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Kernen: Ende der Corona-Teststationen noch im Juni?

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Das Testzentrum im Pavillon in Rommelshausen wird Ende Juni schließen. © Gaby Schneider

Nach aktuellem Stand sollen die vom Bund bezahlten Bürgertests zur Überprüfung einer möglichen Corona-Infektion Ende Juni auslaufen. Das bedeutet, dass Schnelltests lediglich Selbstzahlern zur Verfügung stehen werden, vorausgesetzt es gibt keine neue Regel seitens des Bundes. Was geschieht dann mit den Teststationen in Kernen?

„Ja, wir werden Ende Juni das Testzentrum im Pavillon hinterm Rathaus schließen“, sagt Apotheker Thomas von Künsberg Sarre von der Fellbacher Stadt-Apotheke, der zusammen mit seinen Mitarbeitern die Teststelle betreibt. Im Gegenzug können sich Bürger direkt in der Apotheke in Fellbach testen lassen, wo auch nach Beendigung der bezahlten Bürgertests Antigen-Schnelltests sowie PCR-Tests angeboten werden.

Nachdem die Testpflicht in vielen Bereichen weggefallen ist, sei die Nachfrage im Testpavillon in Rommelshausen zwar „auf niedrigem Niveau, aber überraschenderweise immer noch vorhanden“, meint er. Aktuell seien die Öffnungszeiten noch dieselben wie im Februar, als der Testpavillon eingerichtet wurde: werktags von 8 bis 10 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 12 Uhr. In der kommenden Woche soll es allerdings werktags nur noch vormittags Termine geben, und zwar von 8 bis 10 Uhr. Die Termine am Wochenende von 10 bis 12 Uhr sollen bis Ende Juni unverändert bleiben.

Team der Fellbacher Stadt-Apotheke könnte im Herbst wieder testen

Weiterhin bestehe werktags die Möglichkeit eines PCR-Tests. Das Ergebnis liege innerhalb von sechs Stunden vor, betont Thomas von Künsberg Sarre. Für Selbstzahler kostet der PCR-Test 69 Euro. „Die Nachfrage ist parallel zu den Bürgertests gesunken“, sagt von Künsberg Sarre.

Falls sich die Situation im Herbst wieder zuspitzt und sich die Corona-Situation verschlimmert, stünden Thomas von Künsberg Sarre und sein Team bereit: „Wir haben das Know-how, wir haben das Equipment und –am wichtigsten – wir haben einen Pool an gut geschulten Mitarbeitern, die uns mit viel Engagement und Flexibilität durch die Pandemie getragen haben“, betont er. Hierzu würde er mit der Gemeindeverwaltung im Gespräch bleiben, etwa zum Thema, wo gegebenenfalls ein geeigneter Ort für eine Teststation sei, für den Fall, dass der Pavillon nicht mehr zur Verfügung stünde. „Unter diesen Voraussetzungen können wir jederzeit aus dem Stand heraus wieder eine Teststelle eröffnen und betreiben“, sagt er.

Zukunft des Kirchgarten-Pavillons in Rommelshausen ungewiss

Was die Zukunft des Pavillons in Rommelshausen betrifft, werde aktuell geprüft, ob dieser zurückgebaut, also abgerissen werde, erklärt der stellvertretende Bauamtsleiter Thomas Bauer, wofür es eventuell einen Zuschuss vom Land geben könnte. Der Pavillon sei als Provisorium gedacht gewesen und werde städtebaulich als kritisch angesehen. Überlegungen hierzu gab es bereits im vergangenen Winter, die aber im Zuge des Corona-Testbetriebs verworfen wurden. „Die Gemeinde wird mit Blick auf den Herbst sicherlich an Alternativen arbeiten, anderweitig Teststationen zu ermöglichen“, so Bauer. Auch eine Befassung im Gemeinderat sei angesichts der notwendigen Auftragsvergabe vorgesehen.

Teststelle in Stetten bleibt vorerst bestehen

Özgür Gülbahar betreibt seit Februar eine Teststelle in Stetten direkt in seinem Büro „Deinfinanzcheck“ in der Klosterstraße, aktuell befindet er sich aber im Urlaub.

Was die Gestaltung der Öffnungszeiten der Teststation betreffe, sei er flexibel. „Ich werde schauen, wie sich die Situation über den Sommer hinweg entwickelt“, meint er. Die Nachfrage nach Bürgertests sei immer noch da. Interessierte lassen sich etwa vor einer Familienfeier testen oder vor einem Besuch im Pflegeheim oder Krankenhaus, wofür ein negativer Schnelltest nach wie vor als Voraussetzung vorgelegt werden muss.

Währenddessen mahnt der Landesapothekerverband den Gesetz- und Verordnungsgeber laut Pressemitteilung an, die Laufzeit für die noch kostenfreien Corona-Schnelltests zu verlängern. „Mit dem Wegfall der Bürgertests verliert das Land die effektivste Mechanik, das Infektionsgeschehen zu beobachten und frühzeitig Infektionsketten zu entdecken. Das halten wir für unvorsichtig und falsch!“, sagt Verbandspräsidentin Tatjana Zambo.

Zur Begründung nennt Zambo die unter anderem in Portugal aufgetretene Omikron-Variante BA.5. Laut Pressemitteilung geht Tatjana Zambo davon aus, dass die wenigsten Bürger weiterhin eine Teststelle aufsuchen, wenn Antigen-Schnelltests kostenpflichtig werden. Durch die gestiegenen Preise im Bereich Energie und Lebensmittel sei man ohnehin einer stärkeren finanziellen Belastung ausgesetzt. Ihrer Erfahrung nach mangele es nicht an der Motivation der Menschen.

Nach aktuellem Stand sollen die vom Bund bezahlten Bürgertests zur Überprüfung einer möglichen Corona-Infektion Ende Juni auslaufen. Das bedeutet, dass Schnelltests lediglich Selbstzahlern zur Verfügung stehen werden, vorausgesetzt es gibt keine neue Regel seitens des Bundes. Was geschieht dann mit den Teststationen in Kernen?

„Ja, wir werden Ende Juni das Testzentrum im Pavillon hinterm Rathaus schließen“, sagt Apotheker Thomas von Künsberg Sarre von der Fellbacher Stadt-Apotheke,

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