Kernen

Nach Demo in Kernen: Demonstranten wollen keine "Querdenker" sein

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Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Büttner

Nach der Demonstration gegen die Coronamaßnahmen am Neujahrsabend haben sich mehrere Teilnehmer bei unserer Zeitung über die Berichterstattung beschwert. Darunter ist auch die Fellbacherin, die den Protestmarsch beim Landratsamt in Waiblingen angemeldet hat. „Da die Demonstration in Rommelshausen keine Querdenkendemo war, bitte ich Sie dies zu berichtigen und klarzustellen“, schreibt sie in einer E-Mail.

Querdenker oder nicht?

Tatsächlich hatten wir schon kurz nach der Veranstaltung von einer „Querdenken“-Demonstration berichtet – auf Grundlage einer Aussage der Polizei. Mehrere Beamte hatten die rund 120 Demonstranten im Ortsteil Rommelshausen vom Rathausplatz zur Cannstatter Straße begleitet. In der Nacht hatte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen dann mitgeteilt, eine Privatperson habe die Demonstration angemeldet. Auf Nachfrage bestätigte der Sprecher aber auch, es habe sich um eine „Querdenken“-Veranstaltung gehandelt. Der Kernener Bürgermeister Benedikt Paulowitsch schrieb in den sozialen Medien ebenfalls von den „sogenannten Querdenkern“.

Der Schluss liegt nahe: Nicht nur die Agenda – unter anderem empörten sich die Demonstranten in Rommelshausen über „Coronadiktatur“ und „Maskenzwang“ – erinnerte an die „Querdenken“-Kundgebungen. Ein Banner mit dem Slogan „Lock down the Lockdown“, der auf der Veranstaltung präsentiert wurde, war unverkennbar im typischen „Querdenken“-Design gehalten. Und manche Teilnehmer trugen gar Westen mit dem „Querdenken“-Schriftzug. Das ist auf einem Video zu sehen, das in Kernen gedreht und auf die Videoplattform Youtube hochgeladen wurde.

Der Begriff hat sich verselbständigt

Hinzu kommt: Der Begriff „Querdenker“ hat sich mittlerweile im Alltagsgebrauch gelöst von den Veranstaltungen des Initiators Michael Ballweg – wenngleich der Stuttgarter Unternehmer sich mittlerweile die Markenrechte für „Querdenken-711“ und viele weitere Variationen mit anderen deutschen Vorwahlnummern gesichert hat. In Ballwegs undurchsichtigem Geschäftsgebaren – bis heute ist die Rechtsform der Initiative unklar, Geld wird dennoch eifrig gesammelt – dürfte dann auch ein Grund dafür liegen, dass die Demonstranten von Rommelshausen auf keinen Fall als „Querdenker“ bezeichnet werden wollen.

Eine Nachfrage unserer Zeitung bei der Frau, die den „Discoumzug“ mit Ex-AfD-Mann Heinrich Fiechtner angemeldet hatte, ist bislang unbeantwortet geblieben. (Update vom 5. Januar 2021: Mittlerweile hat die Veranstalterin auf unsere Anfrage geantwortet. Für Interviews im Nachhinein stehe sie "leider nicht zur Verfügung".)

Nach der Demonstration gegen die Coronamaßnahmen am Neujahrsabend haben sich mehrere Teilnehmer bei unserer Zeitung über die Berichterstattung beschwert. Darunter ist auch die Fellbacherin, die den Protestmarsch beim Landratsamt in Waiblingen angemeldet hat. „Da die Demonstration in Rommelshausen keine Querdenkendemo war, bitte ich Sie dies zu berichtigen und klarzustellen“, schreibt sie in einer E-Mail.

Querdenker oder nicht?

Tatsächlich hatten wir schon kurz nach der

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