Kernen

Kernen bei der IBA'27: Warum die Hangweide als "urbanes Dorf" für 1000 Bewohner gut ins Konzept passt

iba27
Hinten von links: Kai Schaible (LBBW), Beigeordneter Peter Mauch, Markus Lämmle (LBBW), Dirk Braune (Geschäftsführung Kreisbaugesellschaft), Andreas Hofer (IBA’27-Intendant), Karin Lang (Geschäftsführung IBA’27), Landrat Richard Sigel. Vorn: Bürgermeister Benedikt Paulowitsch. © Benjamin Büttner

Kaum dass die Ausstellung der Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs „Zukunftsprojekt Hangweide“ am Mittwoch, 6. Oktober, nach rund vier Wochen ihre Türen für die Besucher geschlossen hatte, knallten in der „Eventscheune“ auch schon die Sektkorken.

Und dies aus gutem Grund: Ende Juli hatte das Aufsichtsgremium der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA'27) Stadt-Region Stuttgart nach einer entsprechenden Empfehlung des Kuratoriums einstimmig beschlossen, die Kernener Hangweide in die Ausstellung aufzunehmen. Am Mittwochabend wurde im Rahmen einer Feierstunde förmlich die offizielle Kooperationsvereinbarung über den Beitritt der Projektgemeinschaft Hangweide zur IBA’27 unterzeichnet.

Quartiersgenossenschaft soll Hangweide betreuen

Auf der Hangweide soll in wenigen Jahren ein eigenständiges, urbanes und gemischtes Quartier als Heimat für voraussichtlich mehr als tausend Menschen entstehen. Als „urbanes Dorf“ vereine das Quartier Hangweide die ländlichen Wurzeln von Kernen mit den städtischen Qualitäten des Großraums Stuttgart, erklärte dazu IBA'27-Intendant Andreas Hofer. „Die Qualität des Projekts zeigt sich vor allem in der solidarischen und gemeinschaftlichen Quartiersentwicklung“, so der Intendant weiter.

Das Quartier soll vielfältigen und bezahlbaren Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten bieten. Eine Quartiersgenossenschaft soll sich um die Koordination der gemeinschaftlichen Infrastruktur, die Energieerzeugung und die Interessen der Bewohnenden kümmern, stellt Hofer in Aussicht. Heute würden die Immobilien für die kommenden Generationen gebaut, so Hofer.

Eigener Wasserstoff von der Hangweide?

„Wir freuen uns sehr, dass der IBA’27-Aufsichtsrat die Aufnahme des Projekts in die Bauausstellung befürwortet hat und wir nun mit unseren Unterschriften die entsprechende Kooperationsvereinbarung geschlossen haben“, begeisterte sich Bürgermeister Paulowitsch. „Wir sind überzeugt, dass unser ehrgeiziges Projekt Vorbildcharakter erreichen wird.“ Die Hangweide könnte als großes Entwicklungsgebiet im Rems-Murr-Kreis der nächste Baustein in der Strategie des Landkreises zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum sein, hofft der Kernener Bürgermeister.

Auch Landrat Richard Sigel war zur Vertragsunterzeichnung vor Ort. „Wir engagieren uns als Landkreis über unsere Kreisbaugruppe bewusst für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und nehmen hierfür, anders als viele andere Kreise, selbst Geld in die Hand“, betonte er.

Er verwies außerdem darauf, dass das geplante Wasserstoff-Projekt auf der Hangweide in das Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums aufgenommen wurde. Es gehe in ihm unter anderem darum, die dezentrale Wasserstoffproduktion sowie die Nutzung der Abwärme für die Energieversorgung des Quartiers zu nutzen.

IBA möchte Verwirklichung intensiv begleiten

Am Projekt Hangweide sind außer der Projektgemeinschaft Kernen im Remstal auch die Kreisbaugesellschaft Waiblingen und die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung unmittelbar involviert. Nach vielen Jahren sehr theoretischer Planung soll es jetzt ernst werden: Die Geschäftsleitung der IBA'27 wolle die Verwirklichung des Projekts in den nächsten Jahren intensiv begleiten, kündigte IBA-Geschäftsführerin Karin Lang an.

Die Hangweide ist eine ehemalige Einrichtung der Diakonie Stetten. Nach einer umfassenden Bürgerbeteiligung fand im vergangenen Jahr ein städtebaulicher Wettbewerb statt.

Das gemeinsame Konzept des Stuttgarter Büros UTA Architekten und Stadtplaner und der SIMA | BREER Landschaftsarchitektur aus Winterthur sieht für das rund acht Hektar große Areal ein dicht bebautes „urbanes Dorf“ vor, in dem städtisches und dörfliches Leben mit unterschiedlichen Wohnformen und Eigentumsverhältnissen kombiniert werden.

Ziel ist es, ein Modell für solidarisches und gemeinschaftliches Zusammenleben zu entwickeln. Eine als Genossenschaft konzipierte „Quartiersmeisterei“ soll die Organisation und den Betrieb der neuen Dorfgemeinschaft übernehmen.

Kaum dass die Ausstellung der Ergebnisse des städtebaulichen Wettbewerbs „Zukunftsprojekt Hangweide“ am Mittwoch, 6. Oktober, nach rund vier Wochen ihre Türen für die Besucher geschlossen hatte, knallten in der „Eventscheune“ auch schon die Sektkorken.

Und dies aus gutem Grund: Ende Juli hatte das Aufsichtsgremium der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA'27) Stadt-Region Stuttgart nach einer entsprechenden Empfehlung des Kuratoriums einstimmig beschlossen, die Kernener Hangweide

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