Kernen

Kernen hilft Hochwasser-Kommunen in Westdeutschland mit 5000 Euro - und beruhigt Hausbesitzer im Remstal

Kernen Paulowitsch Hochwasser
Bürgermeister Benedikt Paulowitsch bei einem Hochwasser-Kontrollgang mit dem Feuerwehr-Kommandanten von Kernen. © Gemeinde Kernen

Insgesamt 5000 Euro Soforthilfe will die Gemeinde Kernen zwei von den verheerenden Überflutungen betroffenen Kommunen in Westdeutschland überweisen. Je 2500 Euro sollen zwei Orte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erhalten, sagt Bürgermeister Benedikt Paulowitsch, der damit ein Zeichen der Solidarität zwischen den Gemeinden in Deutschland setzen will.

Er recherchiere gerade, welche Kommunen das Geld bekommen sollen. Für Kernen selbst gibt er aktuell Hochwasser-Entwarnung.

„Bei solch einer Jahrhundert-Katastrophe wollen wir als Gemeinde-Familie zusammenhalten“

Die 5000 Euro darf Paulowitsch als Bürgermeister außerplanmäßig ausgeben. Das sei der unbürokratischste und schnellste Weg zu helfen, so der Rathauschef auf Anfrage. Natürlich sei auch Kernen finanziell „auf Habachtstellung“, wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Doch seine Gemeinde stehe solide da, kann daher etwas abgeben: „Bei solch einer Jahrhundert-Katastrophe wollen wir als Gemeinde-Familie zusammenhalten.“ Als Bürgermeister denke er nicht nur an die Angehörigen der Todesopfer und die verlorenen Privathäuser, sondern auch an Schulen, Straßen, Spielplätze.

Der Wiederaufbau wird lange dauern - Paulowitsch hofft auf Partnerschaften

Die Wiederaufbauarbeit gehe erst noch richtig los und werde lange dauern, während der gesellschaftliche Fokus in einigen Monaten wohl schon nicht mehr auf den betroffenen Ortschaften liegen werde. Paulowitsch, der auch privat Geld spendet, will damit andere motivieren, ebenfalls zu helfen - vielleicht ergäben sich auch langfristige Partnerschaften, zum Beispiel zwischen Vereinen.

Als Beispiel nennt er Musikvereine, die alle Instrumente in den Fluten verloren haben. So etwas stehe aktuell natürlich noch nicht im Fokus, werde aber sicher kommen.

Kernener Bürgern, die ebenfalls helfen wollen, empfiehlt Paulowitsch etwa „Aktion Deutschland hilft“, das Technische Hilfswerk oder das Rote Kreuz. Die Gemeindeverwaltung könne private Spenden leider nicht abwickeln und ins betroffene Gebiet schicken. Das würde ihm zufolge alles verkomplizieren. Seine Privatspende gehe auch an entsprechende Hilfseinrichtungen.

Feuerwehr Kernen prüft regelmäßig den Stand an der Rems

In Kernen selbst sind die Pegelstände am Montag „absolut in Ordnung“, so der Bürgermeister. Kürzlich hat er sich mit dem Feuerwehr-Kommandanten „neuralgische Punkte“ an der Rems angesehen. Wegen der aktuellen Berichte aus Westdeutschland machen sich auch hier Menschen Sorgen, so Paulowitsch, der schon einige Mails mit Fragen dazu erhalten hat.

Er könne beruhigen: Die Feuerwehr prüfe die Lage regelmäßig. Wenn enge Flussstellen etwa mit Ästen verstopft sind, werden sie gesäubert. Zudem habe die Gemeinde schon vor Jahren beschlossen, in Hochwasserschutz zu investieren. Da sei man auch weiterhin dran und warte auf das Planfeststellungsverfahren. Im besten Fall könnten die Arbeiten nächstes Jahr beginnen.

Klar ist laut dem Bürgermeister: „Die Gefahr von Unwetterschäden nimmt weiter zu.“

Insgesamt 5000 Euro Soforthilfe will die Gemeinde Kernen zwei von den verheerenden Überflutungen betroffenen Kommunen in Westdeutschland überweisen. Je 2500 Euro sollen zwei Orte in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erhalten, sagt Bürgermeister Benedikt Paulowitsch, der damit ein Zeichen der Solidarität zwischen den Gemeinden in Deutschland setzen will.

Er recherchiere gerade, welche Kommunen das Geld bekommen sollen. Für Kernen selbst gibt er aktuell

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