Kernen

Millionenprojekt Hangweide in Kernen: Das sind die Pläne für das Quartier

Luftbild Hangweide, Kernen-Rommelshausen, 22.04.2022.
Das zukünftige „Quartier Hangweide“, welches auf dem Gelände des ehemaligen Diakonie-Dorfs entsteht, aus der Vogelperspektive. Im Hintergrund ist Rommelshausen zu sehen. © Benjamin Beytekin

Innovativ, modern und für die Zukunft gewappnet: So lässt sich das Millionenprojekt Hangweide der Gemeinde Kernen beschreiben. Einen weiteren, wichtigen Schritt für die Realisierung des künftigen Wohnquartiers in Kernen hat nun der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung entschieden. Einstimmig sprachen sich die Rätinnen und Räte für den städtebaulichen Rahmenplan aus. Erstellt wurde er von Projektpartner UTA Architekten aus Stuttgart.

Dieser Plan hat den Zweck, die baulichen Ziele für die Hangweide darzustellen – beziehungsweise zu zeigen, was in den nächsten Jahren im Quartier entstehen könnte. Entschieden ist damit aber noch nichts. Der städtebauliche Rahmenplan bildet die Grundlage für alle weiteren Planungen auf der Hangweide, so die Gemeinde Kernen. Dazu gehöre auch das Bebauungsplanverfahren.

Zahlen und Fakten über das neue Quartier in Rommelshausen

Die Aufstellung des Bebauungsplans und die Satzung über örtliche Bauvorschriften hat der Gemeinderat bereits in der Sitzung am 20. Mai 2022 beschlossen. Vereinfacht gesagt: Mit einem Bebauungsplan wird festgelegt, was auf einem Grundstück gebaut werden darf. Was darf auf der Hangweide gebaut werden – und was nicht? Zunächst einmal ein paar Fakten: Die Hangweide soll Wohnraum für circa 1200 bis 1400 Menschen bieten.

Dafür sind circa 600 bis 650 Wohneinheiten geplant. Das Planungsgebiet ist 8,5 Hektar groß und schließt 15 Baufelder mit ein. Da die Hangweide zu einem „urbanen Dorf“ entwickelt werden soll, liegt der Fokus auf Wohnraum. Nach Angaben der Gemeinde Kernen sind Wohngebäude, Dienstleister wie Einzelhandel, Gastronomie und Handwerksbetriebe erlaubt, die zur Versorgung des Gebietes beitragen. Außerdem dürfen Anlagen für Vereine, Kirchen, Kultur und Gesundheit sowie für die Verwaltung entstehen.

Schwerpunkte sind Mobiltät und Sozial- und Quartiersmanagement

Nicht zulässig und damit verboten sind Betriebe des Beherbergungsgewerbes wie Hotels. Dadurch gehe Wohnraum für die dauerhafte Ansiedelung von Bewohnern verloren, so die Gemeinde. Da das Quartier größtenteils autofrei genutzt werden soll, werde es auch keine Tankstellen geben. Auf die Frage von Gemeinderat Jeffrey Brencher (OGL), ob damit nur Kraftstoff-Tankstellen gemeint seien, stellt Bürgermeister Paulowitsch klar: Es werde, wie es das Konzept vorsieht, E-Ladesäulen geben.

Schwerpunkte der Planung sind insbesondere die Themen Mobilität und das „Sozial- und Quartiersmanagement“. In der jüngsten Sitzung stimmte der Gemeinderat Kernen auch für eine Erweiterung der Baufläche. Im Norden der Hangweide wird das Gebiet bis „zur geplanten Verlängerung der Friedrichstraße“ um sieben Flurstücke erweitert. Im Osten des künftigen Quartiers sollen „Mobility-Hubs“ entstehen, wofür zwei weitere Grundstücke notwendig sind. Als „Mobility-Hub“ bezeichnet man einen Ort, an dem verschiedene Verkehrsmittel konzentriert werden, so dass der Quartierraum verkehrsberuhigt ist. Diese sollen an beiden Quartierszufahrten entstehen.

Dorfpromenade und Egelseeplatz: Die Hangweide nimmt Gestalt an

Charakteristisch für die Hangweide soll die Dorfpromenade sein. Daran schließe sich der Egelseeplatz an. Diese beiden Komponenten sollen ein Zentrum bilden, so die Gemeinde, in dem auch die gemeinschaftliche Nutzung der Erdgeschosse und der Dorfpromenade im Vordergrund steht.

Im Quartier soll eine Kindertagesstätte entstehen, aber auch Cafés, Co-Working-Spaces, ein Quartiertreff und ein Hofladen. Im Gespräch ist außerdem eine Mediathek – für diese Fläche gibt es allerdings noch andere Nutzungsvorschläge. Gemeinderätin Caren Lederer schlägt beispielsweise einen Raum vor, in dem Weingüter ihre Weine präsentieren könnten. „Ich verbinde mit Kernen vor allem Wein“, sagt sie. Bürgermeister Benedikt Paulowitsch betont in der allgemeinen Diskussion, dass es ihm wichtig sei, auch einen konsumfreien Begegnungsort zu schaffen. Einen Raum, in dem man nicht gezwungen sei, „Geld auszugeben.“ Der Gemeinderat stimmte für die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit sowie Träger öffentlicher Belange.

Wie es mit der Hangweide weitergeht

Bürgerinnen und Bürger haben somit die Möglichkeit, Stellungnahmen zu den Plänen abzugeben. Laut Gemeinde erfolgt die Beteiligung durch eine einmonatige Planoffenlage im Rathaus. Des Weiteren werde eine Informationsveranstaltung zum Vorentwurf des Bebauungsplans und zu den weiteren Plänen stattfinden. In dieser Zeit haben auch Behörden und sonstige Träger Gelegenheit, Stellung zu beziehen. Die Bürgerbeteiligung solle dann nach der Sommerpause durchgeführt werden.

In der zweiten Hälfte des Jahres 2022 wird der Bebauungsplan weiterentwickelt. Außerdem sind bereits die Rückbauarbeiten auf dem Gelände selbst gestartet. Schritt für Schritt erfolgen in den nächsten Monaten und Jahren die Planung des Quartiers und der Außenanlagen der Hangweide. Die ersten Erschließungsmaßnahmen sollen 2024 starten, Hochbaumaßnahmen ein Jahr später.

Ein großes Ziel haben alle Projektpartner, darunter die Gemeinde Kernen, die Kreisbaugesellschaft Waiblingen und die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung, vor Augen: Das Projekt wird in der Internationalen Bauausstellung 2027 (IBA) platziert. Dennoch mahnt Bürgermeister Paulowitsch angesichts des straffen Zeitplans zur Vorsicht: Gerade in Krisenzeiten könne es sein, dass Pläne nicht wie gewünscht aufgehen.

Innovativ, modern und für die Zukunft gewappnet: So lässt sich das Millionenprojekt Hangweide der Gemeinde Kernen beschreiben. Einen weiteren, wichtigen Schritt für die Realisierung des künftigen Wohnquartiers in Kernen hat nun der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung entschieden. Einstimmig sprachen sich die Rätinnen und Räte für den städtebaulichen Rahmenplan aus. Erstellt wurde er von Projektpartner UTA Architekten aus Stuttgart.

Dieser Plan hat den Zweck, die baulichen Ziele für

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