Kernen

Kernen-Stetten: Betreiber des Restaurants „Syrtaki“ befürchten Einbußen wegen 2G

Restaurant Syrtaki
Thomas Ziongos mit Ehefrau Sofia Raptopoulou im Wintergarten, den sie während des Lockdowns neu umgestaltet haben. © Benjamin Büttner

„Den letzten Corona-Winter haben wir überstanden“, sagt Sofia Raptopoulou, wie der diesjährige verlaufen wird, das kann die 44-Jährige zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Seit diesem Mittwoch, nach dem die Corona-Alarmstufe ausgerufen wurde, gilt die 2G-Regel – unter anderem in der Gastronomie.

Das heißt, für die Betreiber des griechischen Restaurants „Syrtaki“ in der Mühlstraße, dass sie nur noch Kunden empfangen dürfen, die vollständig geimpft oder genesen sind.

Restaurant vor 32 Jahren eröffnet

Sofia Raptopoulou und Ehemann Thomas Ziongos betreiben die Gaststätte in Stetten, die vor 32 Jahren von Ziongos Eltern, Katerina Ziongou und Vassilios Ziongos, eröffnet wurde. Im Jahr 1995 übernahm der 44-Jährige das Familiengeschäft.

Auswirkungen der Pandemie bis heute zu spüren

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie spüren die Ziongos bis heute. „Die Kunden sind ängstlicher und vorsichtiger“, sagt Sofia Raptopoulou. „Ohne Reservierung kommt fast keiner mehr.“

Auch befürchtet die dreifache Mutter, dass es nach der Einführung der 2G-Regel nun „schlimmer“ sein werde. „Auch wenn der größte Teil unserer Kundschaft geimpft ist“, sagt sie, rechne sie nun mit weniger Kunden. Unter der Woche seien beispielsweise viele Berufstätige zum Mittagessen im „Syrtaki“. Wenn einer aus der Gruppe nicht geimpft ist, dann werden wahrscheinlich die restlichen Kollegen auch nicht kommen, vermutet die 44-jährige Wirtin.

Auch mit Blick auf mögliche Familienfeiern, Betriebsessen oder Ähnliches rechnet Sofia Raptopoulou mit Absagen und sieht das Weihnachtsgeschäft gefährdet: „Ich glaube, dass die Weihnachtsfeiern dieses Jahr abgesagt werden.“

Das erste Jahr der Pandemie haben die Ziongos nach eigenen Angaben zufolge mit Kurzarbeit und Liefer- und Abholservice überstanden. Viel Unterstützung gab es von der Stammkundschaft, sagt Thomas Ziongos und bedankt sich für die Treue.

Wintergarten im Lockdown umgestaltet

Während des zweiten Lockdowns, der pandemiebedingten Schließung, haben sie die Zeit für Umgestaltung genutzt und den Wintergarten überdacht sowie modern und hell eingerichtet. Die Terrasse lässt sich mit wenigen Handgriffen und mit Hilfe von mobilen Seitenfenstern öffnen, aber auch schließen. Insbesondere im Sommer, als in der Gastronomie im Außenbereich kein Testnachweis erforderlich war, sei das Angebot sehr gut angenommen worden, sagt Raptopoulou. „Die Atmosphäre war lockerer.“

Doch sobald es „neue Corona-Verordnungen gab, hat man die Veränderung bei den Kunden gemerkt“, berichtet sie. Gäste, die entweder selten oder nur noch in kleinen Gruppen kommen und im Vergleich zu früher nicht lange im Restaurant bleiben.

Wie kommt die 2G-Regelung bei der Kundschaft an?

Was die Kundschaft zu der aktuellen 2G-Regelung sagt? „Heute hat eine Kundin angerufen und sich nach der aktuellen Regelung erkundigt“, berichtet Raptopoulou. Die Kundin befürworte die Vorgehensweise, weil sie sich mit der 2G-Regelung sicherer fühle, sagt die Wirtin.

Gleicher Meinung ist eine Kundin vor Ort, die mit ihrer Tochter im „Syrtaki“ zu Mittag isst. „Ich fühle mich sicherer“, sagt die 57-Jährige, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Falls man sich nicht impfen lasse, sofern man es könne, sei man selbst schuld daran, dass man nun vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werde, findet die Rommelshausenerin.

Ihre 26-jährige Tochter hingegen, die ebenfalls anonym bleiben möchte, ist anderer Meinung. Sie hätte es besser gefunden, eine „1G-Regelung“ einzuführen, welche nur diejenigen ins Restaurant, Café oder Kino lasse, die sich zuvor haben testen lassen – unabhängig davon, ob man geimpft oder genesen ist. „Das finde ich sicherer“, sagt die junge Frau, „ich bin zwar geimpft, aber ich könnte das Virus ja trotzdem übertragen.“

Eine 50-jährige Kundin, die gemeinsam mit ihrem Ehemann in der Gaststätte einkehrt, findet, nicht Geimpfte auszuschließen, spalte die Gesellschaft und berge ein großes Konfliktpotenzial. Schließlich gebe es auch Leute, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, sagt sie. „Es werden alle über einen Kamm geschoren“, und das fände sie falsch. Die 2G-Regelung sei ihrer Meinung nach „eine Katastrophe für die Gastronomie“.

„Den letzten Corona-Winter haben wir überstanden“, sagt Sofia Raptopoulou, wie der diesjährige verlaufen wird, das kann die 44-Jährige zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Seit diesem Mittwoch, nach dem die Corona-Alarmstufe ausgerufen wurde, gilt die 2G-Regel – unter anderem in der Gastronomie.

Das heißt, für die Betreiber des griechischen Restaurants „Syrtaki“ in der Mühlstraße, dass sie nur noch Kunden empfangen dürfen, die vollständig geimpft oder genesen

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