Kernen

Patrick Rettenmayr vom Modehaus Finck in Kernen fordert: „3G ganz aufheben“

3G im Einzelhandel
Im Modehaus Finck werden die Kunden von den Mitarbeiterinnen Sieglinde Bicskey (l.) und Michaela Zimmermann begrüßt. © Alexandra Palmizi

An der Eingangstür des Modehauses Finck hängt seit vergangenem Mittwoch ein neues Schild: Ab sofort benötigen Kunden für einen Besuch im Kernener Bekleidungsgeschäft lediglich einen 3G-Nachweis. Auch Ungeimpfte haben nun mit Schnelltest die Möglichkeit, „sich beim Kauf beraten zu lassen, die Stoffe zu fühlen und einzelne Stücke anzuprobieren“, sagt Patrick Rettenmayr – ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Online-Handel. Gemeinsam mit Vater Georg Rettenmayr führt der 29-Jährige drei Filialen – in Rommelshausen, Fellbach und Göppingen.

Die gelockerten Zugangsbeschränkungen für den Einzelhandel stimmen den „Junior“-Geschäftsführer positiv. Vergangene Woche hatte der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim das Einfrieren der Alarmstufe II durch die Corona-Verordnung der Landesregierung für „voraussichtlich rechtswidrig“ erklärt. Die 2G-plus-Regelungen hätten nur spezielle Bereiche des Einzelhandels betroffen, so Rettenmayr, Supermärkte, Blumenläden und Geschäfte für den täglichen Bedarf ausgenommen. „Uns trifft es härter, und das ist nicht fair.“

Jede Verschärfung der Corona-Regeln hat Auswirkungen auf die Kundenfrequenz

Die Lockerungen für den Einzelhandel hätten aber keinen großen Ansturm auf das Modehaus Finck ausgelöst, so Patrick Rettenmayr. Es sei aber noch zu früh, um eine erste Bilanz zu ziehen. Der Kontrollaufwand, wie das Überprüfen der Nachweise der Kunden, sei für die vier Mitarbeiterinnen im Modehaus in Kernen aber gleich geblieben.

Eine Beobachtung konnte der 29-Jährige allerdings schon machen: Bei einer Verschärfung der Corona-Verordnung oder dem Steigen der Inzidenzen sei die Kundenfrequenz zurückgegangen, so Rettenmayr. Auch wenn diese den Einzelhandel nicht direkt betreffen. Er habe den Eindruck, dass die Menschen während der Pandemie „sensibler“ geworden seien.

Außerdem würden viele Menschen nicht wissen, welche Regelungen aktuell in Baden-Württemberg gelten. „Das trübt die Kauflaune“, sagt er. Hinzu kommen weniger Anlässe, für die man spezielle Kleidung brauche, so der 29-Jährige. Dass der Einzelhandel nun zur 3G-Regelung zurückkehren darf, „ist für mich die logische Konsequenz“. Patrick Rettenmayr plädiert auch dafür, dass die Lockerungen der Regelungen noch einen Schritt weitergehen. „Die 3G-Einschränkungen für den Einzelhandel sollten analog zu den Regelungen in Bayern aufgehoben werden.“ Im benachbarten Bundesland gilt seit dem 27. Januar keine 3G- oder 2G-Regel mehr.

"Einzelhandel ist kein Infektionstreiber"

„Die Studienlage belegt, dass der Einzelhandel kein Infektionstreiber ist“, so Rettenmayr. In dem Modehaus in Kernen werde die maximale Anzahl von 20 Kunden gleichzeitig nicht erreicht. Die Räumlichkeiten werden gut belüftet und der Abstand zu den Leuten gewahrt.

Gerade in der Hauptfiliale in Göppingen, welche in der Innenstadt liege, „leidet die Kundenfrequenz“, so Rettenmayr. Im städtischen Bereich fehle die Laufkundschaft. Hingegen zeigt sich in Rommelshausen ein anderes Bild. In weniger frequentierten Geschäften fühlen sich die Leute sicherer, sagt Patrick Rettenmayr. „Wir sind froh, dass wir so treue Stammkunden haben.“

Das Unternehmen blickt aber auch auf härtere Zeiten zurück, als es in den beiden Lockdowns staatliche Hilfen in Anspruch nehmen musste. Egal ob 3G oder 2G plus: „Alles ist besser als der Lockdown“, so Patrick Rettenmayr.

An der Eingangstür des Modehauses Finck hängt seit vergangenem Mittwoch ein neues Schild: Ab sofort benötigen Kunden für einen Besuch im Kernener Bekleidungsgeschäft lediglich einen 3G-Nachweis. Auch Ungeimpfte haben nun mit Schnelltest die Möglichkeit, „sich beim Kauf beraten zu lassen, die Stoffe zu fühlen und einzelne Stücke anzuprobieren“, sagt Patrick Rettenmayr – ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Online-Handel. Gemeinsam mit Vater Georg Rettenmayr führt der 29-Jährige drei

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