Kernen

Neue Corona-Regel: Wieso bei Friseur Binder in Kernen kaum etwas zu spüren ist

FriseurBinder
Friseurmeister in Ruhestand und ehemaliger Gemeinderat: Dieter Binder (72). © Gaby Schneider

Während man sich vor zwei Jahren vor dem Friseurbesuch nur Gedanken über den gewünschten Haarschnitt und die Farbe machen musste, sind seit der Corona-Pandemie weitere Fragen hinzugekommen: etwa die nach der Impfung oder dem Testnachweis.

Friseurbesuch: Kein PCR-Test erforderlich 

Seit vergangenem Freitag (28. Januar) gelten wieder neue Corona-Regeln. Für den Friseur- und Barberbesuch brauchen ungeimpfte Kunden keinen PCR-Test mehr vorzuweisen. Ein Antigen-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist, reicht aus.

Weder die Einführung der PCR-Tests für Ungeimpfte – die seit Eintritt der Alarmstufe und der 3G-Regelung im Dezember in Kraft getreten ist – noch der Wegfall dieser hat im Friseursalon von Rosemarie (70) und Dieter Binder (72) in Stetten eine große Rolle gespielt. Seit 1978 betreibt Dieter Binder, Friseurmeister und ehemaliger Gemeinderat in Kernen, den gleichnamigen Laden in der Stettener Gartenstraße.

Während Rosemarie Binder gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeiterinnen den Kunden die gewünschte Frisur zaubert, kümmert sich Dieter Binder um den Papierkram. „Früher musste ich beides machen“, sagt der Friseurmeister in Ruhestand, der seine Lehre von 1965 bis 1968 in Waiblingen absolvierte, „Haare schneiden und Büroarbeit erledigen.“

„Wir werden mit unseren Kunden alt“

Die meisten der Kunden seien vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Etwa 90 Prozent, schätzt der 72-Jährige. „Dadurch, dass unser Geschäft so alt ist, die Mitarbeiter seit fast 45 und 30 Jahren dabei sind, ist unsere Kundschaft auch alt geworden“, sagt der Kernener. Laufkundschaft gebe es so gut wie gar nicht. „Wir haben im Prinzip nicht mehr die Jungen, die wir früher hatten. Wir werden mit unseren Kunden alt“, sagt das Stettener Urgestein.

Anders sah es im Dezember im Salon von Peter Böhringer aus. Dort berichtete der Friseurmeister von geplatzten Terminen. Manche seiner ungeimpften Kunden hatten sich aus Kostengründen, die bei einem PCR-Test anfallen, gegen einen Friseurbesuch entschieden.

Apropos Termin: Im Familienbetrieb der Binders in der Gartenstraße in Stetten wird nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie nach Terminvereinbarung gearbeitet. Sondern von Anfang an, sagt Dieter Binder. Das sei für das Friseur-Ehepaar von Stunde null an wichtig gewesen, um Wartezeiten zu vermeiden.

Existenzängste? "Wie jeder andere auch"

Hat sich der 72-Jährige in den vergangenen zwei Jahren um die Zukunft seines Geschäfts gesorgt? „Wie jeder andere auch“, sagt der Friseurmeister. Dankbar ist er über die Überbrückungshilfe, womit sich das Ehepaar über Wasser halten konnte. Ob er etwas davon zurückzahlen müsse, wisse er derzeit nicht. Aber auch wenn, sei das kein Problem. „Dann ist es so“, sagt der Ex-Gemeinderat. „Ich weiß nicht, warum die Leute immer schimpfen.“ Schließlich sei die Überbrückungshilfe „nicht als Geschenk angedacht“, sagt er. „Das Schimpfen und Klagen bringt nichts.“

Stattdessen plädiert er dafür, das Beste aus der Situation zu machen. Auch dann, wenn nicht alles wie gewohnt ablaufe. Beim umsatzstarken Weihnachtsgeschäft haben die Binders etwa zehn bis 15 Prozent Einbußen verzeichnet. Doch Dieter Binder bleibt stets zuversichtlich und optimistisch. In diesen Zeiten könne man froh sein, wenn man sein Geschäft überhaupt aufmachen und seiner Tätigkeit nachgehen könne.

Unabhängig von der Pandemie, sagt der Friseurmeister: Wer einen Betrieb hat, der sei immer mit einem gewissen unternehmerischen Risiko konfrontiert und müsse sich auf mögliche Krisen einstellen.

Während man sich vor zwei Jahren vor dem Friseurbesuch nur Gedanken über den gewünschten Haarschnitt und die Farbe machen musste, sind seit der Corona-Pandemie weitere Fragen hinzugekommen: etwa die nach der Impfung oder dem Testnachweis.

Friseurbesuch: Kein PCR-Test erforderlich 

Seit vergangenem Freitag (28. Januar) gelten wieder neue Corona-Regeln. Für den Friseur- und Barberbesuch brauchen ungeimpfte Kunden keinen PCR-Test mehr vorzuweisen. Ein Antigen-Schnelltest, der

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper