Kernen

Feuerwehr aus Schorndorf und dem Kreis hilft Opfern der Hochwasser-Katastrophe

Flut in Kordel
Zerstörte Möbel, kaputter Hausrat aus überfluteten Wohnungen. © Privat

Ein überfluteter Kindergarten, eine vom Wasser verwüstete Schule. Erdgeschoss-Wohnungen unter Wasser, zerstörte Möbel. Schlamm-Massen, die eiligst entfernt werden mussten, bevor sie trocknen und betonhart werden. „Solch ein Ausmaß an Verwüstung haben wir noch nie gesehen“, sagt Peter Lämmle, Kommandant der Schorndorfer Feuerwehr, nach dem 48-Stunden-Einsatz im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz. Feuerwehrleute aus dem Rems-Murr-Kreis waren am späten Donnerstagabend mit einem sogenannten „Katastrophenschutzzug Hochwasser“ in Richtung Rheinland-Pfalz abgerückt. Der DRK-Kreisverband und die Malteser hatten am Donnerstagnachmittag bereits je einen Krankentransportwagen mit zwei Einsatzkräften ins Hochwassergebiet entsandt.

Die Menschen hatten keine Zeit, sich vorzubereiten

Vor Ort im 2200 Einwohner großen Kordel, nahe der Grenze zu Luxemburg, haben die Feuerwehrleute aus dem Kreis am Freitag und Samstag die örtlichen Kräfte unter anderem dabei unterstützt, Keller auszupumpen, Schlamm von den Straßen zu entfernen und Öltanks abzusichern. „Am Freitagmorgen war der Ortskern noch überflutet und weder für Fahrzeuge noch für Fußgänger passierbar“, berichtet Einsatzleiter Peter Lämmle. Innerhalb weniger Stunden hatte sich die Lage dramatisch zugespitzt. Aus kleinen Bächen waren reißende Flüsse geworden. Die Leute, sagt Peter Lämmle, hätten keine Zeit gehabt, sich vorzubereiten. „In den Erdgeschossen stand das Wasser brusthoch.“ Mit der Konsequenz, dass diese Wohnungen mit all dem, was den Menschen wertvoll ist, zerstört waren. Während die Bewohner in ihren Privathäusern zu retten versuchten, was zu retten war, seien die Feuerwehrleute aus dem Rems-Murr-Kreis vor allem in den öffentlichen Gebäuden aktiv gewesen. In einem Kindergarten seien Möbel und Ausstattung eineinhalb Meter hochgeschwemmt und vom Wasser gegen die Eingangstür gedrückt worden, so dass es zunächst schwer war, in die Kita einzudringen. Tonnenweise Schutt und Trümmer wurden aus den Häusern geräumt und mit Baggern abtransportiert. Für die Bewohner eine unfassbare Katastrophe. Immerhin: Ums Leben gekommen ist niemand in Kordel, und trotz der schrecklichen Bilder kann Peter Lämmle auch von schönen Momenten erzählen. Die Unterstützung der Bevölkerung sei großartig gewesen, sagt er. Beeindruckend aber auch, wie gefasst die Bewohner mit der Situation umgegangen seien.

Stabsstelle in Alarmbereitschaft

Nach zwei Tagen konnten die Feuerwehrleute aus dem Rems-Murr-Kreis dann die Rückfahrt antreten und kamen am späten Samstagabend zurück. Für den Moment stehen keine weiteren Hochwasser-Einsätze an. Die Stabsstelle Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt steht jedoch weiter mit dem Regierungspräsidium in Kontakt und ist in Alarmbereitschaft - für den Fall, dass weiterer Bedarf besteht. Der Partnerlandkreis Meißen, den der Landrat mit einer Delegation des Kreistags am Wochenende besucht hat, hatte ebenfalls Hilfe angeboten. Die nach dem Elbhochwasser dafür eigens angeschafften Hochleistungspumpen wurden aber bisher noch nicht angefordert.

Sigel: Wir spüren, wie sehr wir der Natur ausgeliefert sind

„Die furchtbaren Bilder aus den Hochwassergebieten machen betroffen“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel. „Einmal mehr spüren wir, wie sehr wir der Natur ausgeliefert sind und wie unverzichtbar eine funktionierende Feuerwehr und Rettungskräfte für alle von uns in der Not sind. Mein herzlicher Dank gilt all den Helfern, die vor Ort mit angepackt haben und weiter Hilfe leisten. Dieses große ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute und Rettungskräfte ist alles andere als selbstverständlich“, so der Landrat weiter. Er sei dankbar für die große Solidarität, die auch in der Bevölkerung spürbar sei. „Zahlreiche Spendenangebote haben uns erreicht, wichtig sind aber vor allem finanzielle Spenden, weil Sachspenden in einer solchen Situation logistisch kaum zu steuern sind.“

Ein überfluteter Kindergarten, eine vom Wasser verwüstete Schule. Erdgeschoss-Wohnungen unter Wasser, zerstörte Möbel. Schlamm-Massen, die eiligst entfernt werden mussten, bevor sie trocknen und betonhart werden. „Solch ein Ausmaß an Verwüstung haben wir noch nie gesehen“, sagt Peter Lämmle, Kommandant der Schorndorfer Feuerwehr, nach dem 48-Stunden-Einsatz im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz. Feuerwehrleute aus dem Rems-Murr-Kreis waren am späten Donnerstagabend mit einem sogenannten

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