Kernen

Mehr Respekt und Wertschätzung: Bücherregal wird häufig als Ablage genutzt

FeldmaierBuchregal
Teresa Feldmaier (29) betreut ehrenamtlich das öffentliche Bücherregal in Rommelshausen und sorgt dort für Ordnung. © Gaby Schneider

Romane, Krimis, Biografien oder Kinderbücher – täglich ändert sich der Bestand des öffentlichen Bücherregals in Rommelshausen. Das Prinzip ist wie vielerorts gleich: Jeder kann sich Bücher ausleihen und wieder zurückstellen oder ein eigenes gutes Werk dazustellen. Das heißt aber nicht, dass jedes Buch, das einem beim Aufräumen im heimischen Arbeitszimmer in die Hände fällt, auch ins öffentliche Bücherregal gehört. Uralte, längst veraltete Lehrbücher oder Reiseführer sollten entsorgt werden, bevor sie im Bücherregal landen, um den ehrenamtlichen Betreuern viel Arbeit zu ersparen.

Mindestens einmal in der Woche vor Ort

Seit etwa einem Jahr betreut Teresa Feldmaier den offenen Bücherschrank, den die Bürgerstiftung Kernen vor zehn Jahren an der Stettener Straße gegenüber vom Rathaus/Marktplatz in Rommelshausen aufgestellt hat. Die 29-jährige Projektmanagerin schaut mindestens einmal in der Woche vorbei, ordnet die Werke nach Genres und sortiert welche aus, die verdreckt oder kaputt sind.

„Es kommen schneller Bücher nach, als ich aufgeräumt habe“

„Man sieht oft auf den ersten Blick, wie viel Schrott drin ist“, sagt die zweifache Mutter. Mit der Zeit habe sie ein Gespür für das Ausmisten entwickelt. Etwa Frauenliteratur aus den 60er Jahren, die nicht dem modernen Gesellschafts- und Weltbild entspricht, aber auch Lexika, Wörter- und Sachbücher sowie dreckige und beschädigte Werke haben nichts im Regal verloren. „Es kommen schneller Bücher nach, als ich aufgeräumt habe“, sagt Teresa Feldmaier. Das bedeutet Zusatzarbeit für sie: Zwei- bis dreimal geht sie mit ihrem „Wägelchen“ voller schwerer Bücher zu Fuß zum Altpapiercontainer und entsorgt diese dort.

„Ich find’s toll, wie das Bücherregal angenommen wird“

Deshalb wünscht sie sich von Besuchern und Nutzern des öffentlichen Bücherregals einen respektvollen und wertschätzenden Umgang. „Ich find’s toll, wie das Bücherregal angenommen wird“, sagt sie. „Aber ich find’s schade, dass viele es als Ablage nutzen.“

Durch den Müttertreff der Bürgerstiftung Kernen sei die Rommelshausenerin zu diesem Ehrenamt gekommen. Für Literatur interessiert sich die Projektmanagerin auch privat. „Ich mag Bücher total gerne“, sagt sie. „Ich stolpere beim Aufräumen über Autoren und Titel, die mich sehr interessieren.“

Passantin lobt das öffentliche Bücherregal

Sowohl das nachhaltige Projekt der Bürgerstiftung – insbesondere für Menschen, die sich aus finanziellen Gründen keine Bücher leisten können – als auch den Austausch am Bücherregal schätzt Teresa Feldmaier sehr. „Ich hatte schon sehr schöne Gespräche hier, als ich beim Sortieren war“, sagt die Hüterin des Bücherregals. Auch während des Pressegesprächs gibt es Lob von einer Passantin. „Das ist eine tolle Einrichtung“, sagt die Seniorin und ehe sie ihren Spaziergang fortsetzt, fügt sie hinzu: „Toll, dass sich junge Leute engagieren.“

Öffentliche Bücherregale in Kernen

Das erste öffentliche Bücherregal stellte die Bürgerstiftung Kernen im April 2010 in Stetten auf, im Oktober 2012 folgte dasjenige in Rommelshausen. Die Bürgerstiftung würdigte das Engagement mit dem Gruppen-Ehrenamtspreis 2020 und verlieh ihn an das Betreuer-Team der Bücherregale: Ilse Kienast, Rosemarie Keller, Klara Fischer, Rainer Bozenhardt, Christel Geib. Infos zum Bücherregal gibt es online unter www.buergerstiftung-kernen.de.

Romane, Krimis, Biografien oder Kinderbücher – täglich ändert sich der Bestand des öffentlichen Bücherregals in Rommelshausen. Das Prinzip ist wie vielerorts gleich: Jeder kann sich Bücher ausleihen und wieder zurückstellen oder ein eigenes gutes Werk dazustellen. Das heißt aber nicht, dass jedes Buch, das einem beim Aufräumen im heimischen Arbeitszimmer in die Hände fällt, auch ins öffentliche Bücherregal gehört. Uralte, längst veraltete Lehrbücher oder Reiseführer sollten entsorgt werden,

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