Kernen

Familie Herzog aus Kernen-Stetten setzt auf Wasserstoffauto

Wasserstoff-Auto
Während das neue Geschäftsfahrzeug von Werner Herzog und Verena Herzog mit Wasserstoff betankt wird, ist für die Seifenkiste von Leo Herzog nur Hangabtriebskraft erforderlich. © Gabriel Habermann

Einfach in das Auto einsteigen und eine weite Strecke fahren – das kann die Familie Herzog aus Stetten nicht. Sie muss ihre Fahrt vorab planen, genauer gesagt, sich Tankstellen auf ihrer Route heraussuchen. Denn der Geschäftswagen des Stettener Ingenieurbüros ist eines von wenigen wasserstoffbetriebenen Autos in Deutschland. Dem Kraftstoffbundesamt zufolge ist der Bestand von 808 (1. Januar 2021) auf 1211 (1. Januar 2022) gestiegen.

96 Wasserstofftankstellen gibt es in Deutschland

Das Auto sei „zum Fahren ganz toll“, findet Verena Herzog, aber eine Reise sei nach wie vor „mit Aufwand verbunden“. Denn den Treibstoff dazu gibt es nicht überall. 96 Wasserstofftankstellen gibt es in Deutschland, wie die Internetseite www.h2live.de auf einer interaktiven Deutschlandkarte visualisiert. Dort kann man auch sehen, wenn eine davon aufgrund einer Störung außer Betrieb ist. „Es ist auch kein langer Akt, das Auto zu betanken“, sagt Geschäftsführerin und Diplom-Ingenieurin Verena Herzog. Im Prinzip dauere es genauso lange wie bei anderen Kraftstoffen.

Als „Exotenwagen“, bezeichnet ihr Vater, Senior-Chef Werner Herzog, das 68.000 Euro teure Auto. Der 72-Jährige öffnet die Motorhaube und präsentiert „das Herzstück“ des blauen „Toyota Mirai 2“.

Zur Auswahl stehen Toyota Mirai und Hyundai Nexo

Mit dem Auto ist die Familie Herzog bereits vertraut: Zwei Jahre lang fuhr sie das weiße Vorgängermodell vom selben Autohersteller. Auch das neuere Modell mit mehr Ausstattung und weiteren Extras haben die Herzogs geleast – bei Zahlung einer monatlichen Rate für drei Jahre gemietet. Wer in Deutschland ein Wasserstoffauto kaufen möchte, hat derzeit keine große Auswahl. Zur Verfügung stehen Toyota Mirai und Hyundai Nexo.

Mit dem neuen Fahrzeug soll es demnächst nach Brandenburg gehen, erzählt Werner Herzog. Die Reichweite gibt der Hersteller mit 650 Kilometer an. Im Unterschied zu batterieelektrischen Fahrzeugen müssen wasserstoffbetriebene Autos nicht geladen werden.

Preis für Wasserstoff ist nach dem Ukraine-Krieg gestiegen

Ein Kilogramm Wasserstoff kostet laut Werner Herzog inzwischen 12,85 Euro. Der Preis lag vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine bei 9,50 Euro, erinnert er sich. Weil die Limousine im Vergleich zum Vorgängermodell zwei Tanke hat, passen darin insgesamt zehn Kilogramm Wasserstoff hinein. Günstiger als ein Benziner fährt der Wagen nur, wenn die Benzinpreise stark steigen. Einen finanziellen Vorteil ziehen Herzogs aus dem Wagen höchstens bei der Steuer. Er hat ein E-Kennzeichen und wird besteuert wie ein Elektro-Auto, sprich: Die Kfz-Steuer entfällt.

Der Grund für den Kauf des Wasserstoffautos sei ein anderer gewesen. Werner Herzog sagt: „Meine Frau und ich habe ein Faible für den Wasserstoff und die Zukunftstechnologie.“

Einfach in das Auto einsteigen und eine weite Strecke fahren – das kann die Familie Herzog aus Stetten nicht. Sie muss ihre Fahrt vorab planen, genauer gesagt, sich Tankstellen auf ihrer Route heraussuchen. Denn der Geschäftswagen des Stettener Ingenieurbüros ist eines von wenigen wasserstoffbetriebenen Autos in Deutschland. Dem Kraftstoffbundesamt zufolge ist der Bestand von 808 (1. Januar 2021) auf 1211 (1. Januar 2022) gestiegen.

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96 Wasserstofftankstellen gibt es in

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