Kernen

Kernener Ex-Notar erklärt fünf wichtige Punkte der Patientenverfügung

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Symbolbild. © ZVW/Sarah Utz

Wer nicht möchte, dass andere über die medizinische Behandlung entscheiden, wenn man selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist, kann durch eine Patientenverfügung vorab festlegen, wie er bei bestimmten Krankheitszuständen behandelt werden will. Dabei kann er auch darüber entscheiden, mit welchen medizinischen Maßnahmen er einverstanden ist und welche er untersagt. Der ehemalige Kernener Notar Dieter Krauß gibt fünf Tipps, was es bei der Patientenverfügung zu beachten gilt. Er hat 28 Jahre lang in Rommelshausen als Notar gearbeitet.

Was muss eine Patientenverfügung beinhalten?

„Die Einwilligung in nicht unmittelbar bevorstehende und konkret bestimmbare medizinische Behandlungen“, sagt der Ex-Notar. Wichtig sei dabei, „dass der Text schriftlich abgefasst und dann handschriftlich unterschrieben wird“, sagt Krauß. Und damit es zu keinen Missverständnissen kommt, muss die Patientenverfügung so präzise wie möglich formuliert werden.

Das heißt, dass die genauen Situationen beschrieben werden müssen, in denen die Patientenverfügung in Kraft treten soll. Dazu gehört auch, dass der Verfasser ganz genau die von ihm gewünschte Behandlungsform angibt. Dazu zählen die lebenserhaltenden Maßnahmen, künstliche Ernährung, Organspende und Ähnliches. Nicht fehlen dürfen in der Patientenverfügung selbstverständlich der Vor- und Familienname, das Geburtsdatum sowie die Adresse des Verfassers, der Ort und das Datum.

Warum ist eine Patientenverfügung wichtig?

„Weil sie medizinische Behandlungen oder deren Unterlassung für den Fall festlegt, dass der Patient nicht mehr selbst entscheiden kann“, sagt Dieter Krauß.

Darf in einer Patientenverfügung der Wunsch der aktiven Sterbehilfe geäußert werden?

Da sei noch Vorsicht geboten. „Dies ist nicht geklärt, obwohl das Bundesverfassungsgericht aktive Sterbehilfe grundsätzlich für zulässig erklärt hat.“

Wann ist eine Patientenverfügung gültig und wie lange ist sie gültig?

Eine Patientenverfügung ist, sobald sie schriftlich abgefasst und unterschrieben wurde, gültig, bis eine neue errichtet wird. „Eine regelmäßige Bestätigung ist nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll“, sagt der Ex-Notar.

Kann eine Patientenverfügung widerrufen werden?

Ja. Wer eine neue Patientenverfügung verfasst und die bestehende vernichtet, kann auf diese Weise seine Patientenverfügung widerrufen. Wichtig ist dabei: Falls der Verfasser beim Hausarzt oder bei einer Vertrauensperson ein Exemplar hinterlegt hat, sollte er sich dieses zurückgeben lassen.

Wer nicht möchte, dass andere über die medizinische Behandlung entscheiden, wenn man selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist, kann durch eine Patientenverfügung vorab festlegen, wie er bei bestimmten Krankheitszuständen behandelt werden will. Dabei kann er auch darüber entscheiden, mit welchen medizinischen Maßnahmen er einverstanden ist und welche er untersagt. Der ehemalige Kernener Notar Dieter Krauß gibt fünf Tipps, was es bei der Patientenverfügung zu beachten gilt. Er hat 28 Jahre

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