Kernen

"Es hat nicht gereicht" - Nächste Niederlage für Altenberger

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Monika Laule bleibt Erste Beigeordnete in Radolfzell. Sie setzte sich gegen ihren Herausforderer Stefan Altenberger durch. © Gerald Jarausch

Kernen/Radolfzell.
Der Kernener Ex-Bürgermeister Stefan Altenberger hat sich bei der Beigeordneten-Wahl in Radolfzell am Bodensee nicht gegen die Amtsinhaberin Monika Laule durchsetzen können. Bei der Wahl im Gemeinderat am Dienstagabend erreichte er neun von 25 Stimmen. Seine 58-jährige Konkurrentin erhielt eine knappe Mehrheit von 13 Stimmen. Drei Räte enthielten sich.

Direkt nach der Verkündung des Ergebnisses sagte Stefan Altenberger: „Es hat leider nicht gereicht.“ Er sei vermutlich nicht so nah an den Stadträten dran wie Monika Laule. „Nun gilt es das Ergebnis zu akzeptieren“, sagte Altenberger. So berichtet es der Südkurier.

Altenberger: „Ich bin nicht planlos“

Am nächsten Tag möchte sich der Kernener Ex-Bürgermeister auf Anfrage unserer Zeitung nicht zu seiner Niederlage äußern. So viel verrät der 55-Jährige dann aber doch: „Ich bin nicht planlos.“ Sozialbürgermeister in Radolfzell zu werden, sei eine neue Chance gewesen, nun gelte es, sich weiter umzuschauen – wie bei jedem normalen Bewerbungsprozess, betont Altenberger.

In Radolfzell wäre er bei einem Wahlerfolg Sozialbürgermeister unter Oberbürgermeister Martin Staab (55) geworden. Staab ist ein alter Bekannter aus dem Remstal: Er war Erster Bürgermeister von Waiblingen, ehe er 2013 bei der OB-Wahl am Bodensee gewann. Sein Verhältnis zur Beigeordneten Monika Laule galt lange als zerrüttet. Altenberger bestreitet aber, sich auf Anfrage Staabs in Radolfzell beworben zu haben. Dass die vermeintliche Verbindung zu Staab ihm bei der Wahl geschadet habe, kann der Kernener sich schon vorstellen. Gemeinderäte in Radolfzell hätten ihm bestätigt, dass die Wahl nicht an seiner Qualifikation gescheitert sei.

Vor der Wahl hatten Amtsinhaberin Monika Laule und Konkurrent Stefan Altenberger in einer öffentlichen Sitzung zehn Minuten Zeit, den Räten ihre Ziele vorzustellen. Danach stellten ihnen die Stadträte Fragen, berichtet der Südkurier.

Stefan Altenberger habe sich während seiner Vorstellung als bürgernah, seniorenfreundlich und teamfähig präsentiert. Mitarbeiter hätte er individuell führen wollen, heißt es in einem Bericht des Südkuriers. Seine großen Ziele seien in Radolfzell unter anderem der Ausbau der Digitalisierung an Schulen und der Ausbau für Angebote für Senioren gewesen. Mit seinen 16 Jahren Erfahrung als Bürgermeister habe er sich für diese Themen bestens gerüstet gefühlt. Die Fragen der Stadträte habe er alle beantworten können. Doch am Ende hat es nicht gereicht.

Zweite Niederlage in zwei Monaten

Für Altenberger ist es die zweite Wahlniederlage innerhalb von nur zwei Monaten. Erst Ende September war er nach 16 Jahren als Bürgermeister von Kernen abgewählt worden. Er unterlag dem 31-jährigen Herausforderer Benedikt Paulowitsch.

Monika Laule, die seit acht Jahren Erste Beigeordnete in Radolfzell ist, bekommt nun die Möglichkeit, ihre bereits gestarteten Projekte weiterzuführen, darunter der Bau eines Pflegeheims und eines Sportparks. Auch will sie sich für die Kinderbetreuung im Ort einsetzen.

Intensiver und länger als ihr Gegenkandidat Altenberger sei sie vom Gemeinderat befragt worden, berichtet eine Redakteurin des Südkuriers – geradezu in die Mangel genommen.

Das Verhältnis zwischen Laule und Oberbürgermeister Staab habe sich aber im vergangenen Sommer verbessert, berichtet Laule einen Tag nach der Wahl auf Anfrage unserer Zeitung: „Sonst hätte ich auch nicht mehr kandidiert.“ Auf einer sachlichen Ebene können sie nun zusammenarbeiten. Mit großer Zuversicht sei sie in die Wahl gegangen. Als klar war, dass sie für eine weitere Amtszeit Bürgermeisterin bleibt, sei dennoch eine große Anspannung von ihr abgefallen – wie bei jeder Wahl.

Kernen/Radolfzell.
Der Kernener Ex-Bürgermeister Stefan Altenberger hat sich bei der Beigeordneten-Wahl in Radolfzell am Bodensee nicht gegen die Amtsinhaberin Monika Laule durchsetzen können. Bei der Wahl im Gemeinderat am Dienstagabend erreichte er neun von 25 Stimmen. Seine 58-jährige Konkurrentin erhielt eine knappe Mehrheit von 13 Stimmen. Drei Räte enthielten sich.

Direkt nach der Verkündung des Ergebnisses sagte Stefan Altenberger:

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