Kernen

Majan lockt 1500 Fans zum #JuRoSt-Jugendfestival nach Kernen

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Pop-Rapper Majan (22) trat am Freitag vor 1500 jungen Leuten auf - alle Gratistickets waren an diesem Tag vergeben. © Ralph Steinemann Pressefoto

Besonders Jugendliche haben die Corona-Pandemie und die mit ihr einhergehenden Maßnahmen besonders hart getroffen: Die Schulen und Universitäten waren zwischenzeitlich geschlossen, Treffpunkte wie Jugendhäuser oder Sportstätten auch. Freunde durften sich lange Zeit nicht mehr als Gruppe treffen, mussten Abstand zueinander halten. Um den Jugendlichen etwas zurückzugeben, hat sich die Gemeinde Kernen in Kooperation mit einer ansässigen Firma entschlossen, ein Festival nur für 14- bis 27-Jährige zu veranstalten.

Es galt die 3G-Pflicht

Startschuss für die Veranstaltung im St.-Rambert-Stadion in Rommelshausen war am Freitag um 17 Uhr. Die Gäste waren ausdrücklich dazu aufgerufen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Shuttle-Bus anzufahren, die Kelterstraße und die dortigen Parkplätze waren vorsorglich durch die Freiwillige Feuerwehr abgesperrt. Für das Festival galt die 3G-Pflicht. Am Eingang wurden der entsprechende Nachweis sowie die Ausweise kontrolliert – wer jünger als 14 Jahre war, kam nicht rein. Das Besondere an der Veranstaltung: Die Tickets waren kostenlos. Möglich gemacht hat den freien Eintritt die Kernener Firma Tekon Prüftechnik als hauptsächlicher Sponsor.

Es gab eine Chill-Area mit eigens bedruckten Sonnenstühlen und bunten Paletten-Möbeln. Außerdem konnten sich die Gäste am Freitagabend auf mehreren Graffiti-Wänden verewigen, Schüler der Rumold-Realschule hatten „Spikeball“-Stationen aufgebaut.

So etwas gab es in Kernen früher nicht

Das Festival sei ein tolles Konzept, finden die Zehntklässler Felix, Tim und Hugo. „Vor Corona gab’s so was nicht“, sagt Felix. Für ihn und seine Freunde sei bisher die Kirbe die einzige attraktive Veranstaltung gewesen. Auf ein solches Echo hat Bürgermeister Benedikt Paulowitsch abgezielt: Er hofft, dass das Event ein Impuls für die Jugendarbeit sein wird. In einer Region, wo sonst viel gefeiert wird, gebe es „extrem selten“ Feste speziell für diese Altersgruppe. „Ich habe mir gedacht: Wir können doch einfach mal ‘ne Party machen. Einfach mal Spaß haben“, sagt der Bürgermeister.

Herzstück des „#JuRoSt“-Festivals war natürlich die Bühne und die darum herum aufgebauten Buden und Foodtrucks mit Essen und Getränken. Die Bühne befand sich auf der Ladefläche eines großen Lkw-Aufliegers. Sie wurde der Gemeinde von der Firma Schwappach Transporte als Spende umsonst zur Verfügung gestellt. Ab dem späten Freitagnachmittag sorgten DJs für musikalische Unterhaltung.

Jugendliche haben Künstler ausgesucht

Meline Michailidis ist nicht nur Azubine beim Sponsor Tekon, sondern auch beim Rommelshausener Jugendzentrum und der Spvgg aktiv. Als sie über die Jugendsozialarbeiter und ihren Arbeitgeber mitbekommen habe, dass so ein Event stattfinden soll, habe sie sich sofort gemeldet, erinnert sich die 18-Jährige. Gemeinsam mit weiteren Jugendlichen und den Jugendsozialarbeitern Dominik Hettich und Valerie Paulus hat sie das Jugendfestival mitorganisiert.

Auch das Line-up hat sie mit ausgesucht: „Es war schwierig, die Künstler zu kriegen“, berichtet sie. „Wir wollten das Programm so zusammenstellen, dass es für jeden passt.“ Zuerst hatten die Organisatoren als Künstler für die Hip-Hop-Fans den Rapper Kontra K angefragt. „Der hat aber nur noch für 2023 Termine angenommen“, sagt Meline Michailidis. Kontra K lässt die Kernener aber trotzdem nicht im Regen stehen. Er vermittelt ihnen stattdessen den Kölner Nachwuchskünstler Baci (27) – der bei Kontra Ks Label unter Vertrag steht. Er trat am Samstagabend auf.

Luca Noel und Majan kommen aus dem Rems-Murr-Kreis

Die beiden anderen Nachwuchskünstler, die am Wochenende in Kernen auf der Bühne standen, waren Pop-Rapper Majan (22) und Deutsch-Pop-Sänger Luca Noel (19). Beide sind im Rems-Murr-Kreis zu Hause: Luca Noel Kohout kommt aus Miedelsbach. Marian Heim aka Majan kommt aus Schorndorf.

Die Gäste am Freitagabend waren im Durchschnitt ungefähr 18 Jahre alt und kamen aus dem ganzen Rems-Murr-Kreis. Wenn man sie gefragt hat, wieso sie hier sind, lautete die Antwort fast immer: „Wegen Majan.“

Für Majan ist es bislang der größte Solo-Auftritt

Der Schorndorfer „Storyteller-Rapper“, wie er sich selbst in einem seiner Songs nennt, ist ein echter Publikumsmagnet. Doch auch für ihn war der Auftritt in Kernen etwas ganz Besonderes: Alle 1500 Tickets für diesen Abend waren ausverkauft. „Eine Solo-Show mit 1500 Leuten hatte ich noch nie“, sagt der 22-Jährige, der in der Vergangenheit unter anderem auch mit Cro und Clueso auf der Bühne zu sehen war.

Deshalb hatte er an den Freitagabend große Erwartungen – ans Publikum und an sich selbst: „Ich bin mehr ready als jemals zuvor“, sagte er im Vorfeld. Seine hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht: Als „Show des Jahres“ bezeichnet der Rapper den Auftritt am Samstag auf seinem Instagram-Account.

Corona hat ihn ausgebremst

Die Corona-Pandemie hat Majan in seiner gerade beginnenden Karriere viele Steine in den Weg gelegt. „Es war eine Scheißzeit“, sagt er. Trotzdem hat er erst kürzlich ein neues Album herausgebracht und hinterher gleich noch eine Single veröffentlicht. Jetzt geht es endlich wieder los mit Live-Auftritten. „Die Leute sind ausgehungert, durstig, die wollen raus“, sagt Majan. Umso besser findet er das Kernener Konzept: „Ich find’ es toll, dass der Eintritt frei ist.“

Besonders Jugendliche haben die Corona-Pandemie und die mit ihr einhergehenden Maßnahmen besonders hart getroffen: Die Schulen und Universitäten waren zwischenzeitlich geschlossen, Treffpunkte wie Jugendhäuser oder Sportstätten auch. Freunde durften sich lange Zeit nicht mehr als Gruppe treffen, mussten Abstand zueinander halten. Um den Jugendlichen etwas zurückzugeben, hat sich die Gemeinde Kernen in Kooperation mit einer ansässigen Firma entschlossen, ein Festival nur für 14- bis

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