampel ein herausragender Punkt auf diesem Weg sein.“

Seit fast genau einem Jahr steht an der Landesstraße zwischen Endersbach und Strümpfelbach eine Ampel. Vor allem für Eltern aus Stetten ist das ein Anlass zum Feiern - sie hatten sich maßgeblich für die Ampel eingesetzt, um den Schulweg ihrer Kinder nach Weinstadt sicherer zu machen. Die Eltern sprechen von „vielen glücklichen und zufriedenen Rückmeldungen“. Welche Bilanz ziehen Ämter und Polizei?

Beim Ordnungsamt der Stadt Weinstadt sind keine Rückmeldungen zur Knopfdruck-Ampel an

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