Kernen

Ochsen-Sanierung wird fortgesetzt

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Ilka Jeggle, Geschäftsführerin und Inhaberin der Firma Ochsen, zeigt die Arbeiten in den Räumen der Metzgerei. © Büttner / ZVW

Kernen-Stetten. Die Sanierung des Stettener Gasthauses „Zum Ochsen“ geht weiter: In diesem Jahr wird das Hauptgebäude für rund 1,2 Millionen Euro erneuert. Arbeiten an Dach, Obergeschossen und Haustechnik sind vorgesehen. Land und Gemeinde unterstützen die Baumaßnahmen an dem denkmalgeschützten Gebäude über das Landessanierungsprogramm mit insgesamt 60 000 Euro.

Aus dem 17. Jahrhundert stammt das Hauptgebäude des Gasthauses „Zum Ochsen“ in der Stettener Kirchstraße. Wo der Zahn der Zeit genagt hat, legen nun die Eigentümer, die Architektenfamilie Jeggle, Hand an: Sie lassen das Dach sanieren, außerdem Dachgeschossräume ausbauen und Elektro-, Heiz-, Kälte- sowie Lüftungstechnik erneuern. Etwa 1,15 Millionen Euro dürften die Maßnahmen kosten.

Der größte Teil davon fließt wohl ins Dach: Dringend müsse das gerichtet werden, sagt Ilka Jeggle, Tochter der Gebäudeeigentümer und Inhaberin der Firma Ochsen. „Das ist ja ein altes Barockdach, da ist jahrelang nichts dran gemacht worden.“

Dachsanierung: Tragwerk hat unter Feuchtigkeit gelitten

Die genauen Maßnahmen hat das Architekturbüro Jeggle im November fürs Rathaus zusammengestellt; auf Basis dieser Aufstellung hat der Gemeinderat im Januar öffentlich beschlossen, die Sanierungsmaßnahme über das Landessanierungsprogramm finanziell zu unterstützten. 36 000 Euro fließen vom Land Baden-Württemberg, 24 000 Euro steuert die Gemeinde bei.

Wie aus den Unterlagen hervorgeht, hat das hölzerne Tragwerk unter Feuchte gelitten und wird deshalb ertüchtigt. Auch die Dachsparren werden verstärkt. Zwischen die Sparren kommt Mineralwolle als Dämmmaterial. Auch eine Dampfsperre soll eingezogen werden; diese verhindert, dass sich Feuchtigkeit aus der Luft in der Dämmung und den dahinterliegenden Bauteilen absetzt. Für die Baumaßnahmen werden die alten Dachziegel abgenommen, geprüft und nach Möglichkeit auf der Ostseite, also zur Kirchstraße hin, wiederverwendet. Auch neue Dachgauben werden eingebaut und im Stil des Hauptdachs eingedeckt. Diese seien notwendig, um das zweite Obergeschoss ausreichend zu belüften, heißt es in der Zusammenstellung.

Im zweiten OG sollen Sozialräume entstehen

Weitere Maßnahmen stehen in den Innenräumen an: Im zweiten Obergeschoss sollen Sozialräume für Service-, Küchen- und Metzgereipersonal untergebracht werden. Hinzu kommen Ausbesserungsarbeiten an Türen und Bodenbelägen im ersten und zweiten Stock sowie Brandschutzelemente im Treppenhaus.

Dazu kommt die Erneuerung der Haustechnik. „Wir wollen effizienter werden“, sagt Jeggle. „Das muss einfach modernisiert werden.“ Die Kühltechnik der 1960er-Jahre werde derzeit vollständig ersetzt. Auch die Erneuerung der Elektrotechnik sei bereits in Arbeit.

Ilka Jeggle: „Wir wollen effizienter werden“

Ölheizung und Dampfkessel müssen weichen: Sie sollen durch eine Gastherme in Kombination mit einem Blockheizkraftwerk ersetzt werden. Für das laufende Jahr sind darüber hinaus Erneuerungen von Lüftungs- und Heizanlagen geplant.

Bei all diesen Arbeiten handelt es sich um den zweiten Bauabschnitt eines größer angelegten Vorhabens. Bereits im vergangenen Sommer hat Gerhard Jeggle den Anbau sanieren und ausbauen lassen. Neu entstanden sind wie berichtet eine Terrasse beziehungsweise ein Wintergarten, um im Sommer eine Außenbewirtung anbieten zu können. Aus verfallenden Stallungen und ungenutzten Metzgereiräumen wurde ein Gastraum. Der historische Tanzsaal mit seinen morschen Böden wurde teilrekonstruiert, sanitäre Anlagen ausgebaut. Außerdem gab’s „ein kleines Makeover“, sagt Ilka Jeggle: neue Lampen und neue Polsterungen beispielsweise. Wie am Hauptgebäude wurde auch das Dach saniert.

Sanierungen Stück für Stück im laufenden Betrieb

Die Reaktionen auf den neuen Schliff am historischen Schmuckstück seien durchweg positiv, sagt Jeggle. „Das kommt sehr gut an, weil der Ochsen auch entstaubt wird. Vor allem auch die jüngeren Gäste spricht das natürlich auch an.“ Einschränkungen durch die aktuellen Arbeiten seien für Gäste nicht zu erwarten. „Wir sanieren jetzt peu à peu im laufenden Betrieb. Es kann sein, dass man mal die Bauarbeiter durchs Haus laufen sieht oder was hämmern hört, wenn man mittags isst.“ Aber das Dach liege ja zwei Stockwerke oberhalb des Restaurants – und somit in gebührendem Abstand.


Weitere Vorhaben

Auch das Angebot des Gasthauses wird erneuert. Ab Ostern soll die Metzgerei wieder öffnen, und zwar spezialisiert auf Feinkost, sagt Ilka Jeggle. „Es gibt natürlich die klassischen Metzgereiprodukte, aber wir wollen das Ganze ein bisschen verfeinern.“ Näheres wird am Freitag bei einem Pressegespräch bekanntgegeben.

Auch die Karte solle häufiger wechseln. „Wir werden der Tradition schon treu bleiben“, sagt Jeggle, mit klassisch schwäbischen Gerichten. Doch: „Wir sind nach und nach dabei, das alles aufzufrischen.“ Leichtere, modernere Gerichte würden erarbeitet.

Darüber hinaus sollen kulinarische Events wie Sommerspecials und Barbecues angeboten werden.