Kernen

Pflegenotstand auch in Kernen: Alexander-Stift-Chefin kritisiert Politik

Pflege
Die Pflegebranche sucht händeringend nach Fachkräften - und fühlt sich von der Politik im Stich gelassen (Symbolfoto). © ALEXANDRA PALMIZI

Die Verabschiedung des Kreispflegeplans im Rems-Murr-Kreis und das von der Landes-FDP vorgestellte Zehn-Punkte-Akut-Programm zur Altenpflege nimmt Gaby Schröder, Geschäftsführerin des Alexander-Stifts der Diakonie Stetten, zum Anlass, um erneut auf den Fachkräftemangel in der Pflege hinzuweisen. Das gab die Diakonie in einer Pressemitteilung bekannt.

1700 Plätze fehlen bis 2035

Zudem übt Gaby Schröder Kritik an der Haltung der Landesregierung. Laut dem Kreispflegeplan 2022 fehlen im Rems-Murr-Kreis bis 2035 rund 1700 Plätze in der vollstationären Pflege, heißt es in der Mitteilung. Auf Landes-Ebene fordere die FDP-Fraktion einen Masterplan, um dieses Problem anzugehen. Laut der Mitteilung bewertet Gaby Schröder die Vorschläge der Oppositionsfraktion, die in einem Zehn-Punkte-Akut-Programm ausgeführt sind, als Schritte in die richtige Richtung.

Darunter etwa die Vorschläge zur Entbürokratisierung der Pflege und für mehr Flexibilität beim Umgang mit der Fachkraftquote, so die Diakonie. Die Reaktion der Landesregierung auf diese Vorschläge sei für Schröder dagegen nur schwer nachvollziehbar.

Gaby Schröder: Landesregierung ist verantwortlich für Pflegebedürftige

Diese sehe sich laut dpa-Meldung nicht mehr in der Pflicht, da die geforderte Flexibilisierung bereits umgesetzt sei. „Eine solche Aussage lässt sehr daran zweifeln, dass es ein Verständnis gibt für alle, die im Bereich Pflege tätig sind“, ist sich Gaby Schröder sicher.

„Wer denn sonst außer der Landesregierung ist für die Versorgung der pflegebedürftigen Menschen im Land zuständig? Gerne würden wir Pflegepersonal einstellen. Aber woher sollen die dringend benötigten Fach- und Hilfskräfte denn kommen? Bei uns in der Pflege gibt es hohe bürokratische Hürden für die Anstellung von Pflegekräften aus dem Ausland.

Flughäfen bekommen sofort Unterstützung - Pflege nicht

Aber wenn in der Urlaubszeit an den Flughäfen Personalmangel herrscht, dann sind die bürokratischen Hürden auf einmal nicht mehr so hoch,“ zieht Schröder einen aktuellen Vergleich und ergänzt: „Weshalb sollen 2000 Menschen aus der Türkei die Flughäfen unterstützen, nur damit die Deutschen in den Urlaub fliegen können und ihre Koffer rechtzeitig bekommen? Wieso bemüht man sich nicht in gleichem Maße um Unterstützung aus dem Ausland für die stark belasteten einheimischen Pflegekräfte?“

Ein weiterer Kritikpunkt: die einrichtungsbezogene Impfpflicht. Noch immer sei unklar, ob es am Ende der noch laufenden Verfahren zu Tätigkeitsverboten seitens der Gesundheitsämter kommen wird. Auch sei die Teil-Impfpflicht nach wie vor nicht in Sicht. „Unsere Mitarbeitenden haben in der Pandemie Großartiges geleistet und sind bis an die Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit gegangen.“ Über 90 Prozent hätten sich impfen lassen, trotz Bedenken.

Die Verabschiedung des Kreispflegeplans im Rems-Murr-Kreis und das von der Landes-FDP vorgestellte Zehn-Punkte-Akut-Programm zur Altenpflege nimmt Gaby Schröder, Geschäftsführerin des Alexander-Stifts der Diakonie Stetten, zum Anlass, um erneut auf den Fachkräftemangel in der Pflege hinzuweisen. Das gab die Diakonie in einer Pressemitteilung bekannt.

1700 Plätze fehlen bis 2035

Zudem übt Gaby Schröder Kritik an der Haltung der Landesregierung. Laut dem

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