Kernen

Einbußen an Silvester: Taxifahrer aus Kernen leidet unter Gastro-Sperrstunde

Taxifahrer
Archivfoto: Taxiunternehmer Themistoklis Avgitidis rechnet in den kommenden Monaten mit weiteren Einbußen. © ALEXANDRA PALMIZI

Es war keine gewöhnliche Silvesternacht: Clubs und Diskotheken blieben über Silvester geschlossen, die großen Neujahrspartys waren aufgrund der strengen Corona-Kontaktbeschränkungen untersagt. Dennoch löste die Polizei, wie berichtet, eine illegale Party mit 200 Menschen in Fellbach-Schmiden in der Silvesternacht auf, bei der die geltende Corona-Verordnung ignoriert wurde. Der Start ins neue Jahr stand im Großen und Ganzen im Schatten der Pandemie.

In der Regel ist die Suche nach freien Fahrzeugen zwischen den Jahren sehr begehrt, die Telefone bei den Taxiunternehmen laufen heiß. Wie das Geschäft tatsächlich ablief und welche Auswirkungen die Sperrstunde in der Gastronomie auf die Arbeit der Taxifahrer hat, erzählt Taxiunternehmer Themistoklis Avgitidis aus Kernen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Es war eine der „schlechtesten Silvesternächte, die wir hatten“, berichtet Themistoklis Avgitidis. Zwar sei man „zwei bis drei Stunden ohne Pause unterwegs“ gewesen, so der Kernener Taxiunternehmer, „aber im Vergleich zu anderen Jahren ist das nur ein Fünftel oder ein Zehntel, was wir so hatten“. Er hat Einbußen verzeichnet. Man merke, dass viele Menschen im kleinen Kreis bleiben, mit Freunden oder Familie anstoßen und deshalb seltener den Fahrdienst in Anspruch nehmen. Bereits im Frühjahr hatte Themistoklis Avgitidis seine Taxiflotte mit Trennscheiben ausgestattet.

„Deprimierend für das Taxigeschäft“

„Der Einbruch an Silvester zeigt dann, wie es wahrscheinlich im Januar und Februar sein wird“, sagt Taxifahrer Avgitidis. „Wir müssen abwarten, ich will nichts sagen, bevor der Januar vorüber ist“, sagt er, doch mit seinen Vermutungen kann er sich dennoch nicht zurückhalten. „Aber es schaut schlecht aus.“ Die aktuelle Situation sei für ihn und seine Kollegen, mit denen er sich regelmäßig austauscht, schlichtweg „deprimierend für das Taxigeschäft“.

Sperrstunde in der Gastronomie wirkt sich auch auf Taxifahrten aus

Auch die Sperrstunde in der Gastronomie, die von der Landesregierung beschlossen wurde und vergangene Woche in Kraft getreten ist, wirke sich negativ auf die Arbeit des Taxiunternehmens aus. „Die Sperrstunde trifft das nächtliche Taxigeschäft richtig hart“, sagt Themistoklis Avgitidis. Seit der verschärften Corona-Regel gilt zwischen 22.30 und 5 Uhr eine Sperrzeit in der Gastronomie.

In der Nacht von Silvester auf Neujahr gab es eine Ausnahme, die Sperrstunde begann um 1 Uhr. Doch viel habe die Ausnahme nicht bewirkt. „Das ist alles sehr ärgerlich“, findet er. Die Fahrten während der Sperrstunde seien mit der Arbeit „wie im Lockdown“ zu vergleichen, so der Taxiunternehmer. Schließlich entscheiden sich womöglich viele Menschen dafür, in den eigenen vier Wänden zu speisen, statt im Restaurant einzukehren. In Gaststätten gilt weiterhin die 2G-plus-Regelung. Einlass nur für Geimpfte und Genesene mit tagesaktuellem Test.

Über Wasser kann sich der Taxiunternehmer mit Hilfe von Krankentransporten halten, erzählt er. Schon vor der Corona-Pandemie hat das Taxiunternehmen viele Krankentransporte übernommen. Krebspatienten, die zur Chemotherapie müssen, oder Dialyse-Patienten, wurden befördert. Diese Fahrten, die in der Regel tagsüber sind, seien „konjunktur- und coronaunabhängig“, so Themistoklis Avgitidis.

Corona-Hilfe muss eventuell zurückgezahlt werden

Wie sich das Ganze entwickelt und ob Taxifahrer die Corona-Gelder, die sie während des Lockdowns als finanzielle Hilfe bekommen haben, zurückzahlen müssen, bleibt noch abzuwarten. „Das wird gerade überprüft“, sagt Themistoklis Avgitidis. „Es schaut nicht gut aus.“

Es war keine gewöhnliche Silvesternacht: Clubs und Diskotheken blieben über Silvester geschlossen, die großen Neujahrspartys waren aufgrund der strengen Corona-Kontaktbeschränkungen untersagt. Dennoch löste die Polizei, wie berichtet, eine illegale Party mit 200 Menschen in Fellbach-Schmiden in der Silvesternacht auf, bei der die geltende Corona-Verordnung ignoriert wurde. Der Start ins neue Jahr stand im Großen und Ganzen im Schatten der Pandemie.

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