Kernen

Popmesse von Michael Schütz: Kernener Organistin (25) leitet Chorprojekt

Chorprojekt Stetten
Chorprobe für die Popmesse in der evangelischen Kirche Stetten: Mirjam Laetitia Haag (rechts) dirigiert. © Gabriel Habermann

Seit ein paar Jahren hat Kernen eine junge, engagierte Organistin: Mirjam Laetitia Haag ist in Stetten aufgewachsen und studiert mittlerweile eigentlich in Stuttgart Kirchenmusik, Schulmusik und Mathematik auf Lehramt. Seit Februar ist sie als Erasmus-Studentin aber meistens in Groningen in den Niederlanden anzutreffen - wenn sie nicht gerade mit den Chören in Stetten probt.

Denn für die bevorstehende Aufführung der Popmesse des zeitgenössischen Kirchenmusikers und Komponisten Michael Schütz mit ihrem Projektchor fährt sie gerade einmal im Monat von Groningen nach Hause: Ihren Orgelunterricht an der Universität könne sie zum Glück blockweise nehmen und insgesamt hätten die niederländischen Studenten mehr Ferien, sagt die 25-Jährige.

Absage wegen Corona kurz vor der Aufführung

Die Aufführungen finden am Mittwoch, 19. Oktober, um 19 Uhr in der katholischen Kirche in Rommelshausen und am Sonntag, 23. Oktober, um 17 Uhr in der evangelischen Kirche in Stetten statt. Eigentlich waren die Konzerte schon für 2021 geplant und alles war fertig vorbereitet, als die Veranstaltungen wegen Corona dann doch noch ganz kurzfristig abgesagt worden seien, berichtet die Organistin und Chorleiterin: „Das war schon ärgerlich.“

Um nicht wieder mit der Planung auf die Nase zu fliegen, wurde das Projekt um ein ganzes Jahr verschoben. Damals wusste Mirjam Laetitia Haag noch nicht, dass sie auch das Wintersemester 2022/23 noch in den Niederlanden sein würde - die Verlängerung ihres Auslandsaufenthaltes stand erst diesen Sommer fest. Für die engagierte 25-Jährige war aber klar: Ihr Chorprojekt sollte unter ihrem Auslandsstudium auf keinen Fall leiden.

Sie pendelt zwischen Kernen und den Niederlanden

Für ihre Abwesenheit die vergangenen Monate habe sie eine gute Vertretung finden können für die Chorproben, erzählt Mirjam Laetitia Haag. Jetzt in der Zeit kurz vor den Proben ist sie jeden Monat eine gute Woche hier - und fährt dann wieder zurück nach Groningen. Was nach viel Stress klingt, ist für die ehrgeizige Musikerin eine willkommene Abwechslung.

„Man schwebt so zwischen zwei Welten“, findet sie: In den Niederlanden habe sie so viel Zeit für die verschiedenen barocken Orgeln im Umkreis der Universitätsstadt und den Unterricht in Orgelimprovisation bei Sietze de Vries, einem renommierten niederländischen Organisten und Kirchenmusiker, der an der Universität Groningen lehrt. Daheim in Kernen sei im Vergleich zu Groningen immer unheimlich viel los: „Da findet ja immer alles Mögliche statt“, freut sie sich.

Langeweile ist für die 25-Jährige ein Fremdwort

Doch natürlich nutzt sie auch die zwei Semester in Groningen bestmöglich aus: Sie lernt Niederländisch, ist bei den Kirchengemeinden und der Musiker-Community vor Ort schon bestens vernetzt und hat gemeinsam mit ihrem Freund spontan eine kleine Konzertreise mit dem Zug durch die Niederlande, Schweden und Norwegen unternommen - immer auf der Suche nach interessanten historischen Orgeln, mit denen sie sich bei dieser Gelegenheit dann auch ganz intensiv auseinandersetzen konnte, erzählt die Musikerin. Ihre eigene private Studien-Exkursion.

Dazwischen war Mirjam Laetitia Haag auch beim Orgelsommer in Waiblingen und Anfang des Monats in der Kilianskirche in Heilbronn zu hören. Auch für eine einwöchige Reise nach Jerusalem – natürlich mit Orgelkonzert – hat es diesen Sommer gereicht. Langeweile? Ein Fremdwort für die junge Frau. „Bei mir ist es eher immer eine Stufe zu viel“, sagt sie über sich selbst.

Kooperation mehrerer Chöre - und ganz neue Gesichter

Doch auch wenn die 25-Jährige viel herumkommt und sich in der Kirchenmusikszene als sehr begabte Organistin inzwischen einen Namen gemacht hat: Die anstehende Aufführung der Popmesse und ihre Aufgabe als Chorleiterin in Kernen liegen ihr ganz besonders am Herzen.

Als Kantorin in der Mauritiuskirche in Rommelshausen leitet sie normalerweise zwei Kirchenchöre in Kernen - für das anstehende Projekt hat sich aber ein ganz neuer, rund 30-köpfiger Chor gebildet, erzählt sie: Mit dabei sind sowohl Mitglieder der Kirchenchöre wie auch Menschen, die nicht regelmäßig im Chor mitsingen. Außerdem wirkt das Remstal-Vocal-Ensemble der katholischen Seelsorgeeinheit Remstaltor bei dem Projekt mit.

In der Popmesse fließen verschiedene Stilrichtungen zusammen

Das Ensemble, in dem Jugendliche ab 14 Jahren mitsingen, wird von Emil Feuerstein geleitet, der ebenfalls in Rommelshausen als Organist tätig ist. „Es ist ein jüngerer Altersdurchschnitt als sonst“, freut sich die Chorleiterin.

Begleitet wird der Projektchor von einem Pop-Orchester: Neben der regulären Orchester-Besetzung sind hier auch Schlagzeug, Piano, E-Bass und E-Gitarre dabei. Musikalisch bewege sich Michael Schütz’ Werk zwischen den Genres: „Es ist weder direkt Jazz noch direkt Pop noch direkt Klassik.“ Von allem sei etwas dabei, mal seien die Passagen ruhig und melodisch, dann wieder aufwühlend und voller Dynamik. Eine Musik, die einfach jedem gefallen könne, ist Mirjam Laetitia Haag überzeugt, und die dabei auch noch einen echten Spannungsbogen habe. „Diese Art von Stil ist unglaublich froh machend“, sagt sie. Und Singen an sich tue auch einfach so gut.

Seit ein paar Jahren hat Kernen eine junge, engagierte Organistin: Mirjam Laetitia Haag ist in Stetten aufgewachsen und studiert mittlerweile eigentlich in Stuttgart Kirchenmusik, Schulmusik und Mathematik auf Lehramt. Seit Februar ist sie als Erasmus-Studentin aber meistens in Groningen in den Niederlanden anzutreffen - wenn sie nicht gerade mit den Chören in Stetten probt.

Denn für die bevorstehende Aufführung der Popmesse des zeitgenössischen Kirchenmusikers und Komponisten Michael

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