Kernen

Kernen: Diakonie Stetten bietet Jobs für Ukraine-Flüchtlinge an

Diakonie Corona
Diakonie Stetten. © Benjamin Büttner

Um den geflüchteten Menschen aus der Ukraine den Einstieg ins Leben in Kernen einfacher zu gestalten, hat die Gemeinde zusammen mit dem Gewerbeverein und dem Verein Freundliches Kernen ein neues Job-Portal (www.kernenhaeltzusammen.de/stellenangebote) ins Leben gerufen.

„Wir sind sehr offen für die Beschäftigung von Ukraine-Flüchtlingen"

Als einer der wichtigen Arbeitgeber in der Region bietet auch die Diakonie Stetten, Einrichtung für Menschen mit Behinderung, für geflüchtete Menschen aus der Ukraine Beschäftigungsmöglichkeiten in der Pflege an. „Wir sind sehr offen für die Beschäftigung von Ukraine-Flüchtlingen und haben auch schon erste Bewerbungen erhalten“, teilt Steffen Wilhelm, Pressesprecher der Diakonie Stetten, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Aufruf nach Mitarbeitern während Corona gestartet

Der Personalmangel in der Pflege ist nach wie vor groß. Bereits während der Corona-Pandemie startete die Diakonie einen dringenden Aufruf nach Mitarbeitern. Daraufhin hätten sich bereits ungelernte Hilfskräfte gemeldet, die auch eingestellt werden konnten, sagt Steffen Wilhelm. „Deshalb bieten wir den ukrainischen Flüchtlingen jetzt vor allem Beschäftigungsmöglichkeiten als pflegerische oder pädagogische Fachkräfte an.“ Insbesondere in den Pflegeheimen des Alexander-Stifts und in den Wohnbereichen für Menschen mit Behinderung seien Fachkraft-Bewerbungen von Geflüchteten sehr willkommen.

Da es sich bei den Ukraine-Flüchtlingen größtenteils um Frauen, Mütter und Kinder handelt, möchte die Diakonie mit Arbeitszeiten, die in „unterschiedlichen Varianten von Teilzeit und mit speziellen Dienstformen“ gestaltet werden können, den Frauen entgegenkommen.

Sofern Geflüchtete zwar Interesse, aber noch keine entsprechende Qualifikation oder keinen anerkannten Abschluss haben, so Steffen Wilhelm, bietet die Einrichtung auch Ausbildungsplätze an. Auch die Ludwig-Schlaich-Akademie in Waiblingen sei für Bewerbungen sehr offen.

„Im Moment stehen wir da noch ganz am Anfang und können noch nicht gut einschätzen, wie groß das Interesse an einer mehrjährigen Ausbildung ist“, sagt der Diakonie-Pressesprecher. Schließlich sind die Ukraine-Flüchtlinge erst seit kurzer Zeit in Kernen. Auch hätten viele von ihnen die Hoffnung, „in absehbarer Zeit wieder in die Ukraine zurückkehren zu können“.

Wer eine Fachkraftstelle besetzen möchte, der muss eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen, sagt Wilhelm. „Dazu ist es wichtig, dass der pflegerische oder pädagogische Berufsabschluss in Deutschland anerkannt wird.“ Für die Prüfung und Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in Deutschland ist das Regierungspräsidium zuständig. Die Diakonie hofft, dass die „Erteilung von Arbeitserlaubnissen sehr schnell und unbürokratisch“ über die Bühne läuft. Schließlich sei es auch so „von den Behörden in Aussicht gestellt“ worden.

Fehlende Sprachkenntnisse könnten zum Problem werden

Eine weitere Hürde hingegen könnte die Sprache darstellen. Auch wenn in manchen Bereichen in der Pflege es denkbar wäre, dass Englischkenntnisse für den Einstieg zunächst ausreichen, so Steffen Wilhelm, gebe es auch Bereiche, in denen Deutschkenntnisse unabdingbar seien. „Gerade bei Menschen mit Behinderung, aber auch in der Arbeit mit Senioren spielt die Kommunikation ja eine wichtige Rolle.“

Doch fehlende Sprachkenntnisse sollen kein generelles Ausschlusskriterium sein. Deshalb möchte die Diakonie Geflüchtete dabei unterstützen, Sprachkurse zu belegen. Bei entsprechender Nachfrage sei es für die Einrichtung auch denkbar, eigene Unterstützungs- beziehungsweise Integrationsangebote zu entwickeln, so Steffen Wilhelm. Das heißt, sie würden mit ukrainisch- oder russischsprachigen Diakonie-Mitarbeitern einen Kurs ins Leben rufen. „Aber auch da stehen wir mit unseren Überlegungen noch ganz am Anfang.“ Wichtig sei der Diakonie Stetten zufolge die Frage, wie die Kommunen und die Arbeitsagenturen Menschen bei der Integration ins Arbeitsleben unterstützen werden.

Ausbildungsplätze in der Behindertenhilfe und in der Altenhilfe

Je nach Bedarf kann die Einrichtung Beschäftigungsmöglichkeiten für Fachkräfte und Ausbildungsplätze in der Behindertenhilfe und in der Altenhilfe kurz- bis mittelfristig an nahezu allen Diakonie-Standorten in der Region anbieten: in Kernen, an den weiteren Standorten im Rems-Murr-Kreis, aber auch in Stuttgart und in den Nachbarlandkreisen Ostalb, Göppingen, Esslingen, Ludwigsburg und Heilbronn.

Wichtig ist für diejenigen, die in der Pflege arbeiten wollen, dass sie die einrichtungsbezogene Impfpflicht, die seit 15. März gilt, nachweisen müssen.

Eine Arbeitsgenehmigung erhalten die Ukraine-Flüchtlinge direkt nach ihrer Registrierung. Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt die Agentur für Arbeit auch, dass „mit der vorläufigen Bescheinigung („Fiktionsbescheinigung“) über ihr Aufenthaltsrecht nach § 24 Absatz 1 AufenthG ukrainische Geflüchtete durch die zuständige Ausländerbehörde auch die Erlaubnis zum Arbeiten“ erhalten.

Um den geflüchteten Menschen aus der Ukraine den Einstieg ins Leben in Kernen einfacher zu gestalten, hat die Gemeinde zusammen mit dem Gewerbeverein und dem Verein Freundliches Kernen ein neues Job-Portal (www.kernenhaeltzusammen.de/stellenangebote) ins Leben gerufen.

„Wir sind sehr offen für die Beschäftigung von Ukraine-Flüchtlingen"

Als einer der wichtigen Arbeitgeber in der Region bietet auch die Diakonie Stetten, Einrichtung für Menschen mit Behinderung, für geflüchtete

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