Kernen

Neues Integrationsteam für Kernen: Das sind die neuen Rathaus-Mitarbeiter

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Von links nach rechts: Benedikt Paulowitsch, Nelson Özdemir, Male Knapp und Sabrina Hasanovic. © Gemeinde Kernen

Frischer Wind zieht ins Rathaus ein: In einer Pressemitteilung begrüßt die Gemeinde Kernen das neue Integrationsteam, das sich demnach verstärkt und in neuer Struktur um die neue Integrationsbeauftragte Sabrina Hasanovic (32) präsentiert. Ihr zur Seite stehen Nelson Özdemir (31), der als Integrationsmanager Wolfram Deterding unterstützt und dessen Nachfolger werden wird, sowie Sozialarbeiterin Male Knapp (24). Bürgermeister Benedikt Paulowitsch hieß die neuen Mitarbeiter, die im August und September begonnen haben, im Rathaus willkommen.

„Nicht oft ergibt sich die Gelegenheit, dass ein komplett neues Team gleichzeitig beginnt“, so Benedikt Paulowitsch. Nachdem die ehemalige Integrationsbeauftragte Angela Ehrlich sich beruflich verändert habe und auch Sozialarbeiterin Chiara La Gamba aus dem Rathaus ausgeschieden sei, habe man beschlossen, die Struktur des Integrationsteams neuzufassen: Angela Ehrlichs Nachfolgerin Sabrina Hasanovic hat nun ebenso eine Vollzeitstelle inne wie ihre Kollegen Nelson Özdemir und Wolfram Deterding. Male Knapp unterstützt das Team mit einem Stellenumfang von 60 Prozent.

Alle Kernener zusammenbringen

Alteingesessene und Neubürger zusammenzubringen ist der Integrationsbeauftragen Hasanovic ein großes Anliegen. Unter dieser Zielsetzung baut sie sich bereits mit Vereinen und Schulen ihr Netzwerk auf. Auch Unternehmen sollen eingebunden werden. Insgesamt will die studierte Sozialarbeiterin, die in Stuttgart bereits Erfahrungen in der internationalen Jugendarbeit gesammelt hat, ihren Schwerpunkt in Kernen auf die „soziale Integration“ legen. Dafür seien erste aktive Schritte eingeleitet und mehrere Gesprächstermine stünden an, so die Pressemitteilung. Nicht einfach zu handhaben sei die Tatsache, dass viele Geduldete in Kernen leben, die nur geringe Chancen auf eine Anerkennung haben. Aber auch diesen will die neue Integrationsbeauftragte Perspektiven bieten.

Die Blickwinkel von haupt- und ehrenamtlicher Ebene deckten sich nicht immer, so Sabrina Hasanovic. Da gebe es mitunter einfach verschiedene Interessen. Dass jedoch beide Seiten die Sichtweise des jeweils anderen verstehen lernen und das Integrationsteam und die Ehrenamtlichen dadurch gut miteinander kooperieren und sich somit ideal ergänzen könnten, sei ihr sehr wichtig.

Ehrenamt und Integrationsteam sollen zusammenarbeiten

Dass diese Zusammenarbeit möglichst gut gelingt, wünscht sich auch Bürgermeister Benedikt Paulowitsch: „Denn ohne das große freiwillige Engagement im Ort wäre die Integrationsarbeit nicht zu bewältigen“, betont der Kernener Schultes. Auf Ämterebene innerhalb des Rathauses werde es beim Querschnittsbereich Integration sicherlich ebenfalls einige verschiedene Standpunkte geben, so Paulowitsch. „Wichtig ist aber unterm Strich, dass wir letztlich alle dasselbe Gesamtziel verfolgen: nämlich das einer guten und lebendigen Integration.“

Der studierte Islamwissenschaftler Nelson Özdemir ist in seinen ersten Tagen in Kernen bereits auf die ganze Bandbreite seiner zukünftigen Arbeitsstelle gestoßen, die im weitesten Sinne mit den Bereichen Arbeit, Sprache oder auch Gesundheit zu tun hat. Oft suchen Geflüchtete Hilfe beim Vereinbaren eines Arzttermins, weil es an Sprachkenntnissen fehlt. Andere legen gleich mehrere hochkarätige Hochschule- und Berufsabschlüsse vor, die allerdings in Deutschland nicht anerkannt werden. Wieder andere brauchen Hilfe bei der Sprachkursvermittlung oder auch Beratung in Sachen Ausbildung und Arbeit. Oder sie fragen nach, weil die Leistungen des Jobcenters ausbleiben. Özdemir kennt den Integrationsalltag bereits gut: Zuvor war er in Fellbach als Integrationsbeauftragter tätig. Weil die Corona-Pandemie seine Pläne durchkreuzte, einige Stationen des Jakobswegs zu laufen, landete er in Kernen. „Ein echter Glücksfall“, freut sich Bürgermeister Benedikt Paulowitsch.

Zuständig für Alltagsfragen

Das junge Integrationsteam kann also mit viel Fachkenntnis und Erfahrung punkten. Das gilt ebenso für Male Knapp. Die Sozialwirtschaftlerin hat in Nürnberg studiert, hat unter anderem ein Praktikum bei der Organisation „Brot für die Welt“ absolviert und war als Integrationskraft in einem Kindergarten tätig. Nun hat sie in Kernen den Berufseinstieg geschafft. Die 24-Jährige wird vorrangig in den Unterkünften unterwegs sein. Sie begleitet die Menschen bei praktischen Alltagsfragen, kümmert sich gezielt um auftretende Probleme und klärt auch mal ganz grundsätzlich über die Mülltrennung auf. „Praktische Alltagsbegleitung“ sei im Wesentlichen ihr Aufgabenfeld, fasst Male Knapp zusammen.